Santiago erhält eine historische Straßenbahn (+Fotos)

Nach der Restauration und der Reperatur, wird in Santiago de Cuba eine antike Straßenbahn den neuen Malecón in Santiago de Cuba: „La Alameda“, mit der Avenida Juan Gualberto Gómez-Flor Crombet verbinden. Dies gab die kubanische Vizepräsidentin von Santiago de Cuba im kubanischen Fernsehen bekannt.

Das ist die neu restaurierte, antike Strassenbahn von Santiago de Cuba Foto:
Das ist die neu restaurierte, antike Strassenbahn von Santiago de Cuba
Foto: „El Chago“

Dieser alte Wunsch von Santiago wird keinen großen Beitrag gegen das Verkehrsproblem der Stadt leisten. Es wird aber eine weitere Attraktion sein, die Santiago de Cuba inmitten seiner Feier zum Jubiläum seiner Stadtgründung bereichern wird. Es wird die Zeit in Erinnerung rufen, als dieses Transportmittel in den Strassen von Santiago de Cuba zirkulierte.

Nach Abschluss des Karnevals wird dieses, in Santiago fast schon vergessene Verkehrsmittel, seinen Betrieb aufnehmen. Die Strecke hat eine Länge von insgesamt zwei Kilometer.

Gemäß historischen Aufzeichnungen wurde die Erste elektrische Straßenbahn Kubas, 1901 in Havanna in Betrieb genommen. Einige Jahre später, im Jahre 1908, wurde dieses alternative Nahverkehrsmittel auch in Santiago eingesetzt. Heute sind die Spuren zum großen Teil unter dem Asphalt versteckt. An verschiedenen Orten Santiagos kann man jedoch noch alte Gleise und Spuren der ehemaligen Straßenbahn entdecken.

Die Straßenbahnwagen wurden ursprünglich in Philadelphia USA gebaut und sind, auf Grund Santiagos vielen engen Gassen, eher kleinere Modelle.

(kubainfos)

Hier eine Bildersammlung der zukünftigen Straßenbahn von Santiago de Cuba:

Das ist die neu restaurierte, antike Strassenbahn von Santiago de Cuba Foto:
Das ist die neu restaurierte, antike Strassenbahn von Santiago de Cuba
Foto: „El Chago“
Das ist die neu restaurierte, antike Strassenbahn von Santiago de Cuba Foto:
Das ist die neu restaurierte, antike Strassenbahn von Santiago de Cuba
Foto: „El Chago“
Das ist die neu restaurierte, antike Strassenbahn von Santiago de Cuba Foto:
Das ist die neu restaurierte, antike Strassenbahn von Santiago de Cuba
Foto: „El Chago“
Das ist die neu restaurierte, antike Strassenbahn von Santiago de Cuba Foto:
Das ist die neu restaurierte, antike Strassenbahn von Santiago de Cuba
Foto: „El Chago“
Das ist die neu restaurierte, antike Strassenbahn von Santiago de Cuba Foto:
Das ist die neu restaurierte, antike Strassenbahn von Santiago de Cuba
Foto: „El Chago“
Das ist die neu restaurierte, antike Strassenbahn von Santiago de Cuba Foto:
Das ist die neu restaurierte, antike Strassenbahn von Santiago de Cuba
Foto: „El Chago“
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Fidel Castros Rede an die Vereinten Nationen 1979 (Video)

Heute, am 26. Juli feiert Kuba den 62. Jahrestag der Attacke auf die Moncada Kaserne, die den Beginn der Revolution einläutete. Als kleinen Beitrag zu diesem wichtigen Feiertag, haben wir eine historische und noch immer sehr aktuelle Rede von Fidel Castro übersetzt:

Felicitaciones a todos los cubanos!

(kubainfos)

Polemik um die Protestgruppe „Damen in Weiss“ in Kuba

Anwohner des Parkes „Mahatma Ghandi“ im Stadtteil Miramar mobilisieren gegen die Damen in Weiss

Anwohner des beliebten Parks fühlen sich gestört

Das Video wurde vom freischaffenden kubanischen Filmemachers David Vazquez aus New York produziert. Es zeigt Anwohner, die dagegen protestieren, dass der öffentliche Park jeden Sonntag von den Damen in Weiss „besetzt“ wird. Der Park ist durch seine großen Schatten spendenden Bäumen beliebter Treffpunkt für Jung und Alt. Durch die wöchentlich wiederkehrenden Demonstrationen zum Park, fühlen sich viele Anwohner gestört und haben mit einer schriftlichen Petition Beschwerde bei der Regierung eingereicht. Unter verschiedenen Hashtags wird außerdem übers Internet über das Anliegen aufmerksam gemacht.

Proteste der Damen in Weiss werden toleriert

Die Damen in Weiss sind eine Oppositionsgruppe die von verschiedenen Interessengruppen, vor allem aus den USA, finanziell unterstützt werden. Sie nehmen jeden Sonntag zusammen am Gottesdienst in der Kirche Santa Rita teil und starten von dort jede Woche von Neuem eine Demonstration, die im Park „Mahatma Ghandi endet. Dort gibt es diverse Reden und Diskussionen.  Obwohl für die wöchentlichen Demonstrationen jeweils keine Bewilligung eingereicht wird, toleriert die Polizei die Proteste grundsätzlich. In der Vergangenheit kam es jedoch von Seiten der Damen in Weiss immer wieder zu Gewalttätigkeiten und gar zu regelrechten Tumulten. Auf Videos ist zu sehen, wie sich Anhänger  der Damen in Weiss auf Grund Meinungsverschiedenheiten untereinander prügeln. Ein anderes Video zeigt, wie die Anführerin der Damen in Weiss, Berta Soler, jemanden der die Szene filmt beleidigt und im droht sein Equipment auf den Boden zu schmeißen.

Da die Damen in Weiss auch schon die Bushaltestelle in der Nähe des Parkes blockierten, musste die Polizei schon einige Male eingreifen und verschiedene Mitglieder zur Kontrolle auf den Polizeiposten mitnehmen. Vielfach widersetzen sich die Damen in Weiss diesen Anordnungen, worauf es schon mehrere Male zu Verhaftungen kam.

Berta Soler kauft sich teures Haus, obwohl offiziell arbeitslos

Es ist nicht das erste Mal, dass die Damen in Weiss bei der Bevölkerung in der Kritik stehen. Unter anderem gab es schon einige Male sogenannte „Actos de Repudios“, (Akte der Ablehnung) in denen sich verschiedene Personen, zum Teil auch mit Unterstützung von kubanischen Organisationen der Zivilgesellschaft, zusammenfanden und vor den Häusern einiger Mitglieder der Damen in Weiss lautstark demonstrierten. Die Hauptvorwürfe sind jeweils, dass es ihnen gar nicht um fehlende Freiheit oder Menschenrechte gehe, sondern dass sie Söldner seien, die für Ihre Demonstrationen Geld vom Ausland bekämen und deshalb des Geldes wegen Lügen verbreiten würden. Ein Indiz dafür lieferte zuletzt Berta Soler, die sich im Mai ein neues Haus für 80’000 Dollar kaufte, das auch als „Zentrum“ der Damen in Weiss dienen soll.

Widerstand auch in anderen Provinzen

Bei „Actros de Repudios“ kam es vereinzelt sogar schon zu Rangeleien. Obwohl die „Damen in Weiss“ diese Akte jeweils als „gegen die Menschenrechte“ und als diktatorisch bezeichnen, praktizieren sie diese „Actos“  gegen in Ungnade gefallene Mitglieder selber. Hier ein Video das zeigt, wie ein in solches Mitglied im eigenen Haus bedrängt und als Verräterin“ beschimpft wird:

Auch in anderen Provinzen des Landes stoßen die Damen in Weiss auf Widerstand. So berichtete die regierungskritische Zeitung „el Nuevo Herald“, dass ein katholische Priester aus Cienfuegos Acht Damen in Weiss verboten habe weiterhin in weiss seine Gottesdienste zu besuchen. Er wolle in seiner Kirche Ruhe und Frieden haben.

(kubainfos)

HISTORISCH: Kuba eröffnet seine Botschaft in Washington (+Video)

Heute ist ein historischer Tag für Kuba und die Welt. Erstmals nach 54 Jahren ist die kubanische Botschaft wieder offen. Unter „Viva Cuba“ und „Fidel, Fidel“ Rufen wurde die Flagge von Kuba vor der Botschaft gehisst. Knapp 500 Personen nahmen bei dieser Zeremonie teil.

Es versammelten sich auch einige Gegendemonstranten, die gegen Kuba, seine Regierung und die Botschaftseröffnung demonstrierten.

(kubainfos)

Raul Castro: Wir werden den Umgestaltungsprozess in der kubanischen Gesellschaft in unserem Tempo weiterführen

Rede von Armeegeneral Raúl Castro Ruz, Erster Sekretär des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Kubas und Vorsitzender des Staats- und des Ministerrates, beim Abschluss der V. Ordentlichen Sitzungsperiode der VIII. Legistlatur der Nationalversammlung im Kongresspalast am 15. Juli 2015, „57. Jahr der Revolution“

Foto: Estudio Revolución
Foto: Estudio Revolución

(Stenografische Versionen – Staatsrat)

Genossinnen und Genossen:

In den letzten Monaten sind wir Zeugen mehrerer sehr bedeutender Ereignisse für das Land geworden, von denen Sie und unser Volk entsprechend informiert worden sind.

Wie gewohnt erhielten die Abgeordneten in diesen Tagen umfangreiche Information zur Leistung der Wirtschaft während des ersten Halbjahres und zu den geschätzten Ziffern bis zum Jahresende.

Tatsächlich konnte die Tendenz zur Entschleunigung des Wachstums des Bruttoinlandsprodukts, die in den Vorjahren aufgetreten war, umgekehrt werden. Bis zum 30. Juni wuchs das BIP um 4,7 % und wir schätzen ein, dass es zum Jahresende bei 4 % liegen wird. Und das ist sehr gut, wenn man bedenkt, dass wir im vergangenen Jahr nur um 1 % gewachsen sind. Jedoch muss, um diese erwarteten 4 % zu erreichen, noch hart und mit viel Disziplin gearbeitet werden, vor allem in wirtschaftlicher Hinsicht, wie es der Wirtschaftsminister, Marino Murillo, aufzeigte.

Trotz verschiedener Nichterfüllungen wuchs die Produktion der Zucker- und Fertigungsindustrie, sowie des Bauwesens, des Handels, des Tourismus und der Landwirtschaft, obwohl letztgenannte unter den Auswirkungen der starken Dürre zu leiden hat, die im gesamten Landesterritorium auftritt.

In diesem Sinne muss ich auf die Notwendigkeit einer rationelleren Nutzung dieser lebenswichtigen Ressource dringen, auf die sich bereits mehrere Genossinnen und Genossen bezogen haben. Ende Juni nahmen die angestauten Wasservorräte nur 38 % der existierenden Kapazität ein. Heute beträgt sie 36,1 %, wie die Vorsitzende des Instituts für Wasserressourcen, Inés María Chapman, ausführte. Die ungünstigste Lage ist die der Provinzen Guantanamo, Santiago de Cuba, Granma, Las Tunas, Ciego de Avila, Sancti Spiritus und Pinar del Rio.

Eine der größten Unzufriedenheiten in der Vollziehung des Plans liegt im Bereich des Transports, wodurch Schwierigkeiten für die Wirtschaftsleistung hervorgerufen wurden, die auf organisatorische Unzulänglichkeiten und eine niedrige technische Disponibilität im Eisenbahn- und Autotransportsystem, in Verbindung zum Fehlen von Ersatzteilen und Problemen in der Wartung und den Reparaturen, zurückzuführen sind. Verschärft wurde diese Situation auch durch die Verzögerung des Eintreffens im Land von Ausrüstungen für den Plan des vorigen und diesen Jahres, deren Mehrzahl nun im Verlaufe von 2015 eintreffen muss.

Zu dem eben Gesagten kommt die in der kürzlichen Ministerratsberatung getroffene Entscheidung hinzu, Transportmittel und auch Ausrüstungen für das Bauwesen aus der Staatsreserve zur Verfügung zu stellen, sowie die Vertragsabschlüsse für jene Ausrüstungen vorzuziehen, die anfänglich für den Plan 2016 vorgesehen waren.

Während des ersten Halbjahres standen wir strengen externen Finanzrestriktionen gegenüber. Das Land hat jedoch seine Zahlungsverpflichtungen gegenüber den ausländischen Gläubigern und Lieferanten weiterhin riguros eingehalten, eine Praxis, die die allmähliche Wiederherstellung der Glaubwürdigkeit der Wirtschaft des Landes fördert, trotz dessen, dass die US-amerikanische Blockade weiter voll wirksam ist.

Inmitten dieser Schwierigkeiten wurde erreicht, die Sozialleistungen für die Bevölkerung aufrecht zu erhalten, etwas, das wir niemals vernachlässigen werden. Als Zeichen dessen können wir darauf hinweisen, dass sich die epidemiologische Situation des Landes wesentlich verbessert hat.

Auf der anderen Seite wird das Währungs- und Finanzgleichgewicht aufrecht erhalten. Die Inflation im Allgemeinen befindet sich auf dem vorgesehenen Niveau, zwischen 3 und 5 %, wobei wir sehr wohl die berechtigte Sorge der Bevölkerung wegen der hohen Preise der landwirtschaftlichen Produkte kennen, die schneller ansteigen als der Durchschnittslohn.

Sie haben feststellen können, dass im Unterschied zu vorhergehenden Sitzungen der Nationalversammlung diesmal die Information über den Stand der Implementierung der vom 6. Parteitag beschlossenen Leitlinien der Wirtschafts- und Sozialpolitik nicht einbezogen worden ist. Wir haben es für günstig erachtet, uns auf die Erarbeitung des Entwurfs für den Bericht zu diesem Thema zu konzentrieren, der im April 2016 dem 7. Parteitag vorgelegt wird, welcher gestern vom Plenum des Zentralkomitees einberufen wurde.

Trotzdem werde ich mich kurz auf die Hauptaufgaben beziehen, die im Interesse der Aktualisierung unseres Wirtschafts- und Gesellschaftsmodells bewältigt worden sind. Dazu gehören die Ausarbeitung der theoretischen Konzipierung des Sozialismus in Kuba und der strategischen Linien und Bereiche, die bis zum Jahr 2030 das Programm der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung bilden werden. Beide Dokumente werden Bestandteile der Themen sein, die auf dem kommenden Parteitag analysiert werden.

Gleichzeitig wurden Fortschritte in der Erhöhung der Rolle des sozialistischen Staatsbetriebs als grundlegender Figur in der Wirtschaft des Landes gemacht, indem früher getroffene Maßnahmen angepasst und andere einbezogen wurden, die deren flexibleres Funktionieren und ergebnisabhängige Entlohnungssysteme betreffen.

Ebenso wurden in Übereinstimmung mit der Perfektionierung des Betriebssystems verschiedene Umgestaltungen im Prozess der Wirtschaftsplanung vorgenommen, was es ermöglichte, die im Ergebnis der Implementierung der Leitlinien getroffenen Maßnahmen und die Programmierung der Währungsgleichgewichte umfassender in den Plan und den Staatshaushalt einzubeziehen.

Es geht weiter voran in der Erfüllung der Gesamtheit der Maßnahmen, die auf die Vereinigung der Währungen gerichtet sind, was ein außerordentlich komplizierter Prozess ist, der für eine effektive Wirtschaftsleistung unabdinglich ist. Es ist nicht überflüssig, vor unserem Parlament nochmals zu betonen, was bei mehreren Gelegenheiten gesagt worden ist, dass die Bankeinlagen in internationalen Währungen, konvertiblen Pesos (CUC) und kubanischen Pesos (CUP), sowie das Bargeld in den Händen der Bevölkerung und der in- und ausländischen juristischen Personen gewährleistet sein werden.

Auf die gleiche Weise verläuft weiterhin der experimentelle Prozess der Schaffung nichtlandwirtschaftlicher Kooperativen, dessen Prioritäten die Konsolidierung des Funktionierens der bestehenden und der weitere schrittweise Anstieg in der Konstituierung neuer Kooperativen sind, ohne die bereits festgestellten Verzerrungen zu wiederholen.

Hinzu kommt, dass etwas mehr als eine halbe Million Kubaner in zahlreichen Tätigkeiten als Selbstständige arbeiten, eine Zahl, die allmählich weiter wachsen wird, indem eine Reihe gastronomischer und Dienstleistungseinrichtungen für die Bevölkerung in diese Verwaltungsform übergehen, wobei der Staat das Eigentum der Gebäude aufrecht erhält.

Wir werden in unserem Tempo den Umgestaltungsprozess der kubanischen Gesellschaft weiterführen, den wir souverän mit mehrheitlicher Unterstützung des Volkes beschlossen haben, mit dem Ziel des Aufbaus eines erfolgreichen und nachhaltigen Sozialismus, der entscheidenden Garantie unserer Unabhängigkeit.

Das erste Halbjahr war von intensivem internationalem Wirken gekennzeichnet.

Der III. Gipfel der Gemeinschaft lateinamerikanischer und karibischer Staaten (CELAC), der im Januar in Costa Rica stattfand, drückte die feste Forderung nach Beendigung der Wirtschafts-, Handels- und Finanzblockade aus und rief den Präsidenten Obama dazu auf, entschlossen seine umfangreichen Vollstreckungsbefugnisse zu nutzen, um die Anwendung dieser Politik wesentlich zu modifizieren. Nur wenige Tage später äußerte sich der Gipfel afrikanischer Staaten in gleicher Weise.

Der VII. Amerika-Gipfel, an dem Kuba erstmalig teilnahm und der im April in Panama stattfand, war der geeignete Rahmen, damit die Region erneut die Unterstützung für den gerechten Kampf unseres Volkes zum Ausdruck brachte und die Notwendigkeit ansprach, die Art der Beziehungen zur Hemisphäre in dieser Epoche zu ändern, in der sie nicht wie ein Hinterhof behandelt werden kann.

Gerade in Panama hielten wir mit dem Präsidenten der Vereinigten Staaten eine Beratung ab.

Meine Worte bei beiden Events beinhalten die unabänderliche Position der Prinzipien der Außenpolitik der kubanischen Revolution und drücken die Treue zu den Ideen aus, die unser Volk angesichts aller Risiken und Herausforderungen unter Führung des Comandante en Jefe Fidel Castro Ruz verteidigt hat. Das befreit mich davon, sie heute hier zu wiederholen, da sie Ihnen allen gut bekannt sind.

Unterstreichen muss ich jedoch unsere Solidarität mit der Bolivarischen Revolution und der von Präsident Nicolás Maduro angeführten Regierung angesichts der Destabilisierungsversuche und aller anderen Aktionen der ausländischen Einmischung. Mit Zufriedenheit haben wir von den Ergebnissen der ersten Wahlrunde der Vereinigten Sozialistischen Partei Venezuelas erfahren, während wir gleichzeitig aufmerksam den Verlauf der Gespräche zwischen diesem Land und den Vereinigten Staaten verfolgen.

Wir prangern die Destabilisierungskampagnen gegen die Regierung des Präsidenten Rafael Correa und die Bürgerrevolution in Ecuador an, die wir der Solidarität Kubas versichern.

Wir sehen, dass eine imperialistische und oligarchische Offensive gegen die revolutionären und fortschrittlichen lateinamerikanischen Prozesse in Gang gesetzt worden ist, der unsere Völker mit Bestimmtheit entgegentreten werden.

Der solidarische Gruß dieses Parlaments sei Präsidentin Dilma Rousseff und dem brasilianischen Volk übermittelt, die die wichtigen sozialen und politischen Fortschritte der Integration der Region und der Länder des Südens gegen die Versuche, diese rückgängig zu machen, verteidigen.

Anfang Mai nahmen wir in Moskau an der beeindruckenden Begehung des 70. Jahrestages des Sieges gegen den Faschismus teil, eine Tatsache, die niemand entstellen oder aus dem Gedächtnis der Menschheit löschen können wird.

Wir haben bereits frühzeitig, in ebendiesem Saal, davor gewarnt, dass der Versuch, die NATO bis an die Grenzen zu Russland auszudehnen, ernsthafte Bedrohungen für den Frieden und die Internationale Sicherheit mit sich bringen würde.

Heute versichern wir erneut, dass die Absicht, Sanktionen gegen Russland anzuwenden, die Interessen Europas schädigen und höhere Instabilität und neue Gefahren bringen wird. Diese Position wurde durch Kuba von neuem auf dem Zweiten Gipfeltreffen CELAC-Europäische Union eingenommen, wo auch unsere Bereitschaft zum Dialog und zur Zusammenarbeit mit dem Gemeinschaftsblock bestätigt wurde, mit dem wir dabei sind, ein diesbezügliches Abkommen auszuhandeln. Diesmal stand unsere Delgation unter dem Vorsitz des Ersten Vizepräsidenten, Genossen Miguel Díaz-­Canel.

Wir begrüßen das erzielte Abkommen zwischen der Islamischen Republik Iran und der Gruppe der ständig im Sicherheitsrat vertretenen Länder plus Deutschland. Wir betonen erneut unsere Unterstützung des unantastbaren Rechts eines jeden Staates zur friedlichen Nutzung der Atomernergie. Dieses Ergebnis beweist, dass Gespräche und Verhandlungen das einzige wirksame Mittel sind, um die Meinungsverschiedenheiten zwischen den Staaten zu lösen.

Bereits jetzt bereiten wir uns darauf vor, im Monat September Papst Franziskus herzlich, respektvoll und gastfreundlich, so wie er es verdient, zu empfangen.

Weltweite Bewunderung rufen seine Predigt für Frieden und Gleichheit, für die Beseitigung der Armut, die Verteidigung der Umwelt und seine Analyse der Gründe der Probleme der Menschheit hervor, die wir alle aufmerksam verfolgt haben, insbesondere während seiner denkwürdigen Reise durch Ecuador, Bolivien und Paraguay.

Es wurde bereits berichtet, dass am kommenden 20. Juli im Ergebnis der Verhandlungen, die respektvoll und ebenbürtig verlaufen sind, offiziell die diplomatischen Beziehungen zwischen Kuba und den Vereinigten Staaten wiederhergestellt werden und in den jeweiligen Hauptstädten Botschaften eröffnet werden, an erster Stelle die unsere.

Damit wird die erste Phase des am 17. Dezember eingeleiteten Prozesses beendet sein und dann wird ein neuer, langer und komplizierter Abschnitt auf dem Weg zur Normalisierung der Beziehungen beginnen, der das Bestreben erforden wird, Lösungen für die in über fünf Jahrzehnten angestauten Probleme zu finden, die die Verbindungen zwischen unseren Ländern und Völkern beeinträchtigen. Wie wir gesagt haben, geht es darum, eine neue Art der Bindungen zwischen beiden Staaten zu begründen, die verschieden sind von jenen unserer gesamten gemeinsamen Geschichte.

Wie es die Erklärung der Revolutionären Regierung vom 1. Juli besagt, ist es unmöglich, an normale Beziehungen zwischen Kuba und den Vereinigten Staaten zu denken, solange die Blockade bestehten bleibt.

Unter Anerkennung des Aufrufs des Präsidenten Oba­ma an den Kongress der USA, damit dieser die Blockade gegen Kuba aufhebt, die in seiner Erklärung am vergangenen 1. Juli bekräftigt wurde, erwarten wir, dass er seine ausübenden Kompetenzen weiter nutzt, also jene, die er als Präsident ohne die Beteiligung des Kongresses gebrauchen kann, um Aspekte dieser Politik zu demontieren, die unserem Volk Schäden und Entbehrungen beschert. Der Rest der Maßnahmen der Blockade obliegt natürlich dem Parlament, bzw. dem Kongress.

Um die bilateralen Beziehungen zu normalisieren, wird es auch erforderlich sein, dass das durch die Militärbasis illegal besetzte Territorium in Guantanamo zurückgegeben wird, dass die illegalen Radio- und Fernsehübertragungen nach Kuba eingestellt werden, dass die Programme ausgesetzt werden, die auf die Subversion und die interne Destabilisierung gerichtet sind, und dass das kubanische Volk für die menschlichen und wirtschaftlichen Schäden kompensiert wird, die aufgrund der Politik der Vereinigten Staaten hervorgerufen worden sind.

All das zu ändern, was verändert werden muss, ist eine souveräne und exklusive Angelegenheit der Kubaner. Die Revolutionäre Regierung ist bereit, in der Normalisierung der Beziehungen voran zu schreiten, überzeugt davon, dass beide Länder zusammenarbeiten und auf zivilisierte Weise koexistieren können, zum gegenseitigen Nutzen, unabhängig von den Meinungsverschiedenheiten, die wir haben und haben werden, und damit zum Frieden, Sicherheit, Stabilität, Entwicklung und Gleichheit auf unserem Kontinent und in der Welt beitragen.

Genossinnen und Genossen:

Vor wenigen Wochen empfingen wir in der Heimat die Mitglieder der Brigade „Henry Ree­ve“, die an der Bekämpfung von Ebola in Westafrika beteiligt waren, wo sie ein außerordentliches Beispiel an Solidarität, Altruismus und persönlichem Mut lieferten, indem sie sich dieser todbringenden Epidemie entgegenstellten. Unsere ewige Verehrung gilt Jor­ge Juan Guerra Rodríguez und Reynaldo Vi­lla­franca Antigua, den beiden Helfern, die während der Erfüllung dieser Mission an anderen Krankheiten starben.

Auch eine in den kommenden Tagen zurückkehrende kubanische Medizinbrigade betreute mit großem solidarischem Geist die Opfer der Erdbeben in den Bergen von Nepal.

Unser Land wird weiterhin entsprechend seiner Möglichkeiten die internationalistische Pflicht erfüllen, die bedürftigen Völker zu unterstützen, so wie es heute zehntausende Landsleute in über 80 Ländern Lateinamerikas, der Karibik, Afrikas und Asiens tun, gemäß dem Prinzip, dass jene, die die Kosten der Kooperation bestreiten können, dies tun, und dass wir jenen, die über keine Mittel verfügen, weiter helfen.

In nur 10 Tagen werden wir den 62. Jahrestag des Sturms auf die Kasernen Moncada und Carlos Manuel de Céspedes sowie den 500. Jahrestag der Gründung der Stadt Santiago de Cuba begehen. Dort werden wir mit jenem kämpferischen Volk die Freude über diese Ereignisse teilen, — so kämpferisch wie auch der Rest des Landes, einschließlich der Insel der Jugend und ihrer kleinen vorgelagerten Inseln (Beifall) — und wir werden die Worte des Zweiten Sekretärs des Zentralkomitees der Partei, Genossen José Ramón Machado Ven­tura hören (Beifall).

Wer heute diese Heldenstadt mit jener vergleicht, die übrig geblieben war, nachdem sie vor weniger als drei Jahren vom Hurrikan Sandy heimgesucht worden war, wird verstehen können, dass nichts unmöglich ist für ein vereintes Volk wie unseres, das bereit ist, zu kämpfen und das Werk seiner Revolution zu verteidigen.
Wir sehen uns in Santiago,
Vielen Dank (anhaltender Beifall).

 

»Annäherung heißt nicht Anschluss«

Sozialistische Prinzipien und Souveränität aufrechterhalten: Kubas Bevölkerung freut sich über die Normalisierung der Beziehungen zu den USA und zur EU. Ein Gespräch mit Jesús Irsula

Freude über das erste Freundschaftsmatch seit 50 Jahren: Am 2. Juni spielte das Team New York Cosmos in Havanna gegen die kubanische Fußballelf Foto: REUTERS/Enrique De La Osa
Freude über das erste Freundschaftsmatch seit 50 Jahren: Am 2. Juni spielte das Team New York Cosmos in Havanna gegen die kubanische Fußballelf
Foto: REUTERS/Enrique De La Osa

Interview: Markus Bernhardt

Dr. Jesús Irsula lebt in Havanna und ist Mitglied des Künstler- und Schriftstellerverbandes Kubas. Er hat in Leipzig promoviert und war als Übersetzer unter anderem auch für Fidel Castro tätig.

Kuba und die USA eröffnen in der kommenden Woche nach mehr als 50 Jahren wieder ihre jeweiligen Botschaften. Wie beurteilen Sie die gegenwärtige Situation zwischen den beiden Ländern?

Die kubanische Revolution und das kubanische Volk haben nie das Volk der USA als Feind betrachtet. Am 20. Juli werden die diplomatischen Beziehungen mit der Eröffnung der jeweiligen Botschaften nach 55 Jahren wiederaufgenommen. Das ist zweifelsohne ein historisches Ereignis, denn damit könnte der Jahrzehnte andauernde kalte Krieg zu Ende gehen.

Das ist aber nur der erste Schritt. Die kubanische Regierung unterscheidet daher zwischen diplomatischen Beziehungen und der Normalisierung der Beziehungen. Letztere ist ein längerer Prozess, bei dem das Ende der Blockade und die Zurückgabe von Guantánamo unentbehrliche Komponenten sind.

In den USA gibt es viele Menschen, die den Prozess der Normalisierung der Beziehungen unterstützen. Dazu gehören Politiker, Unternehmer, die Mehrheit des einfachen Volkes der USA und die Mehrheit der in den USA lebenden Kubaner. Es gibt aber auch sehr mächtige Kräfte, die alles tun werden, um die laufenden Bemühungen in Richtung Normalisierung zu unterbinden. Ich denke zwar, dass der eingeschlagene Kurs und dessen Ausrichtung unumkehrbar sind. Aber es handelt sich, wie gesagt, um einen langen Prozess, dessen Tempo einerseits vom Tauziehen zwischen den politischen Kräften in den USA und auf der anderen Seite davon abhängen wird, dass die kubanische Regierung gegenüber unserm Volk geschichtlich verpflichtet ist, im Rahmen der Einhaltung der Souveränität zu handeln und zu verhandeln.

Und wie bewertet die kubanische Bevölkerung selbst die aktuelle Entspannungspolitik?

Die kubanische Bevölkerung hat den Prozess mit Freude aufgenommen. Fast sechs Jahrzehnte in quasi einem Kriegszustand mit so einem mächtigen Nachbarn zu leben, war für das kubanische Volk nicht einfach. Es hat viele Menschenleben gekostet, viele Leiden verursacht und zu Engpässen im täglichen Leben geführt. Dieser Kriegszustand äußert sich weiterhin in der Blockade, der Kuba ausgesetzt ist, und hat intern die Organisation des Staates und der Gesellschaft bestimmt. Die Auswirkungen der Blockade spüren wir tagtäglich, vom Mangel eines benötigten Produktes bis hin zu dem blockierten Zugang zu einer Internetseite.

Andererseits darf man nicht vergessen, dass in den USA über eine Million Kubaner leben. Fast jedekubanische Familie hat Familienangehörige dort und freut sich, sollte die Kommunikation in beide Richtungen einmal reibungslos verlaufen. Obwohl dieser Prozess der Normalisierung der Beziehungen am Anfang steht, wird jeder neue Schritt von der Mehrheit der Bevölkerung also mit Befriedigung aufgenommen.

Aber birgt derlei Annäherung an die USA nicht auch Gefahren für das sozialistische Kuba?

Selbstverständlich birgt die Annäherung auch nicht wenige Gefahren. Aber Annäherung heißt nicht Anschluss. Kuba ist und bleibt sozialistisch. Und wichtiger als die Bezeichnung sozialistisch, auf die wir auf keinem Fall verzichten wollen, ist die Aufrechterhaltung der Souveränität und der kulturellen Identität. Im Laufe der kubanischen Geschichte hat sich ein Vaterlandsgefühl entwickelt, was die Besucher unserer Insel nationalen Stolz nennen. Die starke kulturelle Komponente und das Unabhängigkeitsgefühl rüsten uns, um die von vielen als »Umarmung des Todes« bezeichnete Annäherung zu überleben.

Man darf nicht vergessen, dass in den verschiedensten Einsätzen Millionen Kubaner im Ausland gewesen sind. Seit zwei Jahren ist durch den Wegfall der Ausreisegenehmigung sozusagen Reisefreiheit angesagt. Wir haben nicht in einer Kristallurne gelebt. Der Kubaner kann vergleichen und entscheiden, was das Beste ist, oder besser gesagt, was er nicht will. Unsere Bevölkerung genießt ein hohes Bildungsniveau. Verwandte und Freunde klären die Kubaner, die noch nicht im Ausland waren, darüber auf, wie es dort aussieht – mit allen Vor- und Nachteilen. Wir wissen, dass es eine erste, eine zweite, eine dritte und sogar eine vierte Welt gibt.

Da es sich bei der Annäherung um einen langen Prozess handelt, haben wir auch Zeit, uns darauf vorzubereiten. In dieser Hinsicht helfen uns die Bremser des Annäherungsprozesses indirekt. Durch die Maßnahmen von Obama sieht man schon mehr Amerikaner, aber solange die Blockade anhält, wird kein Touristensturm zu spüren sein. Man könnte dann meinen, die Blockade sollte weiterbestehen, aber ihre Auswirkungen sind schlimmer. Das wissen wir wohl. Daher plädieren die Rechten und die Feinde der Normalisierung für ihre Aufrechterhaltung. Mit anderen Worten, die Annäherung oder Normalisierung soll kommen, und mit ihr rückt die von Fidel Castro ausgerufene »Batalla de ideas«, die »Schlacht der Ideen«, in den Vordergrund. Die größte Herausforderung der kubanischen Revolution und zugleich auch entscheidend für ihre Zukunft wird die aktive Beteiligung der Jugend Kubas bei dieser Schlacht sein. Die Geschichte wird dann zeigen, ob sie sich für den Wettstreit um mehr Konsum, Geld und Karriere entscheidet, mit dem Ergebnis, dass zu viele auf der Strecke bleiben. Oder ob es uns gelingt, dass sie die Fahrt in eine neue Welt mit individueller und gesellschaftlicher Entfaltung, Solidarität und Internationalismus fortsetzen.

Und wie bewerten Sie die Politik der Bundesregierung gegenüber Kuba und anderen linken Regierungen Lateinamerikas?

Die deutsche Regierung stand bis heute, was die Beziehungen zu Kuba und Lateinamerika anbelangt, im Schatten der US-Politik. Aus »Respekt« vor ihrem mächtigen politischen Verbündeten, denn Lateinamerika war einst Hoheitsgebiet der Politik der USA. Heute ist aber der Einfluss der USA auf Lateinamerika nicht der wie damals im 20. Jahrhundert. Die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) hat an Bedeutung verloren, und es sind politische und ökonomische Bündnisse entstanden wie Mercosur, die Gemeinschaft der Lateinamerikanischen und Karibischen Staaten (CELAC), oder ALBA. Ganz ohne die Präsenz der USA.

Ihre Frage ist natürlich vor dem Hintergrund der anstehenden Wendezeit der Beziehungen zu sehen. So steht einer Annäherung Deutschlands an Kuba nichts mehr im Wege. Zumal die Verhandlungen zwischenKuba und der EU kurz vor einem Happy-End stehen. Der vom damaligen spanischen Ministerpräsidenten José María Aznar 1996 angeregte »Gemeinsame Standpunkt«, der eine gewisse Eiszeit in den Beziehungen zwischen der EU und Kuba einleitete, wird hoffentlich bald ad acta gelegt werden. Der französische Präsident François Hollande hat als erster das Eis gebrochen und nun kommt Deutschlands Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) zu einem vom Spiegel »historisch« getauften Besuch nach Havanna.

Kein europäisches Land, außer der Exmetropole der karibischen Kolonie, Spanien, hat so eine starke Tradition geerbt, wie sie 40 Jahre Beziehungen zwischen der DDR und Kuba darstellen. Die Ergebnisse dieser Zusammenarbeit leben heute noch in verschiedenen Bereichen der kubanischen Wirtschaft und Kultur weiter. 40.000 Kubaner sprechen Deutsch. Tausende von ihnen haben in Ostdeutschland studiert oder erlangten dort eine Qualifikation. Dazu kommt noch, dass viele deutsche Touristen – an zweiter Stelle nach Kanada – unsere Insel besuchen.

Auch die wichtigsten deutschen Konzerne sind schon in Kuba, und Hunderte mittelständische Unternehmen würden sofort geschäftlich aktiv werden. Es gibt kaum einen Bereich, in dem es nicht eine respektvolle und für beide Seiten vorteilhafte Zusammenarbeit zwischen Kuba und Deutschland geben könnte. Unabhängig vom »Gemeinsamen Standpunkt« der EU ist bereits vieles auf Institutions- und Kommunalebene wirtschaftlich und kulturell gelaufen. Nun könnte man mit dem Segen des Bundes alle Aktivitäten zwischen unseren Ländern vielfach multiplizieren. Damit der Besuch von Steinmeier in Kubader Bezeichnung »historisch« gerecht wird, müssten die Ergebnisse der Reise tatsächlich in diese Richtung weisen.

Sie haben in der DDR studiert und waren kürzlich auf Einladung der Leipziger Linkspartei zu Gast beim kubanischen Festival »La Mariposa«. Dort haben Sie mit Heinz Langer, dem letzten Botschafter der DDR in Kuba, diskutiert. Waren Sie gern wieder in Ihrer alten Wahlheimat? 

Ich habe von 1975 bis 1979 Germanistik studiert und von 1988 bis 1992 in Linguistik promoviert. Ich bin immer wieder gerne in Leipzig. Die Stadt ist meine zweite Heimat, wo ich wunderschöne und prägende Jahre erlebt habe. Ich habe mich gefreut, viele Freunde und Studienkollegen, auch meinen Doktorvater Professor Wotjak, zu treffen. Ich würde gerne die Beziehungen zwischen Leipzig und Kuba über meinen Freundeskreis hinaus erweitern, vielleicht in einer Art Städtepartnerschaft zwischen Leipzig und Havanna.

http://www.jungewelt.de

Nationalversammlung in Kuba: Zukunft auf solide Basis stellen

Am zweiten Tag widmeten sich die Abgeordneten der Nationalversammlung den Themen, die für das Voranschreiten des Landes und für das Wohlergehen des kubanischen Volkes von zentraler Bedeutung sind.

Die für Wirtschaftsfragen zuständige Kommission erörterte zusammen mit der für Industrie, Bauwesen und Energie zuständigen Kommission die Hauptursachen für den schleppenden Vertrieb von Baumaterialien. Die Erfüllung der Maßgaben bei der lokalen Herstellung von Baumaterial wurde als mäßig bewertet. Außerdem wurde festgestellt, dass die Wirtschaftsplanung nicht vorausschauend war und nicht rechtzeitig erfolgte, was die angemessene Erfüllung des Plans verhinderte.

Leonardo Acuña von der Landwirtschaftskommission nahm Bezug auf die niedrigen Löhne der Arbeiter, die die Maschinen reparieren Foto: Jorge Luis González

Was die Zementproduktion angehe, gebe es im Augenblick mehr Produktionskapazität als Mittel für den Transport zur Verfügung stünden. Derzeit suche man nach Alternativen auf dem Seeweg oder auf der Schiene.

Es wurde dazu aufgerufen, soviel wie möglich vor Ort zu produzieren und alle dort zur Verfügung stehenden Ressourcen zu nutzen. Das bringe weniger Kosten mit sich und schalte die Zwischenhändler aus. Außerdem würden so Arbeitsplätze vor Ort geschaffen, eine Dynamik in der Wirtschaft und ein Zusammenwirken mit anderen lokalen Programmen wie etwa auf dem Gebiet Wasser oder Landwirtschaft erreicht.

Den Abgeordneten wurde bekannt gegeben, dass man damit rechne, Ende des Jahres etwa 30.000 Wohnungen fertiggestellt zu haben.

Was die Qualität der Materialien angehe, wurde betont, dass eine systematische Kontrolle unerlässlich sei, damit nicht schlecht verarbeitetes Material in den Läden liegenbliebe. Auch müsse die Preisgestaltung dort laufend überprüft werden.

Tania Duconger, die Vorsitzende der Kommission für Überwachung der Dienstleistungen, zeigte die Reihe von Regelmissachtungen auf, die die Abgeordneten bei ihren Kontrollbesuchen bemerkten. „Überall fehlt es an Läden, die ehrlich geführt werden“, betonte Ramiro Valdés.

In der Kommission für Kindheit, Jugend und Gleichberechtigung der Frau wurde unter anderem die Situation der nichtstaatlichen Kinderbetreuung erörtert Foto: Jorge Luis González

Parlamentspräsident Esteban Lazo wies darauf hin, dass es selbst bei den Zuwendungen, die der Staat den Hilfsbedürftigen zukommen lasse, Unregelmäßigkeiten gegeben habe. Dies verdiene eine doppelte Bestrafung wegen der Unmenschlichkeit solchen Handelns.

Sorge für die Alten

Angesichts der Alterung der kubanischen Gesellschaft lag es nahe, dass die Kommission für Gesundheit und Sport sich mit den neuen Maßnahmen für Altenheime und Tagespflegeheime beschäftigte.

Die Abgeordneten stellten bei ihren Kontrollen strukturelle Mängel, mangelnde Überwachung der Finanzen, mangelnde Belieferung mit Obst und Gemüse, beschädigtes Mobiliar, Probleme bei der Wäscherei u.ä. fest. Für das Jahr 2015 sind 66 Millionen Pesos für die Instandhaltung dieser Art Institutionen vorgesehen, von denen bereits 40 Millionen investiert wurden.

Es gibt zurzeit in Kuba 258 Tagespflegeheime, 23 mehr als im Jahr 2013. Die Zahl der Altenheime beläuft sich auf 144 mit insgesamt 11.505 Betten.

Eine große Herausforderung stellt die Zahl der Alzheimer-Patienten dar, von denen es in Kuba etwa 150.000 gibt. Nur vier Tagespflegeheime sind darauf eingerichtet Alzheimer-Kranke aufzunehmen. Deren Erfahrungen werden studiert, damit man sie auf das ganze Land ausdehnen kann.

Vizegesundheitsminister Alfredo González hob hervor, dass die Ausstattung mit technischen Hilfsmitteln für Ältere prioritär sei. Dies betreffe nicht nur die Heime, sondern auch die Privathaushalte.

Und immer wieder das Problem mit dem Müll

Der Müll ist und bleibt ein ungelöstes Problem, das nicht nur die Umgebung der Bürger verschandelt, sondern auch eine Gefährdung der Gesundheit darstellt.

Die Kommission für juristische Angelegenheiten und Angelegenheiten der Verfassung debattierte darüber, wie man sich darauf vorbereitet, dem Drogenkonsum zu begegnen Foto: Jorge Luis González

Die Kommission sagte, es sei schmerzlich zu sehen, dass, obwohl dieses Thema immer wieder auf der Tagesordnung stehe, sich noch keine Lösungstrategie zeige, die die Vermehrung von wilden Müllkippen verhindere.

Eine Ursache dafür sei, so sagte die Direktorin des Ministeriums für Wirtschaft und Planung, Aizel Llanes Fernández, dass die kommunalen Dienste, die mit der Müllabfuhr betraut sind, noch diverse andere Aufgabe zu erledigen hätten. Der niedrige Stand der Technik ihrer Ausrüstung, die Größe der Müllcontainer und Muldenkipper und mangelnde Ersatzteile seien weitere negative Faktoren.

Obwohl für die Stadt Havanna 9.380 Müllcontainer importiert worden seien, müssten bereits 6.000 ersetzt werden, weil sie wegen disziplinlosen Umgangs mit ihnen sehr schnell unbrauchbar werden.

Dem Wasser gilt besondere Aufmerksamkeit

Die Abgeordneten erhielten den detaillierten Bericht über die Wasserversorgung und die Qualität des für den menschlichen Verbrauch gedachten Wassers, um den sie in der Sitzungsperiode im Dezember letzten Jahres gebeten hatten.

Die Präsidentin des Nationalen Instituts für Hydraulische Ressourcen (INRH), Inés María Chapman, erklärte, dass die Nationale Wasserpolitik vier Prioritäten setze: die rationale und produktive Nutzung des vorhandenen Wassers, die effiziente Nutzung der errichteten Infrastruktur, die Überwachung der Risiken, die mit der Wasserqualität zu tun haben und die Risiken, die mit extremem klimatischen Ereignissen in Verbindung stehen.

Die Qualität des Wassers habe damit zu tun, woher es stamme. In diesem Zusammenhang wies sie darauf hin, dass das Wasser der Leitungsnetze durch Wasseraufbereitungsanlagen behandelt werde. Es existierten zurzeit aber 14.000 kontaminierende Herde, die eine Gefährdung der Wasserqualität darstellten.

Durchgeführte Studien hätten erwiesen, dass das Land ca. 11 Milliarden Pesos in den nächsten 50 Jahren benötige, um die Probleme der Wasserversorgung und der Wasserreinigung zu lösen.

Lösungen, zugeschnitten für jedes Gebiet

Die Kommission für Erziehung, Kultur, Wissenschaft, Technologie und Umwelt und die Kommission Jugend, Kindheit und Gleichberechtigung der Frau debattierten über die Polytechnischen und die Berufsschulen.

Es wurde darauf hingewiesen, dass, auch wenn der Ausbildung von Technikern auf mittlerem Niveau und von Facharbeitern entsprechend den Bedürfnissen des Landes weiter Priorität eingeräumt werde, diese nicht genügend objektiv verlaufe, was zu Unbehagen bei Familien und Schülern führe.

So sei zum Beispiel der Bedarf, den Organismen der Landwirtschaft anmelden, ungenügend, obwohl es ihnen an qualifiziertem Personal fehle. Andere Organismen meldeten mehr an, als es der ökonomischen Entwicklung des Gebiets entspreche. Einige Betriebe hätten seit Jahren keine Ausbildungsplätze beantragt, verlangten aber Sondergenehmigungen, um nicht entsprechend qualifiziertes Personal einzusetzen.

Ein notwendiger Entwurf

Ein anderes Thema war die selbstständige Arbeit derjenigen, die sich der Betreuung von Kindern widmen. Es wurde festgestellt, dass die Eltern im allgemeinen Zufriedenheit mit der Betreuung signalisierten, obwohl sie weiterhin der Option der staatlichen Betreuung den Vorzug geben. Gründe dafür seien die bessere Sozialisierung der Kinder, die bessere Qualität und der Umstand, dass man monatlich nicht so hohe Beiträge zahlen müsse, ausschlaggebend.

Andererseits waren die Eltern der Meinung, dass man diese nichtstaatliche Form als eine aktuelle Option fördern sollte. In vielen dieser nichtstaatlichen Einrichtungen, die monatlich von Gesundheitsinspektoren und Familienärzten besucht werden, waren die Bedingungen gut.

Es wurden allerdings auch andere Fälle entdeckt. Deswegen müssten alle Organisationen (CDR, Frauenverband, Gesundheitsministerium etc.) konstant diese Orte, die sich der Betreuung Minderjähriger widmen, überwachen.

Rechtzeitige Vorbeugungsmassnahmen

Mit einem präventiven Ansatz von pädagogischem und allgemeinem Charakter, der die Familie und die Schule in das Zentrum der Aktionen stellt, diskutierten die Mitglieder des Ausschusses für Verfassungs- und Rechtsfragen die Maßnahmen, die das Bildungssystem ergreift, um den Risiken des Drogenkonsums zu begegnen.

Die stellvertretende Bildungsministerin Irene Rivera Ferreiro berichtete über das Programm zur Vorbeugung von Suchtkrankheiten im Bildungswesen, das über anderthalb Millionen Schüler und mehr als 9000 Institutionen erfasst. Sie erläuterte die Behandlung des Themas durch den Lehrplan und als Inhalt der Weiterbildung.

Die Strategien umfassen in der Grundstufe die Untermauerung einer gesunden Lebensführung sowie die Erläuterung der gesundheitlichen Schädigungen, die durch den Konsum von Zigaretten und Alkohol verursacht werden.

In den höheren Klassenstufen gehe es dann um die Information zu den Schäden durch legale und illegale Drogen, einschließlich Psychopharmaka und synthetische Cannabinoide. In den Klassenstufen ab der 10. Klasse wiederum werden Themen der Rechtskultur priorisiert, sowie Kenntnisse über das Strafgesetzbuch und die Verantwortung derer vermittelt, die in Tatbestände dieser Art verwickelt sind.

Unter den wichtigsten Maßnahmen hob sie die Qualifizierung von Schulleitern und Lehrern auf allen Ebenen hervor, wobei die Vorschläge auf die Besonderheiten des jeweiligen Ortes abgestimmt sein müssen. Wichtig sei ebenso die Produktion von Broschüren und audiovisuellen Produkten, die bei den Schülern kritische Ansichten über die konsumierten Stoffe fördern sollen.

Weiter ging sie auf die Aktualisierung der Schulverordnungen und des Bildungswesens ein, die ihrer Bestätigung entgegensehen. Als sehr ernster Verstoß gelte es, jedwede Droge zu beschaffen, zu besitzen, zu konsumieren und ihre Einnahme zu stimulieren. Die Strafen reichen von einer Versetzung in eine andere Bildungseinrichtung bis zur Trennung vom nationalen Bildungssystem für jene, die über 16 Jahre alt sind. Im Falle von Lehrern werden diese aus dem Bildungswesen entfernt.

Celso Gómez, Beamter des Mi­nisteriums für Hochschulbildung, sprach über das dort anzuwendende Programm und wies auf die Notwendigkeit hin, die Lehrkräfte viel besser vorzubereiten und das Risiko in diesem Ausbildungsniveau nicht zu unterschätzen.

Maria Esther Reus, Justizministerin, rühmte die Entwicklung dieser präventiven und systemischen Pläne und erkannte die privilegierte Situation Kubas in Fragen der Konfrontation mit dem Drogenkonsum an, da es sich auf ein umfassendes Programm stützt.

Dass der Ausschuss dieses Thema behandele, bedeute nicht, dass das Phänomen ein Problem in unserer Gesellschaft sei, sagte dessen Vorsitzender, Jose Luis Toledo. Dies entspreche vielmehr dem höchsten Interesse, den öffentlichen Frieden zu gewährleisten.

Zucker Agrar-Industrie im Fokus des Parlaments

Der Ausschuss für Landwirtschaft und Ernährung widmete sich der Zucker-Agrarindustrie und insbesondere der Analyse der Ergebnisse der letzten Zafra, die kürzlich beendet wurde. Desweiteren ging es um die Vorbereitung des kommenden Produktionszyklus, den Verlauf des Investitionsprozesses sowie um ausstehende Forderungen und Verbindlichkeiten.

Auch wenn die Zuckerproduktion 2014-2015 mit einem Wachstum um 18% bessere Ergebnisse als die vorhergehende Kampagne aufwies, genügt dieses Ergebnis jedoch nicht den gestellten Erwartungen, da etwa 70 000 Tonnen Zucker (4 % des Plans) weniger als geplant produziert wurden.

Im folgenden Jahr muss ein Wachstum von 8 bis 10 % in der Zuckerproduktion erreicht werden. Die Gruppe AZCUBA sucht nach ausländischer Finanzierung und arbeitet an der Erstellung eines Katalogs von Investitionen. Es werden strategische Verbindungen konsolidiert und auch nicht traditionelle Märkte von Landmaschinen und Industrieanlagen erkundet.

http://www.granma.cu

Dieser Artikel wurde von Kuba Infos auf Grund der Länge um einen Absatz gekürzt. Der vollständige Artikel findet ihr hier.

Fidel Castro gratuliert Alexis Tsipras

Meldung der Nachrichtenagentur ANA-MPA über den Brief Fidels
Meldung der Nachrichtenagentur ANA-MPA über den Brief Fidels

Wie griechische Medien am Montagabend berichteten, hat der frühere kubanische Präsident Fidel Castro dem griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras in einem Brief zum Erfolg des »Nein« beim Referendum am Sonntag gratuliert. Unter anderem die staatliche Nachrichtenagentur ANA-MPA dokumentierte in ihrem griechischen Dienst das Schreiben des „Comandante en Jefe“.

Wir dokumentieren nachstehend in eigener Übersetzung den Wortlaut des Briefs von Fidel Castro an Alexis Tsipras.

Seine Exzellenz, Herr Alexis Tsipras
Ministerpräsident von Griechenland,

ich beglückwünsche Sie zu ihrem strahlenden politischen Sieg, dessen Details ich aus der Nähe über den Kanal TeleSur verfolgt habe.

Griechenland ist den Kubanern sehr vertraut. Es lehrte uns, als wir in der Schule lernten, Philosophie, Kunst und Altertumswissenschaften und damit die komplizierteste aller menschlichen Aktivitäten: die Kunst und Wissenschaft der Politik.

Ihr Land, insbesondere sein Mut in der gegenwärtigen Lage, weckt unter den Völkern Lateinamerikas und der Karibik Bewunderung, wenn sie sehen, wie Griechenland gegen äußere Aggressionen seine Identität und Kultur verteidigt. Sie vergessen auch nicht, dass Mussolini ein Jahr nach dem Angriff Hitlers auf Polen seinen Truppen befahl, Griechenland zu überfallen, und dass dieses mutige Land die Aggression zurückschlug und die Invasoren zum Rückzug zwang, was die Entsendung deutscher Panzereinheiten nach Griechenland notwendig machte, die so von ihrem ursprünglichen Ziel abgezogen wurden.

Kuba kennt den Wert und die Kampfkraft der russischen Truppen, die vereint mit den Kräften ihres mächtigen Verbündeten Volksrepublik China und anderen Nationen des Mittleren Ostens und Asiens immer versuchen werden, den Krieg zu verhindern, die aber niemals eine militärische Aggression ohne umfassende und zerstörerische Antwort zulassen würden.

In der aktuellen politischen Lage des Planeten, in der der Frieden und das Überleben unserer Gattung an einem seidenen Faden hängen, muss jede Entscheidung mehr denn je aufmerksam entwickelt und umgesetzt werden, so dass niemand an der Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit zweifeln kann, mit der viele der verantwortungsbewussten und ernsthaften Führungspersönlichkeiten heute gegen die Gefahren kämpfen, die die Welt bedrohen.

Wir wünschen Ihnen, lieber Compañero Alexis Tsipras, den größtmöglichen Erfolg.

Herzlich

Fidel Castro Ruz                                                        

5. Juli 2015
20.12 Uhr

www.redglobe.de

original Brief in spanisch: www.granma.cu

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Botschaft von Raul Castro an den Premierminister Griechenlands

Santiago de Cuba mit bedeutenden Neuerungen zum 500 Jahre Jubiläum

Die karibische Stadt Santiago de Cuba im Südosten von Kuba hat einen festreichen Monat vor sich. Seit dem 3. Juli bis zum 9. Juli findet das „Fiesta del Fuego“ statt. Am 22. Juli beginnt dann der Karneval, der am 26. Juli seinen Höhepunkt erreichen wird. Der 26. Juli ist der Jahrestag der Attacke auf die „Moncada Kaserne“, die den Beginn der Revolution einläutete. Dieses Jahr jährt sich jedoch noch ein ganz besonderes Ereignis. Santiago feiert das 500 Jahre Jubiläum seiner Gründung im Jahr 1515.

parque cespedes santiago de cuba vista aerea

Santiago de Cuba wurde 2012 vom Hurrikan „Sandy“ sehr stark in Mitleidenschaft gezogen. Um die 130’000 Häuser wurden beschädigt. Davon 15’000 komplett zerstört. Es entstand ein Sachschaden von ca. 2 Milliarden US Dollar. Dank gut funktionierendem Katastrophenschutz konnte man die Menschen in gefährdeten Gebieten rechtzeitig in Sicherheit bringen. Wenn man jedoch die Bilder der Zerstörung sieht, dann darf man froh sein, dass nicht mehr als 9 Menschen sterben mussten. Schon zwei Tag nach dem Hurrikan begangen Brigaden aus allen Landesteilen, der Stadt beim Wiederaufbau zu helfen.

zerstörtes Santiago de Cuba nach dem Hurrikan
zerstörtes Santiago de Cuba nach dem Hurrikan „Sandy“ http://www.abc.net.au

Fast drei Jahre nach der Katastrophe blüht die Stadt auf, als hätte es nie einen Hurrikan gegeben. Im letzten Jahr wurden die verschiedensten Großprojekte als Geschenk an die Stadt und seine Bevölkerung lanciert. So erhält Santiago eine Uferpromenade (Malecón). Seine Bucht wird dadurch stark aufgewertet und in Zukunft einen viel grösseren Stellenwert als Naherholungsgebiet erhalten. In einem ehemaligen Lagerhaus an der Uferpromenade wird in Zukunft Bier gebraut und frisch ausgeschenkt. Aber auch Spielplätze, verschiedene Fitness- und Sportplätze, Parks und Restaurants, unter anderem ein „schwimmendes“ in der Bucht und ein umgebauter Bahnwagen, säumen die Promenade. Diese soll zum Zentrum für Touristen und Einheimische gleichermaßen werden. In einer weiteren Etappe wird diese Promenade noch verlängert. Sogar eine Straßenbahnlinie ist geplant.

Doch nicht nur am Hafen wird gebaut. In der ganzen Stadt gab und gibt es zahlreiche Baustellen. Santiago möchte mehr und mehr zur touristischen Hauptstadt des Ostens und Ergänzung Havannas werden.

neu renovierte Kathedrale in Santiago www.granma.cu
neu renovierte Kathedrale in Santiago http://www.granma.cu

Die wichtigsten Neuerungen:

-Am südlichen Teil der Bucht wird das Hotel Punta Gorda gebaut. Es bietet eine hervorragende Aussicht auf die Marina und das Castillo del Morro. Die internationale „Marina“ wird außerdem bis zum Jahr 2030 komplett erneuert. Details zu den Plänen sind jedoch noch nicht bekannt.

Das „Gran Hotel Imperial“ im Zentrum wird nach 20 Jahren (!) neu eröffnet. Auf 5 Stockwerken bietet das Hotel, das im frühen 19. Jahrhundert erbaut wurde, Zimmer und Suiten im 4-Sterne-Standart. Aber auch Restaurants, Cafés und Shops. Auch das Hotel Casa Grande und das auf einem Gipfel der Sierra Maestra thronenden Hotel Grand Piedra wurden renoviert und erweitert.

-Der “Puerto Guillermón Moncada” , der zweitgrößte Frachthafen Kubas wird bis zum 2018 mit chinesischer Unterstützung ausgebaut. Das Projekt kostet um die 120 Millionen US Dollar und wird in Zukunft auch das Entladen von Schiffen mit 40’000 Tonnen Last ermöglichen.

-Die Stadt erhält am bekannten „Plaza del Marte“,  im „La Iris“ eine Sportsbar mit Grossleinwand und sechs TV’s für die Übertragung von verschiedenen Sportanlässen. Für Kunstinteressierte wird ein „Keramikhaus“ eröffnet, das als Shop für Keramikprodukte, Übungsraum und Kunstgalerie gleichermaßen dienen wird. Als Erholung für die ganze Familie wird auch der neu eröffnete Ocio Club mit Videospielhalle, Minigolf, Billard und Schwimmbad dienen.

-Am 26. Juli eröffnet eine neue Zugverbindung Santiago de Cuba nach Mella und bis Alto Cedro in der Gemeinde Cueto, Provinz Holguin.

– Der Busbahnhof am Plaza de la Revolución wird erneuert und erweitert.

-Santiago erhält neue Personentransportschiffe für Fahrten vom neuen Malecon bis in die Bucht zu der Marina Marlin am Punta Gorda.

-verschiedene Strassen wurden neu renoviert. Unter anderem wurde die „Avenida Santiago“ gebaut.

Santiagos Freizeitpark und Zoo wurde renoviert und erweitert und erhält außerdem ein Internetcafé.

-Im Hotel „Santiago“ wird am 26. Juli  ein „Casa del Habano“ eröffnet. Dort wird man kubanische Zigarren, Rum und Kaffee kaufen können. Es ist das erste dieser Art im Oriente.

Baustelle "Malecon" in Santiago de Cuba, AIN FOTO/Miguel RUBIERA JUSTIZ
Baustelle „Malecon“ in Santiago de Cuba, AIN FOTO/Miguel RUBIERA JUSTIZ

Ein aktuelles Video mit spektakulären Aufnahmen von Santiago de Cuba:

(kubainfos)

Brief des Präsidenten Barack Obama an Raúl Castro

Dies ist ein wichtiger Schritt vorwärts im Prozess der Normalisierung der Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern und Völkern, den wir im letzten Jahr begonnen haben

Seine Exzellenz

Raúl Castro Ruz

Präsident des Staats- und des Ministerrats der Republik Kuba

Havanna

Sehr geehrter Herr Präsident,

Es freut mich bestätigen zu können, dass nach Gesprächen auf hoher Ebene zwischen unseren beiden Regierungen in Übereinstimmung mit internationalem Recht und internationalen Praktiken, die Vereinigten Staaten von Amerika und Kuba beschlossen haben, ihre diplomatischen Beziehungen wiederaufzunehmen und am 20. Juli 2015 ständige Vertretungen in ihren jeweiligen Ländern zu eröffnen.

Dies ist ein wichtiger Schritt vorwärts im Prozess der Normalisierung der Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern und Völkern, den wir im letzten Jahr begonnen haben.
Bei ihrer Entscheidung wurden die Vereinigten Staaten ermutigt von der gegenseitigen Absicht respektvolle Beziehungen der Zusammenarbeit zwischen unseren beiden Völkern und Regierungen zu entwickeln, die mit den Vorsätzen und Prinzipien übereinstimmen, wie sie in der Charta der Vereinten Nationen festgelegt sind. Zu diesen gehören solche, die sich auf die souveräne Gleichheit der Staaten, die Lösung internationaler Kontroversen mit friedlichen Mitteln, die Achtung der territorialen Integrität oder der politischen Unabhängigkeit von Staaten, die Respektierung der Gleichberechtigung und Selbstbestimmung der Völker, die Nicht-Einmischung in die inneren Angelegenheiten der Staaten, die Förderung der Achtung der Menschenrechte und fundamentale Freiheiten für alle beziehen.
Die Vereinigten Staaten und Kuba gehören beide der Wiener Konvention über Diplomatische Beziehungen vom 18. April 1961 und der Wiener Konvention über Konsularische Beziehungen vom 24. April 1963 an. Es freut mich,die Vereinbarung der Vereinigten Staaten bestätigen zu können, dass diese Übereinkünfte auf die diplomatischen und konsularischen Beziehungen zwischen unseren Ländern angewandt werden.

Mit freundlichen Grüßen

Barack Obama

original Übersetzung aus www.granma.cu

Brief von Raul Castro an Obama