Bruder Obama (Artikel von Fidel Castro zum Besuch von Obama)

Wir haben keine Geschenke des Imperiums nötig. Unsere Anstrengungen sind rechtmäßig und friedlich, denn sie entsprechen unsere Verpflichtung gegenüber dem Frieden und der Brüderlichkeit aller Menschen, die auf diesem Planeten leben.

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Die spanischen Könige brachten uns die Konquistadoren und die Herren, deren Spuren in den kreisförmigen Claims, die den Goldsuchern für ihre missbräuchliche und beschämende Ausbeutung im Sand der Flüsse zugewiesen wurden, man von der Luft aus noch immer an vielen Stellen des Landes erkennen kann.

Der Tourismus von heute besteht größtenteils darin, die Schönheiten der Landschaft und die exquisiten Früchte unserer Meere anzupreisen, und daran ist immer das Privatkapital der großen ausländischen Unternehmen beteiligt, deren Gewinne jeweils Milliarden von Dollar erreichen müssen, um überhaupt der Rede wert zu sein.

Da ich mich gezwungen sah, das Thema anzusprechen, muss ich vor allem für die Jugendlichen hinzufügen, dass nur Wenige sich der Wichtigkeit dieses Umstandes in diesem einzigartigem Moment der menschlichen Geschichte bewusst sind.

Ich will nicht sagen, dass es schon zu spät ist, aber ich zögere nicht zu sagen, dass wir nicht ausreichend informiert sind, weder Sie noch wir, dass wir weder das Wissen noch das Bewusstsein haben, das nötig wäre, um den gegenwärtigen Herausforderungen zu begegnen. Zuerst sei zu beachten, dass unser Leben nur ein Sekundenbruchteil der Geschichte ausmacht, und wir außerdem den Lebensbedürfnissen, die alle Menschen haben, nachkommen müssen. Das menschliche Wesen tendiert dazu, seine Rolle überzubewerten, was andererseits im Gegensatz zu der außergewöhnlichen Zahl von Menschen steht, die die höchsten Träume verkörpern.

Jedoch ist niemand von sich aus gut oder schlecht. Keiner von uns ist für die Rolle geschaffen, die er in der revolutionären Gesellschaft einnehmen sollte. Teilweise hatten wir Kubaner das Privileg, auf das Beispiel José Martís zurückgreifen zu können. Ich frage mich sogar, ob er wirklich in Dos Ríos sterben musste, als er sagte „Für mich ist es Zeit“ und gegen die spanischen Streitkräfte vorpreschte, die, im Schützengraben verschanzt, eine solide Feuerlinie bildeten. Er wollte nicht in die Vereinigten Staaten zurückkehren und es gab niemanden, der ihn zur Rückkehr hätte veranlassen können. Jemand hat einige Seiten aus seinem Tagebuch herausgerissen. Wer hat diese perfide Schuld auf sich geladen? Es war zweifellos das Werk eines skrupellosen Intriganten. Man weiß, dass es Meinungsunterschiede zwischen den Kommandeuren gab, aber von Undiszipliniertheiten ist nichts bekannt. „Wer versucht, sich Kuba anzueignen, erntet den Staub seiner in Blut getränkten Erde, falls er nicht im Kampf umkommt“, erklärte der ruhmreiche schwarze Anführer Antonio Maceo. Man weiß auch, dass Maximo Gómez der disziplinierteste und bescheidenste militärische Führer unserer Geschichte war.

Wie könnte man, aus einem anderen Blickwinkel betrachtet, nicht die Empörung von Bonifacio Byrne bestaunen, der von einem entfernten Schiff aus, das ihn nach Kuba zurückbrachte, eine andere Fahne neben der mit dem einsamen Stern wahrnahm und sagte: „Meine Fahne ist jene, die noch nie eine Söldnerfahne gewesen ist …“, um dann sogleich einen der schönsten Sätze, die mir jemals zu Gehör gekommen sind, hinzuzufügen: „Wenn meine Fahne irgendwann Gefahr laufen sollte, in Fetzen zu gehen … werden unsere Toten noch ihre Arme erheben und sie zu verteidigen wissen! …“ Ich werde auch nicht die zündenden Worte vergessen, die Camilo Cienfuegos in jener Nacht aussprach, als Bazookas und Maschinengewehre US-amerikanischen Ursprungs in den Händen von Konterrevolutionären auf die Terrasse gerichtet waren, auf der wir uns befanden. Obama wurde im August 1961 geboren, wie er selber sagte. Über ein halbes Jahrhundert ist seit jemen Moment vergangen.

Lasst uns trotzdem einmal betrachten, wie unser illustrer Gast heute denkt:

„Ich bin hierher gekommen, um die letzten Spuren des kalten Krieges in den Amerikas hinter mir zu lassen. Ich bin hierher gekommen, um dem kubanischen Volk in Freundschaft meine Hand auszustrecken.“

Darauf folgte sofort eine Flut von Konzepten, die für die Mehrheit von uns völlig neu waren:

„Wir leben beide in einer von den Europäern kolonisierten neuen Welt“, fuhr der Präsident der Vereinigten Staaten fort. „Kuba wurde, genau wie die Vereinigten Staaten, von aus Afrika geholten Sklaven gebildet. Genau wie die Vereinigten Staaten hat Kuba ein Erbe von Sklaven und Sklavenhaltern.“

Die Ureinwohner kommen in der Vorstellung Obamas nicht vor. Er sagt auch nicht, dass die rassische Diskriminierung von der Revolution beseitigt wurde, dass die Rente und der Lohn aller Kubaner von dieser beschlossen wurde, als Obama gerade 10 Jahre alt war. Die verhasste und rassistische bürgerliche Gewohnheit, Handlanger zu beauftragen, die schwarzen Landleute aus den Erholungszentren zu werfen, wurde von der Revolution abgeschafft. Sie geht auch wegen der Schlachten in die Geschichte ein, die sie in Angola gegen die Apartheid schlug, wobei die Präsenz der Nuklearwaffen auf einem Kontinent mit mehr als einer Milliarde Bewohnern ein Ende gesetzt wurde. Das eigentliche Ziel unserer Solidarität war nicht das, sondern Angola, Mosambik, Guinea Bissau und anderen unter der faschistischen Kolonialherrschaft Portugals stehenden Völkern zu helfen.

1961, kaum ein Jahr und drei Monate nach dem Sieg der Revolution, wurde eine mit Kanonen, gepanzerter Infanterie und Flugzeugen ausgestattete Söldnerarmee ausgebildet und startete, begleitet von Kriegsschiffen und Fluzeugträgern der Vereinigten Staaten, einen Überraschungsangriff auf unser Land. Diese heimtückische, durch nichts zu rechtfertigende Attacke kostete unser Land Hunderte von Toten und Verletzten. Nirgendwo konnte man seitens der Pro-Yankee-Angriffsbrigade feststellen, dass auch nur ein Söldner evakuiert worden wäre. Kampfflugzeuge der USA wurden vor den Vereinten Nationen so dargestellt, als ob es von Aufständischen geflogene kubanische Flugzeuge wären.

Die militärische Erfahrung und Macht dieses Landes ist hinreichend bekannt. In Afrika haben sie auch geglaubt, dass das revolutionäre Kuba leicht außer Gefecht zu setzen sei. Der Angriff motorisierten Brigaden des rassistischen Südafrika auf den Süden Angolas brachte sie bis in die Nähe Luandas, der Hauptstadt des Landes. Hier begann ein Kampf, der sich praktisch 15 Jahre hinzog. Ich würde das nicht einmal erwähnen, wenn ich nicht die elementare Pflicht hätte, auf die Rede Obamas im Gran Teatro deLa Habana Alicia Alonso zu reagieren.

Ich werde auch nicht versuchen in Details zu gehen, sondern nur betonen, dass man dort eine ehrenvolle Seite im Kampf um die Befreiung des Menschen geschrieben hat. In gewisser Weise wünschte ich, dass Obama sich korrekt verhalten würde. Seine bescheidene Herkunft und seine natürliche Intelligenz sind offensichtlich. Mandela war sein Leben lang im Gefängnis und verwandelte sich in einen Giganten des Kampfes um die Würde des Menschen. Einmal geriet mir ein Buch in die Hände, in dem Teile des Lebens von Mandela beschrieben wurden und – welche Überraschung! – es hatte ein Vorwort von Obama. Ich habe es schnell durchgeblättert. Es war unglaublich, in welch kleiner Schrift Mandela seine genauen Angaben macht. Es lohnt sich, Menschen wie ihn kennengelernt zu haben.

Über die Episode in Südafrika sollte ich noch über eine weitere Erfahrung sprechen. Ich war wirklich daran interessiert, mehr Einzelheiten über die Art und Weise zu erfahren, wie die Südafrikaner an die Nuklearwaffen gekommen waren. Ich hatte nur die sehr präzise Information, dass es nicht mehr als zehn oder zwölf Bomben waren. Eine sichere Quelle wäre das Buch des Professors und Forschers Piero Gleijeses: „Missionen in Konflikt: Havanna, Washington und Afrika 1959 –1976“ gewesen, eine ausgezeichnete Arbeit. Ich wusste, dass er die sicherste Quelle für die Ereignisse darstellte, und so sagte ich es ihm. Er antwortete mir, dass er nicht weiter über diese Sache gesprochen hätte, weil er in dem Text auf die Fragen des Compañero Jorge Risquet eingegangen sei, der kubanischer Botschafter und Mitarbeiter in Angola und ein enger Freund von ihm war. Ich machte Risquet ausfindig, der mit anderen Aufgaben betraut, gerade dabei war einen Kurs zu beenden, der noch einige Wochen dauern würde.

Diese Aufgabe fiel zeitlich mit einer jüngeren Reise von Piero in unser Land zusammen. Ich hatte ihn darauf hingewiesen, dass Risquet schon betagt und seine Gesundheit nicht optimal sei. Ein paar Tage später geschah, was ich befürchtet hatte. Risquet ging es immer schlechter und er starb. Als Piero kam, gab es nichts zu tun, außer Versprechungen, aber ich hatte schon Information in Verbindung mit dieser Waffe erhalten, und über die Hilfe, die das rassistische Südafrika von Reagan und Israel erhalten hatte.
Ich weiß nicht, was Obama jetzt über diese Geschichte zu sagen hat. Ich weiß nicht, was er wusste oder nicht wusste, obwohl es sehr zweifelhaft ist, dass er absolut nichts wissen würde. Mein bescheidener Vorschlag ist, dass er reflektiert und jetzt nicht versucht, Theorien über die kubanische Politik zu entwickeln.

Eine wichtige Frage besteht darin:
Obama hielt eine Rede, in der er die honigsüßesten Worte benutzte um auszudrücken: „Es ist an der Zeit, die Vergangenheit zu vergessen, lassen wir die Vergangenheit hinter uns, blicken wir in die Zukunft, lassen Sie sie uns gemeinsam erblicken, eine Zukunft der Hoffnung. Und es wird nicht einfach sein, es wird Herausforderungen geben, und denen werden wir Zeit geben; aber mein Aufenthalt hier gibt mir mehr Hoffnung für das, was wir zusammen tun können, als Freunde, als Familien, als Nachbarn, zusammen.“
Es ist anzunehmen, dass bei diesen Worten des Präsidenten der Vereinigten Staaten jeder von uns Gefahr lief, einen Herzinfarkt zu bekommen. Nach einer erbarmungslosen Blockade, die schon fast 60 Jahre andauert! Und diejenigen, die bei den Söldnerangriffen auf kubanische Schiffe und Häfen starben? Ein mitten im Flug gesprengtes Linienflugzeug voller Passagiere, Söldner-Invasionen, Gewalttaten?
Niemand sollte sich der Illusion hingeben, dass das Volk dieses edlen und selbstlosen Landes auf den Ruhm und die Rechte verzichten werde, oder auf den geistigen Reichtum, den es mit der Entwicklung von Bildung, Wissenschaft und Kultur gewonnen hat.
Ich weise auch darauf hin, dass wir in der Lage sind, mit den Anstrengungen und der Intelligenz unseres Volkes die Nahrung und den materiellen Reichtum zu produzieren, die wir brauchen. Wir haben keine Geschenke des Imperiums nötig. Unsere Bemühungen werden rechtmäßig und friedlich sein, denn sie entsprechen unsere Verpflichtung gegenüber dem Frieden und der Brüderlichkeit aller Menschen, die auf diesem Planeten leben.
Fidel Castro Ruz
27. März 2016
22.25 Uhr

Für den Frieden zu kämpfen ist die heiligste Pflicht aller Menschen (Fidel Castro)

Wir freuen uns den gestrigen Artikel des Genossen Fidel Castro zu veröffentlichen. Zum Anlass des erstmaligen Treffens des Patriarchen Kyrill mit dem Papst Franziskus in Havanna. Dieses Treffen ist von historischer Bedeutung. Das es ist Kuba stattfindet, hat natürlich grosse Symbolkraft.

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Kyrill I. Patriarch von Moskau besuchte bei seinem Besuch Kubas auch Fidel Castro.

Fidel Castro: Traurigerweise haben fast alle Religionen die zerstörerische Tatsache der Kriege und ihre schrecklichen Folgen beklagen müssen. Diesen Aufgaben mussten sie ihre größten Energien widmen. Die einzigartige Bedeutung des Treffens zwischen Papst Franziskus und Seiner Heiligkeit Kyrill in Havanna liegt darin, dass sie die Hoffnung der Völker der Welt erweckt hat.

Der Frieden ist zu jedem Zeitpunkt der Geschichte der goldene Traum und das Verlangen der Völker gewesen. Tausende Atomwaffen hängen über den Köpfen der Menschheit. Den brutalsten der Kriege, der je ausgelöst werden könnte, zu verhindern, ist zweifellos das Hauptziel der Anstrengung der religiösen Führer der Kirchen gewesen, die von Männern wie Franziskus, Papst der Katholischen Kirche, und Seiner Heiligkeit Kyrill, Patriarch von Moskau und dem ganzen Rus, geleitet werden.

Für den Frieden zu kämpfen ist die heiligste Pflicht aller Menschen! Egal welche ihre Religion, Herkunftsland oder ihre Hautfarbe ist. Egal ob Erwachsenenalter oder Jugend.

Fidel Castro Ruz

14. Februar 2016

22:18 Uhr

 

 

„Die Wirklichkeit und die Träume“ (Brief von Fidel an seinem 89. Geburtstag)

Der historische Führer der kubanischen Revolution macht deutlich, dass wir niemals im Kampf für den Frieden und das Wohlergehen aller Menschen nachlassen sollen, unabhängig von ihrer Hautfarbe oder dem Land ihrer Herkunft

Autor:

Zu schreiben ist eine Art nützlich zu sein, wenn man in Betracht zieht, dass unsere leidgeprüfte Menschheit angesichts der unglaublichen Ignoranz, die uns alle umgibt, mit Ausnahme der Forscher, die in den Wissenschaften eine befriedigende Antwort suchen, besser und umfangreicher gebildet sein sollte. Ein Wort schließt in wenigen Buchstaben seinen unendlichen Inhalt ein.

Wir haben alle in unserer Jugend einmal von Einstein gehört, besonders nach der Explosion der Atombomben über Hiroshima und Nagasaki, die dem grausamen Krieg zwischen Japan und den Vereinigten Staaten ein Ende setzte. Als in dem Krieg, der durch den Angriff auf die Basis der Vereinigten Staaten in Pearl Harbor ausgelöst wurde, jene Bomben geworfen wurden, war das japanische Kaiserreich bereits besiegt. Da das Territorium der Vereinigten Staaten und ihre Industrien von dem Krieg nicht in Mitleidenschaft gezogen waren, wurden sie , angesichts einer Welt der Zerstörung, voll von Toten, Verletzten und Hungernden, zum reichsten und am besten bewaffneten Land der Erde. In der UdSSR und China haben zusammengenommen 50 Millionen Menschen ihr Leben verloren, hinzu kam eine gewaltige materielle Zerstörung. Fast alles Gold der Welt landete in den Truhen der Vereinigten Staaten. Heute schätzt man, dass die Goldwährungsreserven dieses Landes sich insgesamt auf   8.133,5 Tonnen belaufen. Trotzdem haben die Vereinigten Staaten die in Bretton Woods unterschriebenen Vereinbarungen in Stücke zerrissen und einseitig erklärt, dass sie sich nicht länger dazu verpflichten, ihre Papierwährung durch die Feinunze Gold zu stützen.

Diese von Nixon angeordnete Maßnahme verletzte alle von Präsident Franklin Delano Roosevelt eingegegangenen Verpflichtungen. Nach Meinung einer hohen Anzahl von Experten auf diesem Gebiet schufen sie so die Grundlage für eine Krise, die neben anderen Unglücken droht, dem Wirtschaftsmodell des Landes einen schweren Schlag zu versetzen.

Währenddessen schuldet man Kuba Ausgleichssummen für Schäden, die sich auf viele Millionen Dollar belaufen, wie unser Land mit unwiderlegbaren Argumenten und Daten in allen seinen Beiträgen in den Vereinten Nationen vorgebracht hat.

Wie von der Partei und der Regierung Kubas deutlich herausgestellt wurde, werden wir als Zeichen des guten Willens und des Friedens zwischen allen Ländern dieser Hemisphäre und der Gesamtheit der Völker, die in der Menschheitsfamilie vereint sind, dazu beitragen, das Überleben unser Gattung auf dem bescheidenen Raum, der uns innerhalb des Universums zusteht, zu gewährleisten und nie nachlassen, für den Frieden und das Wohlergehen aller Menschen zu kämpfen, unabhängig von ihrer Hautfarbe oder dem Land ihrer Herkunft, sowie für das uneingeschränkte Recht aller, einen religiösen Glauben zu haben oder keinen religiösen Glauben zu haben.

Die Gleichheit aller Bürger bei ihrem Anspruch auf Gesundheit, Bildung, Arbeit, Ernährung, Sicherheit, Kultur, Wissenschaft und Wohlergehen, d.h. die gleichen Rechte, die wir proklamierten, als wir mit unserem Kampf begannen, zusätzlich zu denen, die aus unseren Träumen entstehen, wie Gerechtigkeit und Gleichheit für alle Bewohnder unserer Welt, das ist das, was ich allen wünsche. Denen, die die gleichen Ideen vollständig oder teilweise teilen, oder herausragendere, die in die gleiche Richtung weisen, sage ich Dank, meine lieben Landsleute.

Fidel Castro Ruz

August 13, 2015

1:23 a.m.

Fidel Castros Rede an die Vereinten Nationen 1979 (Video)

Heute, am 26. Juli feiert Kuba den 62. Jahrestag der Attacke auf die Moncada Kaserne, die den Beginn der Revolution einläutete. Als kleinen Beitrag zu diesem wichtigen Feiertag, haben wir eine historische und noch immer sehr aktuelle Rede von Fidel Castro übersetzt:

Felicitaciones a todos los cubanos!

(kubainfos)

Fidel Castro gratuliert Alexis Tsipras

Meldung der Nachrichtenagentur ANA-MPA über den Brief Fidels
Meldung der Nachrichtenagentur ANA-MPA über den Brief Fidels

Wie griechische Medien am Montagabend berichteten, hat der frühere kubanische Präsident Fidel Castro dem griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras in einem Brief zum Erfolg des »Nein« beim Referendum am Sonntag gratuliert. Unter anderem die staatliche Nachrichtenagentur ANA-MPA dokumentierte in ihrem griechischen Dienst das Schreiben des „Comandante en Jefe“.

Wir dokumentieren nachstehend in eigener Übersetzung den Wortlaut des Briefs von Fidel Castro an Alexis Tsipras.

Seine Exzellenz, Herr Alexis Tsipras
Ministerpräsident von Griechenland,

ich beglückwünsche Sie zu ihrem strahlenden politischen Sieg, dessen Details ich aus der Nähe über den Kanal TeleSur verfolgt habe.

Griechenland ist den Kubanern sehr vertraut. Es lehrte uns, als wir in der Schule lernten, Philosophie, Kunst und Altertumswissenschaften und damit die komplizierteste aller menschlichen Aktivitäten: die Kunst und Wissenschaft der Politik.

Ihr Land, insbesondere sein Mut in der gegenwärtigen Lage, weckt unter den Völkern Lateinamerikas und der Karibik Bewunderung, wenn sie sehen, wie Griechenland gegen äußere Aggressionen seine Identität und Kultur verteidigt. Sie vergessen auch nicht, dass Mussolini ein Jahr nach dem Angriff Hitlers auf Polen seinen Truppen befahl, Griechenland zu überfallen, und dass dieses mutige Land die Aggression zurückschlug und die Invasoren zum Rückzug zwang, was die Entsendung deutscher Panzereinheiten nach Griechenland notwendig machte, die so von ihrem ursprünglichen Ziel abgezogen wurden.

Kuba kennt den Wert und die Kampfkraft der russischen Truppen, die vereint mit den Kräften ihres mächtigen Verbündeten Volksrepublik China und anderen Nationen des Mittleren Ostens und Asiens immer versuchen werden, den Krieg zu verhindern, die aber niemals eine militärische Aggression ohne umfassende und zerstörerische Antwort zulassen würden.

In der aktuellen politischen Lage des Planeten, in der der Frieden und das Überleben unserer Gattung an einem seidenen Faden hängen, muss jede Entscheidung mehr denn je aufmerksam entwickelt und umgesetzt werden, so dass niemand an der Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit zweifeln kann, mit der viele der verantwortungsbewussten und ernsthaften Führungspersönlichkeiten heute gegen die Gefahren kämpfen, die die Welt bedrohen.

Wir wünschen Ihnen, lieber Compañero Alexis Tsipras, den größtmöglichen Erfolg.

Herzlich

Fidel Castro Ruz                                                        

5. Juli 2015
20.12 Uhr

www.redglobe.de

original Brief in spanisch: www.granma.cu

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Botschaft von Raul Castro an den Premierminister Griechenlands

„Unser Recht Marxisten-Leninisten zu sein“ (Brief von Fidel Castro)

Der historische „Lider“ der Revolution drückt anlässlich des 70. Jahrestages des Großen Vaterländischen Krieges seine tiefe Bewunderung für das heroische sowjetische Volk aus, das der Menschheit einen unermesslichen Dienst erwiesen hat.

Unterschrift: Fidel Castro Ruz, 07.Mai 2015
Unterschrift: Fidel Castro Ruz, 07.Mai 2015

Übermorgen, am 9. Mai wird des 70. Jahrestags des Großen Vaterländischen Sieges gedacht. Wenn man den Zeitunterschied berücksichtigt, sind die Soldaten und Offiziere des Heeres der Russischen Föderation, während ich diese Zeilen schreibe, gerade dabei, mit den für sie typischen, schnellen und martialischen Schritten auf dem Roten Platz zu exerzieren.

Lenin war ein genialer Stratege, der nicht zögerte die Ideen von Marx zu übernehmen und sie in einem riesigen und nur teilweise industrialisierten Land umzusetzen, dessen proletarische Partei sich nach dem größten Gemetzel, das der Kapitalismus in der Welt verursacht hatte, in die radikalste und tapferste der Welt verwandelte.

In diesem blutigen Kampf wurden zum ersten Mal in einem Krieg Panzer, automatische Waffen, Flugzeuge und Giftgase eingesetzt und, wie bekannt wurde, auch eine berühmten Kanone, die in der Lage war, ein schweres Projektil mehr als hundert Kilometer weit zu schleudern.

Aus diesem Blutbad ging der Völkerbund hervor, eine Einrichtung, die den Frieden erhalten sollte, der es aber nicht einmal gelang, den schnellen Vormarsch des Kolonialismus in Afrika, in einem großen Teil Asiens, in Ozeanien, der Karibik und Kanada und einen rohen Neokolonialismus in Lateinamerika zu verhindern. Kaum zwanzig Jahre später brach ein weiterer schrecklicher Krieg in Europa aus, dessen Präambel der Spanische Bürgerkrieg war, der 1936 begonnen hatte.

Nach der vernichtenden Niederlage der Nazis, setzen die Länder ihre Hoffnung in die Organisation der Vereinten Nationen, die sich bemüht ein Miteinander zu erreichen, das den Aggressionen und Kriegen ein Ende setzt, den Ländern Frieden und Entwicklung sichert und die friedliche Zusammenarbeit der großen und kleinen und der reichen und armen Staaten der Erde gewährleistet.

Millionen von Wissenschaftlern könnten unter anderem die Möglichkeiten für das Überleben der Spezies Mensch vergrößern, die bereits in kurzer Zeit durch den Mangel an Wasser und Nahrung für Milliarden von Menschen bedroht sein wird. Es leben bereits 7,3 Milliarden Menschen auf der Erde. Im Jahr 1800 waren es nur 978 Millionen. Im Jahr 2000 stieg die Zahl auf 6,07 Milliarden an und konservativen Schätzungen zufolge werden es 10 Milliarden im Jahr 2050 sein.

Doch es wird kaum erwähnt, dass in Westeuropa Boote voll von Emigranten ankommen, die dazu jeden Gegenstand, der schwimmt nutzen, ein Strom von Emigranten aus dem afrikanischen Kontinent, den die Europäer Hunderte von Jahren kolonisiert hatten.

Vor 23 Jahren sagte ich in einer Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung: „Eine wichtige biologische Gattung ist wegen der schnellen und fortschreitenden Beseitigung ihrer natürlichen Lebensbedingungen in Gefahr zu verschwinden: der Mensch.“ Ich wusste damals jedoch nicht, wie nah wir bereits an diesem Punkt angekommen waren. Zum Gedenken an den 70.

Jahrestag des Großen Vaterländischen Krieges möchte ich dem heroischen sowjetischen Volk, das der Menschheit einen unermesslichen Dienst geleistet hat, unsere tiefe Bewunderung aussprechen.

Heute ist ein tragfähiges Bündnis zwischen den Völkern der Russischen Föderation und dem Staat mit dem größten Wirtschaftswachstum der Welt, der Volksrepublik China, möglich. Beide Länder mit ihrer engen Zusammenarbeit, ihrer fortgeschrittenen Naturwissenschaft, ihren mächtigen Heeren und tapferen Soldaten bilden einen mächtigen Schutzschild für den Frieden und die Sicherheit in der Welt, damit das Leben unserer Gattung gewahrt werden kann.

Die physische und mentale Gesundheit, der Geist der Solidarität sind Normen, die obsiegen müssen, sonst wird das Leben des Menschen, wie wir es kennen, für immer verloren gehen.

Die 27 Millionen sowjetischer Menschen, die im Großen Vaterländischen Krieg starben, taten dies auch für die Menschheit und für das Recht sozialistisch zu denken und zu sein, marxistisch-leninistisch zu sein, kommunistisch zu sein und aus der Prähistorie herauszutreten.

Fidel Castro Ruz, 07.05.2015