Armut in Kuba?

Die grossen Medien haben ihre Anstrengungen verstärkt, den Leuten, die nach Kuba reisen weiszumachen, dass sie sich darauf vorbereiten sollen, einer Bevölkerung zu begegnen, die von Armut gezeichnet ist, aufgrund des gescheiterten sozialistischen Modells und des bankrotten Staates. Das zweite Klischee reduziert das Land auf Sonne, Strand und Musik, und dann gibt es noch einige, die davon träumen, auf der Insel die perfekte Gesellschaft anzutreffen.

Es ist ein Fehler, die kubanische Gesellschaft anhand der Anzahl von Konsumartikeln, die sie erwerben kann, zu definieren. Kuba war die letzte spanische Kolonie in Amerika, während 400 Jahren ausgebeutet. Nach der Unabhängigkeit erbte das Land die Monokultur, die Monoproduktion und den Monoexport.

Die im Jahr 1959 erfolgreiche Revolution sah sich genötigt, einige Gesetze zu verabschieden, wie beispielsweise die Agrarreform und die Verstaatlichung des ausländischen Kapitals, was zu einem grausamen Finanzkrieg des Nachbarn führte und eine Bremse für die Entwicklungspläne der Revolutionsregierung bedeutete.

Frühere Fehlplanungen und falsche Wirtschaftsmassnahmen, korrigiert durch die Verstaatlichung von praktisch der ganzen Produktion und der Leistungen, führten dazu, dass sich die Bevölkerung praktisch seit 50 Jahren der Revolution immer mit der Rationierung vieler Basisprodukte konfrontiert sah und den Mangel an Produkten zu spüren bekam, verstärkt noch durch den Sturz der sozialistischen Länder, das hat uns Präsident Raúl Castro am 7. Kongress der kommunistischen Partei erklärt.

Man kann die Armut in Kuba nicht negieren, nimmt man die Kennzahlen der Weltbank und des Internationalen Währungsfonds als Grundlage. Der Basislohn ist tief und deckt kaum die stets steigenden Grundbedürfnisse der Bevölkerung. Kuba erholt sich von der Wirtschaftskrise der 90er Jahre, als die Krise ihren Tiefpunkt erreichte und ihre Auswirkungen für die Bevölkerung täglich spürbar waren.

Trotzdem, nicht alles ist Konsum und es gibt auch noch andere Indikatoren der Entwicklung, aber die interessieren die Medien nicht, denn die würden nämlich aufzeigen, dass unser Land zu den Begünstigtsten der Welt gehört.

Die Bildung erreicht alle Menschen und ist auf sämtlichen Stufen kostenlos. Der Jahresbericht der UNESCO betr. Bildung zeigt Kuba 2012 auf dem 16. Platz der Bildungsentwicklung. Anerkannt ist die Insel ebenfalls durch die hohe Anzahl von Dozentinnen und Lehrern pro Kopf.

Auch das Gesundheitssystem ist für alle und kostenlos, die Kindersterblichkeitsrate liegt bei 4.2 pro Tausend Lebendgeborenen, mit einem Arzt pro 137 Einwohnern und einer Lebenserwartung von 78. Das System bietet auch Unterstützung in mehr als 40 Ländern. Der Kampf gegen Ebola in Afrika oder die 11’400 Ärzte in Brasilien sind Beispiele.

Der Sport und die physische Erziehung sind durch Sportgelände garantiert, die von Spezialisten betreut werden. Der Sport wird durch den Staat subventioniert und steht allen frei zur Verfügung. Der Staat subventioniert auch andere Leistungen, wie beispielsweise die Elektrizität. Bei einem Konsum von 200 Kilowatt monatlich bezahlt man dafür – gemäss gültigem Tarif – 44 Pesos (ca. 1,80 USD), aber die Erzeugung kosten den Staat 30 USD.

Das gleiche gilt für die Bildung. Auf der grössten der Antilleninseln gibt es fast eine Million mit Uniabschlüssen, auf diesem Niveau studieren 72,7% der 18 – 24 Jährigen.

Hinzuzufügen ist, dass dank der städtischen Reformgesetze mehr als 85% der Kubaner Besitzer ihrer Wohnungen sind, was bedeutet, dass sie keinen Mietzins bezahlen müssen, der für Millionen von Menschen weltweit eine immer höhere Belastung für den Familienhaushalt bedeutet.

Kuba ist ein Staat, in dem die Leute – trotz „Armut“ – in Würde leben. Und nicht nur in Würde, was die minimalen Konsummöglichkeiten, das öffentliche Gesundheits- und Bildungssystem betrifft, sondern vor allem im politischen Bewusstsein, was die Revolution bedeutet.

Die Kubanerinnen und Kubaner sind noch weit davon entfernt, alle materiellen Bedürfnisse zu befriedigen, aber sie zeigen eine menschliche Entwicklung, die sich Millionen von Menschen weltweit herbeisehnen, insbesondere habe ich nicht das Gefühl, in einem armen Land zu leben, ganz im Gegenteil, wir Kubaner/innen haben es verstanden, durch unsere eigenen Anstrengungen eine Quelle des Wohlstandes zu schaffen.

Referat von Jorge Enrique Jerez Belisario (Jorgito) – gehalten in Zürich, 5.7.2016

(Kubainfos)

Herzlichen Glückwunsch Fidel!

Zum weiteren Aufbau einer nachhaltigen und erfolgreichen sozialistischen Gesellschaft in Kuba. Mit allen und für das Wohle aller.

¡Hasta la victoria siempre!

Als Hommage an den Genossen Fidel Castro Ruz, die Seele und die Stimme der Revolution zu seinem 90. Geburtstag am 13. August 2016.

„Ich glaube weiterhin fest daran, dass eine bessere Welt möglich ist)“ Fidel Castro (26. Mai 2004)

 

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Liebe Freundinnen und Freunde

In der Deutschschweiz und der Romandie wird obiges Plakat von Fidel vom 9. – 15. August an verschiedenen Standorten aufgehängt. Wir würden uns sehr freuen, wenn möglichst viele Fotos machen könnten. Möglichst mit Publikum, noch besser mit Leuten, die
auf Fidel anstossen –
und bitte schnell an die Vereinigung Schweiz-Cuba senden.
national@cuba-si.ch

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(Kubainfos)

Eine demokratische Debatte der kubanischen Bevölkerung über die Zukunft Kubas

Vom 15. Juni bis zum 20. September findet mit den Vertretern der Massenorganisationen, breiten Sektoren der Gesellschaft und Mitgliedern der Partei und der Union der Jungen Kommunsten im ganzen Land eine demokratische Debatte über die Zukunft Kubas statt. Jede/r KubanerInn soll über die Zukunft Kubas nicht nur mitreden, sondern auch mitbestimmen.

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Von gestern bis zum 20. September wird im ganzen Land eine demokratische Debatte stattfinden, an der direkt Millionen von Kubanern teilnehmen werden. Es handelt sich um einen Prozess der Beratung mit den Mitgliedern der Partei und der Union der Jungen Kommunisten, den Vertretern der Massenorganisationen und breiten Sektoren der Gesellschaft über die Dokumente von größter Bedeutung, die vom 7. Parteitag diskutiert und analysiert wurden: die Konzeptualisierung des Kubanischen Wirtschafts- und Sozialmodells der Sozialistischen Entwicklung und den Nationalen Plan zur Wirtschafts- und Sozialentwicklung bis 2030: Konzept zur Vision von Nation, zu strategischen Achsen und Sektoren.

Diese sind nicht das Ergebnis von Improvisation, sondern sie haben sich aus der kollektiven Ausarbeitung ergeben, an der unter Führung der Partei Universitätsprofessoren, Akademiker, Wissenschaftler aus dem ökonomischen und sozialen Bereich, Beamte der Regierung und Parteifunktionäre teilgenommen haben. Beide Texte wurden bei Treffen des Politbüros und in zwei Plenen des Zentralkomitees debattiert, und allen Abgeordneten der Nationalversammlung und einigen Tausend Personen mehr zur Konsultation vorgelegt und anschließend erschöpfend vom Parteitag geprüft.

Unter der Maxime der unauflöslichen Bindung der Partei mit den Massen und ihr Vertrauen in deren Fähigkeiten, verabschiedete der Parteitag grundsätzlich beide Dokumente und beschloss das Zentralkomitee damit zu beauftragen, einen Konsultationsprozess mit dem klar definierten Ziel durchzuführen, diese zu bereichern und zu vervollkommnen.

Offensichtlich, wie dies aus dem Zentralen Bericht an den Parteitag hervorgeht „sind es umfassende Dokumente von großer Vielschichtigkeit, die die Richtung des kubanischen revolutionären Prozesses, die der Partei und der Gesellschaft hin zu einer Zukunft abstecken, die einen gedeihlichen und nachhaltigen Sozialismus aufbaut“.

Man hat intensiv daran gearbeitet und Ressourcen zur Verfügung gestellt, um zu gewährleisten, dass jedes Parteimitglied und jeder Bürger Zugang zu den Dokumenten hat. Deswegen wurden 680.800 Zeitungen im Tabloid Format mit jeweils 32 Seiten gedruckt, um sie in den Basisorganisationen und den Kollektiven zu verteilen, wo darüber debattiert wird; zusätzlich sind 200.000 Exemplare zum Verkauf bestimmt. Die digitalen Seiten der Partei, der Zeitung Granma und das Portal Cubadebate haben sie ebenfalls veröffentlicht, was dazu beiträgt, dass einer immer mehr computerisierten Gesellschaft das Studium dieser Dokumente erleichtert wird und außerdem ermöglicht wird, dass Zehntausende von kubanischen Mitarbeitern im Ausland darauf Zugriff haben.

Diese Schritte tragen dazu bei, dass die Diskussionen äußerst demokratisch, reich an Inhalten und konkret an Ideen und Projektionen sein werden.

Die Ausarbeitung der Konzeptualisierung erfüllt das von der Ersten Nationalen Parteikonferenz verabschiedete Ziel 65. Es nimmt die theoretischen Grundlagen und die wesentlichen Charakteristiken des Wirtschafts- und Sozialmodells auf, das wir als Ergebnis des Aktualisierungsprozesses anstreben und daher besitzt es den außerordentlichen Wert, als theoretische und konzeptuelle Anleitung für den Aufbau des Sozialismus in Kuba zu dienen.

Ihr Inhalt gibt die Vision von Nation wieder (in anderen Worten: den Staat, den man erreichen möchte), der als souverän, unabhängig, sozialistisch, demokratisch, gedeihlich und nachhaltig definiert wird.

Wie im Parteitag bereits ausgeführt, konnte man dort, wegen der großen technischen Komplexität, keinen fertiggestellten Nationalen Entwicklungsplan bis 2030 vorstellen, was im nächsten Jahr erreicht werden soll. Deswegen werden dessen Grundlagen debattiert, d. h. die Vision von Nation, die strategischen Achsen und Sektoren.

Beide Dokumente – das der Konzeptualisierung und der Plan – sind eng miteinander verknüpft. Wenn im ersten das Ziel, welches wir anstreben, ganz allgemein zum Ausdruck kommt, das präzise in der Definition der Vision von Nation zusammengefasst ist, wird im zweiten die Strategie dargelegt, wie dies zu erreichen sei.

Genau wie dies vor fünf Jahren geschah, als die Leitlinien der Wirtschafts- und Sozialpolitik debattiert wurden und die von jedem Teilnehmer der Treffen geäußerte Meinung, unabhängig davon ob er Parteimitglied war oder nicht, berücksichtigt wurde, soll es auch jetzt wieder sein. Um die Meinungen auf zuverlässige Art und Weise zu registrieren, hat man die notwendigen organisatorischen Maßnahmen getroffen.

Wie vom Parteitag beschlossen, wird diese Version dem Zentralkomitee zur definitiven Verabschiedung vorgelegt und der Nationalversammlung, dem legislativen Organ, dem es zukommt, es zum Gesetz zu erheben, zur Analyse übergeben.

Die aktive Teilnahme von Millionen von Kubanern, Parteimitglieder oder nicht, die zu dieser Konsultation aufgerufen sind, ist für die Konsolidierung des Konsenses um die Zukunft Kubas unerlässlich. Wie unser Erster Sekretär in seiner Rede zum Abschluss des Parteitags sagte: „Für eine Angelegenheit dieser Art ist es wesentlich, die bewusste Zustimmung der großen Mehrheit zu erreichen und deswegen ist es unerlässlich zuzuhören, zu argumentieren und die Meinung der Mitglieder und des Volkes im allgemeinen zu berücksichtigen.“

Die Jugendlichen müssen sich bewusst sein, dass in dieser Debatte die Zukunft des Vaterlandes liegt; von daher ist es wichtig und notwendig, dass sie aktiv daran teilnehmen.

Angesichts dieser breiten und nationalen Diskussion, die beginnt, mangelt es nicht an Feinden, Skeptikern, Zauderern, an denen, die sich den gegen die Partei und die Revolution gerichteten Kampagnen aus dem Ausland anschließen und denen, die davon träumen, zu einer Gesellschaft zurückzukehren, die sich den Wünschen und den Vorstellungen der Yankees unterordnet.

Aber darüber obsiegt das Vertrauen, das die gewaltige Mehrheit des Volkes in die Revolution und seine einzige Partei hat, sein Beitrag zur Bereicherung des Inhalts der zwei entscheidenden Dokumente, die die Geschicke des Landes bestimmen.

Die Durchführung dieses Prozesses wird ein bedeutsamer Schritt bei der Erfüllung der wichtigsten Aufgaben der Partei sein, wie dies der Compañero Raúl dargelegt hat: die Entwicklung der nationalen Wirtschaft, der Kampf für den Frieden, die Einheit und die ideologische Festigkeit.

Heute ist der Satz Fidels auf der Schlusssitzung des Parteitags besonders präsent: „Nehmen wir den Marsch auf und perfektionieren wir, was wir perfektionieren müssen, mit großer Loyalität und vereinten Kräften. Wie Martí, Maceo und Gómez, in unaufhaltsamen Schritt.“ Das Volk Kubas wird siegen.

Quelle: Granma

Jorgito begeistert US-Publikum

Seit dem 1. Januar 2016 ist die erweiterte Version des Films „Die Kraft der Schwachen“ über  Jorgito aus Camagüey erhältlich. Der Film zeichnet ein beeindruckendes und authentisches Portrait eines Jungen mit einer schweren körperlichen Behinderung und seinen Kampf für die Freilassung der in den USA inhaftierten Cuban Five. Nun hatte Jorgito die Möglichkeit sich und den Film in den USA vorzustellen.

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Volles Haus im „Brooklyn Commons“: Arbeiterinnen und Arbeiter, Studierende, Lehrpersonen und Geistliche kamen am 23. April 2016 zusammen, um Jorgito am Tage seiner Ankunft in New York Willkommen zu heissen, „Die Kraft der Schwachen“ zu sehen und Jorgitos Worten zu lauschen. Foto: Lawrence Gallman

Die in Brooklyn ansässige unabhängige Medienorganisation Women’s Press Collective organisierte die Veranstaltungen in New York.  Dank ihrer breiten Verankerung in der Bevölkerung gelang es der Organisation, Menschen unterschiedlichster sozialer Herkunft an die Veranstaltungen zu bringen. Weitere Vorführungen wurden von Gruppen der Kubasolidarität in Washington DC im Rahmen der  Second Days of Actions Against the Blockade organisiert. Alle Veranstaltungen sollten in Anwesenheit von Jorgito und des Filmemachers stattfinden.

Obwohl Jorgito seinen Antrag auf ein Einreisevisum mehrere Wochen vor der geplanten US-Premiere auf der US-Botschaft in Havanna eingereicht hatte, kam das Visum für die in New York angesetzten Veranstaltungen zu spät. Er flog über Panama direkt nach Washington DC, wo er zwei Stunden vor der ersten Veranstaltung eintraf.

Während Jorgito in Havanna auf sein Visum wartete, nutzen die Verantwortlichen von Women’s Press Collective und Filmemacher Tobias Kriele die Gelegenheit, die widersprüchliche US-Aussenpolitik Kuba gegenüber mit dem New Yorker Filmpublikum kritisch zu beleuchten. Die von Präsident Barack Obama in seiner Rede am 22. März in Havanna angekündigte Normalisierung der Beziehungen seines Landes mit dem kubanischen Volk und seiner Jugend wurde mit dem vom US-State Department nur wenige Tage später lancierten 750’000 Dollar teuren Programm zur Ausbildung junger „Führer der kubanischen Zivilgesellschaft“ zur Farce. Mit dem Programm sollen junge KubanerInnen in die USA eingeladen und dort darin geschult werden, Organisationen der kubanischen Zivilgesellschaft zu führen, „welche die demokratischen Prinzipien in Kuba aktiv unterstützen werden“ (Granma International, April 2016, S. 8 deutsche Ausgabe). Junge Menschen wie Jorgito hingegen sind der US-Regierung weniger willkommen.

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Der begabte Schachspieler Jorgito (rechts im Bild) bei einem Spiel mit Women’s Press Collective Mitglied Antoinette Marie Williams, die eine Vorführung von „Die Kraft der Schwachen“ in ihrem Seniorenzentrum in Harlem organisierte (The Center at Red Oak, 25. April 2016). Foto: Natalie Alcide

Auch die irreführende Berichterstattung der Mainstreampresse zu Kuba war Diskussionsthema an den New Yorker Veranstaltungen. Anwesende bedankten sich beim Filmemacher dafür, ihnen eine ihnen unbekannte Sicht auf Kuba – diejenige der KubanerInnen – näher gebracht zu haben. Als bekannt wurde, dass Jorgito sein Visum erhalten hatte, organisierte Women’s Press Collective innerhalb weniger Tage drei zusätzliche Veranstaltungen in New York. Die Nachricht von Jorgitos Kommen löste eine regelrechte Fanbewegung aus. Zahlreiche Personen, die den Film bereits gesehen hatten, besuchten die zusätzlichen Veranstaltungen mit FreundInnen und Bekannten. Jorgito, der wie ein Held empfangen wurde, betonte dem US-Publikum gegenüber, sein Land sei weiterhin an einer Normalisierung der Beziehungen interessiert, diese müsse jedoch auf Gegenseitigkeit beruhen. Eine Zuschauerin forderte, Krieles Film müsse den Verantwortlichen in Washington gezeigt werden.

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Jorgito eroberte die Herzen und den Geist des Publikums im „Brooklyn Commons“, einem Café in Brooklyn, das am 23. April 2016 die erste Präsentation von „Die Kraft der Schwachen“ in New York in Anwesenheit von Jorgito ausrichtete. Mit Jorgito auf dem Bild sind (von links nach rechts): die ehrenamtliche Dolmetscherin Liz Figueroa, Filmemacher Tobias Kriele und Women’s Press Collective Hauptverantwortliche Lisa Daniell (Moderation). Foto: Lawrence Gallman

Zahlreiche Anwesende erklärten sich bereit, die Verbreitung des Films in den USA persönlich zu unterstützen.  So wollen VertreterInnen von Schulen und Universitäten, Quartiervereinen, Jugendorganisationen, Behindertenorganisationen, Berufsverbänden im Gesundheitsbereich und Gewerkschaften künftig eigene Veranstaltungen durchführen, um den Film möglichst vielen Leuten ausserhalb der Kubasolidarität zugänglich zu machen.

Natalie Benelli / Vereinigung Schweiz-Cuba /Women’s Press Collective

Infos zum Film:

Trailer

www.kraftderschwachen.de

neue Version des Films für 15 CHF aus der Schweiz bestellen: national@cuba-si.ch

und aus Deutschland für 10 Euro: Mail an oder auf www.fgbrdkuba.de/shop/

 

Vereinigung Schweiz-Cuba mit Projekten zur praktischen Solidarität

Solarkocher für Kubas ländlichste Gebiete

Mit Unterstützung (Kontaktvermittlungen) des VSC konnte im letzten Jahr unter der Führung des FSK (Förderverein für Solarkocher) in Kuba ein Projekt zur Verbreitung von Solarkochern in ländlichen Gebieten der Provinz Camagüey geplant werden. Die langen Bewilligungsprozesse der kubanischen Behörden zur Importgenehmigung von Schenkungen haben ein zügiges Voranschreiten des Projektes bisher verhindert. Der FSK wurde per Ende 2015 aufgelöst und unser Projekt wartet auf die Verwirklichung. An der letzten Sitzung der VSC Sektion Basel, stellte das ehemalige Vorstandsmitglied FSK und Neumitglied VSC, Ester Dürrenberger, den Antrag, das von FSK reservierte Kapital für das SK Projekt auf ein Spezialkonto beim VSC zu transferieren. Der Antrag wurde genehmigt. Damit besteht die Hoffnung, dass dieses Projekt unter der Führung von Ester Dürrenberger mit dem Projektleiter Alien Perez Santos in Havanna doch noch realisiert werden kann.

 

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Herstellung eines Solarkochers durch einen Freiwilligen

Unsere Unterstützung für Guantánamo

Gemeint sind natürlich Stadt und Provinz Guantánamo und nicht die US-Militär- und Folter-Basis auf kubanischem Boden. Die Basler Sektion der VSC engagiert sich bekanntlich seit Jahren in der südlichsten Provinz von Kuba und kann dabei einige schöne Resultate ausweisen. In Zusammenarbeit mit Solidaritätsgruppen aus Italien, Deutschland und Spanien wurde die Instandstellung des Gästehauses des ICAP (Kubanisches Institut für Völkerfreundschaft) der Provinz Guantánamo mitfinanziert. Ganz schön präsentiert sich auch die Behindertenschule „14 de Junio“, wo neben den Einheimischen vor allem spanische Brigadisten Hand anlegten und die VSC Basel entscheidende Finanzmittel aufbrachte.

Wie schon berichtet, konnte auch der Versammlungsraum im Gebäude des ICAP (Instituto Cubano de Amistad con los Pueblos) finanziert werden. Er trägt den Namen Salón Basilea.

Die Idee, das Zentrum für komplizierte Schwangerschaften in der Provinz Guantánamo, den Hogar Materno Perez Perez zu unterstützen, entstand im November 2014 anlässlich einer Zusammenkunft mit der Delegierten Ana Teresa des ICAP und Yeni, der Vertreterin des Gesundheitsdepartements. Und dabei wurde eine Unterstützung in Form einer Donation von 10‘000 CUC vereinbart.

In der Folge wurden die gängigen Vorurteile über die kubanische Bürokratie zumindest nicht abgebaut. Immerhin konnte in Erfahrung gebracht werden, dass sich kubanische Projektierung und Budgetierung am Kalenderjahr orientiert und unsere Eingabe wohl zu knapp vor Jahresende erfolgte.

Im April erhielten wir die lange Zeit eingeforderten Daten für die geplante Modernisierung des Zentrums in Form von Dokumenten, die alle Unterschriften der obersten Verantwortlichen der Behörden tragen. Wir hoffen, bald in Wort und Bild von den Arbeiten berichten zu können.

Falls ihr eines der Projekte unterstützen möchtet, dann meldet euch doch bei der Vereinigung Schweiz-Cuba oder per Mail: national@cuba-si.ch

(kubainfos)

Damen in Weiss attackieren ältere Anwohner (+Video)

Nachdem schon öfters berichtet wurde, dass die Damen in Weiss gegen Anwohner handgreiflich wurden, taucht nun ein weiteres Video auf, das diese Berichte bestätigt. 

„Die Welt“ berichtet folgendermassen über die Dissidentengruppe, die von Organisationen wie dem Igfm und US-Amerikanischen Interessengruppen finanziell unterstützt und aufgebaut werden:

…die Damen in Weiß marschieren sonntags nach den Gottesdiensten schweigend durch verschiedene kubanische Städte. Ihr pazifistisches Engagement erinnert an die „Großmütter der Plaza de Mayo“ in Buenos Aires, die sich ebenfalls mit einem regelmäßigen Schweigemarsch gegen die argentinische Militärdiktatur auflehnten….

Verdrehter und unwahrer könnten diese Aussagen kaum sein.

Erstens haben sich die „Grossmütter der Plaza de Mayo“ in Buenos Aires öffentlich von diesem Plagiat aus Kuba distanziert: „Diese sogenannten Damen in Weiß verteidigen den Terrorismus der USA, während wir, die Madres de Plaza de Mayo, die Liebe zu unseren Söhnen symbolisieren, die durch von der USA eingesetzten Tyrannen getötet wurden.“ 

Zweitens laufen die Damen in Weiss schreiend und Flyer- werfend durch die Strassen Havannas, blockieren Strassen und greifen auch mal Anwohner tätlich an, die sich dieser Show entgegenstellen. Diese inszenierten Auftritte enden vielfach nach dem selben Muster. Nach der eigentlichen, tolerierten Demonstration laufen die Frauen und ein paar Unterstützer noch ein paar Strassen weiter und blockieren den Verkehr. Sobald die Polizei anrückt, werfen sie sich auf den Boden und lassen sich medienwirksam und schreiend davon tragen. Nach einer kurzen Kontrolle auf dem Polizeiposten sind die Berufsdemonstrantinnen bereits wieder auf freiem Fuss.

Es ist längst kein Geheimnis mehr, dass jede Person, die bei den Demonstrationen gegen die Regierung teilnimmt, auch eine finanzielle Unterstützung erhält.Was in Kuba jedoch aktuell am meisten für Empörung sorgt, ist die Gewaltätigkeit dieser angeblich pazifistischen Damen gegen Gegendemonstranten. Das neueste Video zeigt, wie Berta Soler und ihre Mitstreiterinnen insgesamt drei Senioren brutal attackieren. Dies wird nun wohl für ein juristisches Nachspiel sorgen. Die hiesigen Medien werden jedoch einen politischen Prozess daraus machen wollen und behaupten, die Anschuldigungen gegen die Damen in Weiss seien fingiert, um sie mundtot zu machen. Dank diesem Video kann dies glücklicherweise entkräftet werden:

„Wir können sie nicht dazu zwingen, die Wahrheit zu sagen. Aber wir können sie zwingen, immer unverschämter zu lügen!“ 

(kubainfos)

Wie Demokratie in Kuba funktioniert

Viel zu oft wird in Europa behauptet, dass es in Kuba keine Demokratie gebe. Wenn im kubanischen Parlament Beschlüsse einstimmig angenommen werden, behaupten hier Politiker von der Sozialdemokratie bis Rechts, dass dies niemals demokratisch sein könne. Dabei müssten sie sich nur ein wenig mit der kubanischen Demokratie befassen. Schnell würden sie sehen, dass die politische Debatte viel früher beginnt. Sie beginnt bei der Bevölkerung. An den Schulen, Arbeitsstellen und in den Stadtvierteln. Ein gutes Beispiel dafür ist dieser Erlebnisbericht des Studenten Jorge „Jorgito“ Jerez aus Camagüey.

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Quartierversammlung und Debatte in Kuba – Immer bei der Basis

Letzte Woche hat sich der 1. Sekretär der PCC Kuba in Camagüey mit Studenten der Journalistik an der Universität von Camagüey ausgetauscht. In welchem Land der Welt geschieht so etwas? Die höchste Autorität einer Provinz tauscht sich von Angesicht zu Angesicht, mit einer Gruppe von Studenten an einer Universität aus? Hier zeigen sich die Qualitäten der kubanischen Demokratie.

Wir haben über verschiedene Themen gesprochen. Zum Beispiel über die Situation der Provinz, den VII Kongress der PCC und innere Angelegenheiten der Universität. Ebenfalls über sehr aktuelle Themen, wie der Besuch von Obama und die Wichtigkeit der Ideologie.

Der erste Sekretär hat mit seiner charakteristischen Natürlichkeit die ökonomische Situation der Provinz vermittelt. Zusammen mit den Studenten, Professoren und weiteren Mitgliedern der Provinzregierung, wurde die Politik der „Landwirtschaftspreise“ (siehe dazu folgenden Artikel) und die Nahrungsmittelpreise breit debattiert.

Dies zeigt was „echte“ Demokratie in Kuba bedeutet! Mit einer solchen Regierung, die mit den Jugendlichen debattiert, ist die Zukunft Kubas garantiert.

(Kubainfos)

FBI motiviert Kuba-Touristen zur Kopfgeldjagd auf politische Aktivisten in Kuba

Das FBI hat sich tatsächlich mit folgendem Aufruf an Kuba-Touristen gewendet: „Falls Sie einer dieser Gesuchten sehen, bitte kontaktieren Sie sofort die US-Botschaft und melden Sie den Standort.“ Dazu einen Steckbrief mit aktuellen Fotos der vier politischen AktivistInnen:

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Aufruf des FBI an Touristen die nach Kuba reisen. (Die aktuellen Bilder der Gesuchten, haben wir zur Sicherheit geschwärzt.)

 

Unter den Gesuchten ist auch Assata Shakur (Joanne Chesimard), die Tante des verstorbenen US-Rappers Tupac. Sie wurde zu lebenslanger Haft verurteilt, weil Sie 1973 angeblich einen Polizisten in New Jersey bei einer Polizeikontrolle erschossen haben soll. Fakt ist, dass Assata Shakur bei der betreffenden Polizeikontrolle Schussverletzungen davon getragen hat, die nur mit erhobenen Händen möglich sind. (Schussverletzungen unter den Armen) Auch wurde bei der Tatwaffe weder Fingerabdrücke gefunden, noch hatten ihre Finger Spuren von Schiesspulver. Dies obwohl Sie keine Handschuhe trug. Trotzdem wurde die politische Aktivistin zu lebenslanger Haft verurteilt. Als Afroamerikanerin und politische Aktivistin, war sie vor dem US-Gericht automatisch schuldig. Nach ihrem erfolgreichen Gefängnisausbruch, konnte sie unerkannt nach Kuba flüchten, wo sie 1979 politisches Asyl erhielt. Sie hält dort Vorlesungen und informiert über Rassismus und Polizeigewalt in den USA. Seit ihrem Ausbruch jagt das FBI Assata mit verbissener Härte und setzte schon früh ein Kopfgeld von 1 Million USD aus. Dieses wurde mittlerweile auf 2 Millionen USD erhöht. Bei einer Pressekonferenz beteuerte das FBI, dass man so den Anreiz für Kopfgeldjäger steigern möchte.

Durch den Normalisierungsprozess zwischen den USA und Kuba, kam der Fall Assata Shakur wieder vermehrt zur Sprache. Verschiedene republikanische Politiker forderten Obama auf, dass er die kubanische Regierung drängen soll, Assata Shakur und andere vom FBI gesuchte politische Flüchtlinge auszuliefern.

Kenia Serrano, Verantwortliche des ICAP (kubanisches Institut für Völkerfreundschaft) teilte dazu in einem Interview mit: „Wir wissen aus den Medien, dass die USA und der Bürgermeister von New Jersey über Sie gesprochen habenn und natürlich sprechen wir mit den USA über den Fall. Wir beschützen Personen wie Assata Shakur. Es ist unser Recht zu entschieden, wem wir politisches Asyl in Kuba geben und niemand, weder die US-Regierung, noch eine andere Regierung auf der Welt, sollte dieses Recht in Frage stellen.“ Das vollständige Interview kann man hier nachlesen: http://www.blackagendareport.com/cuba-will-protect-assata-shakur

Kuba ist von Prinzipien geleitet und wird seinen Idealen treu bleiben. Der Fall zeigt jedoch ein weiteres Mal auf, wie unterschiedlich die beiden Länder sind.

PS: In den USA leben geständige Terroristen wie zum Beispiel Luis Posada Carriles in Freiheit. (Verantwortlicher verschiedener Anschläge mit über 80 Toten Zivilisten) Insgesamt starben, durch aus US-Territorium geplanten Anschlägen, über 3’500 KubanerInnen.

(Kubainfos)

Bruder Obama (Artikel von Fidel Castro zum Besuch von Obama)

Wir haben keine Geschenke des Imperiums nötig. Unsere Anstrengungen sind rechtmäßig und friedlich, denn sie entsprechen unsere Verpflichtung gegenüber dem Frieden und der Brüderlichkeit aller Menschen, die auf diesem Planeten leben.

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Die spanischen Könige brachten uns die Konquistadoren und die Herren, deren Spuren in den kreisförmigen Claims, die den Goldsuchern für ihre missbräuchliche und beschämende Ausbeutung im Sand der Flüsse zugewiesen wurden, man von der Luft aus noch immer an vielen Stellen des Landes erkennen kann.

Der Tourismus von heute besteht größtenteils darin, die Schönheiten der Landschaft und die exquisiten Früchte unserer Meere anzupreisen, und daran ist immer das Privatkapital der großen ausländischen Unternehmen beteiligt, deren Gewinne jeweils Milliarden von Dollar erreichen müssen, um überhaupt der Rede wert zu sein.

Da ich mich gezwungen sah, das Thema anzusprechen, muss ich vor allem für die Jugendlichen hinzufügen, dass nur Wenige sich der Wichtigkeit dieses Umstandes in diesem einzigartigem Moment der menschlichen Geschichte bewusst sind.

Ich will nicht sagen, dass es schon zu spät ist, aber ich zögere nicht zu sagen, dass wir nicht ausreichend informiert sind, weder Sie noch wir, dass wir weder das Wissen noch das Bewusstsein haben, das nötig wäre, um den gegenwärtigen Herausforderungen zu begegnen. Zuerst sei zu beachten, dass unser Leben nur ein Sekundenbruchteil der Geschichte ausmacht, und wir außerdem den Lebensbedürfnissen, die alle Menschen haben, nachkommen müssen. Das menschliche Wesen tendiert dazu, seine Rolle überzubewerten, was andererseits im Gegensatz zu der außergewöhnlichen Zahl von Menschen steht, die die höchsten Träume verkörpern.

Jedoch ist niemand von sich aus gut oder schlecht. Keiner von uns ist für die Rolle geschaffen, die er in der revolutionären Gesellschaft einnehmen sollte. Teilweise hatten wir Kubaner das Privileg, auf das Beispiel José Martís zurückgreifen zu können. Ich frage mich sogar, ob er wirklich in Dos Ríos sterben musste, als er sagte „Für mich ist es Zeit“ und gegen die spanischen Streitkräfte vorpreschte, die, im Schützengraben verschanzt, eine solide Feuerlinie bildeten. Er wollte nicht in die Vereinigten Staaten zurückkehren und es gab niemanden, der ihn zur Rückkehr hätte veranlassen können. Jemand hat einige Seiten aus seinem Tagebuch herausgerissen. Wer hat diese perfide Schuld auf sich geladen? Es war zweifellos das Werk eines skrupellosen Intriganten. Man weiß, dass es Meinungsunterschiede zwischen den Kommandeuren gab, aber von Undiszipliniertheiten ist nichts bekannt. „Wer versucht, sich Kuba anzueignen, erntet den Staub seiner in Blut getränkten Erde, falls er nicht im Kampf umkommt“, erklärte der ruhmreiche schwarze Anführer Antonio Maceo. Man weiß auch, dass Maximo Gómez der disziplinierteste und bescheidenste militärische Führer unserer Geschichte war.

Wie könnte man, aus einem anderen Blickwinkel betrachtet, nicht die Empörung von Bonifacio Byrne bestaunen, der von einem entfernten Schiff aus, das ihn nach Kuba zurückbrachte, eine andere Fahne neben der mit dem einsamen Stern wahrnahm und sagte: „Meine Fahne ist jene, die noch nie eine Söldnerfahne gewesen ist …“, um dann sogleich einen der schönsten Sätze, die mir jemals zu Gehör gekommen sind, hinzuzufügen: „Wenn meine Fahne irgendwann Gefahr laufen sollte, in Fetzen zu gehen … werden unsere Toten noch ihre Arme erheben und sie zu verteidigen wissen! …“ Ich werde auch nicht die zündenden Worte vergessen, die Camilo Cienfuegos in jener Nacht aussprach, als Bazookas und Maschinengewehre US-amerikanischen Ursprungs in den Händen von Konterrevolutionären auf die Terrasse gerichtet waren, auf der wir uns befanden. Obama wurde im August 1961 geboren, wie er selber sagte. Über ein halbes Jahrhundert ist seit jemen Moment vergangen.

Lasst uns trotzdem einmal betrachten, wie unser illustrer Gast heute denkt:

„Ich bin hierher gekommen, um die letzten Spuren des kalten Krieges in den Amerikas hinter mir zu lassen. Ich bin hierher gekommen, um dem kubanischen Volk in Freundschaft meine Hand auszustrecken.“

Darauf folgte sofort eine Flut von Konzepten, die für die Mehrheit von uns völlig neu waren:

„Wir leben beide in einer von den Europäern kolonisierten neuen Welt“, fuhr der Präsident der Vereinigten Staaten fort. „Kuba wurde, genau wie die Vereinigten Staaten, von aus Afrika geholten Sklaven gebildet. Genau wie die Vereinigten Staaten hat Kuba ein Erbe von Sklaven und Sklavenhaltern.“

Die Ureinwohner kommen in der Vorstellung Obamas nicht vor. Er sagt auch nicht, dass die rassische Diskriminierung von der Revolution beseitigt wurde, dass die Rente und der Lohn aller Kubaner von dieser beschlossen wurde, als Obama gerade 10 Jahre alt war. Die verhasste und rassistische bürgerliche Gewohnheit, Handlanger zu beauftragen, die schwarzen Landleute aus den Erholungszentren zu werfen, wurde von der Revolution abgeschafft. Sie geht auch wegen der Schlachten in die Geschichte ein, die sie in Angola gegen die Apartheid schlug, wobei die Präsenz der Nuklearwaffen auf einem Kontinent mit mehr als einer Milliarde Bewohnern ein Ende gesetzt wurde. Das eigentliche Ziel unserer Solidarität war nicht das, sondern Angola, Mosambik, Guinea Bissau und anderen unter der faschistischen Kolonialherrschaft Portugals stehenden Völkern zu helfen.

1961, kaum ein Jahr und drei Monate nach dem Sieg der Revolution, wurde eine mit Kanonen, gepanzerter Infanterie und Flugzeugen ausgestattete Söldnerarmee ausgebildet und startete, begleitet von Kriegsschiffen und Fluzeugträgern der Vereinigten Staaten, einen Überraschungsangriff auf unser Land. Diese heimtückische, durch nichts zu rechtfertigende Attacke kostete unser Land Hunderte von Toten und Verletzten. Nirgendwo konnte man seitens der Pro-Yankee-Angriffsbrigade feststellen, dass auch nur ein Söldner evakuiert worden wäre. Kampfflugzeuge der USA wurden vor den Vereinten Nationen so dargestellt, als ob es von Aufständischen geflogene kubanische Flugzeuge wären.

Die militärische Erfahrung und Macht dieses Landes ist hinreichend bekannt. In Afrika haben sie auch geglaubt, dass das revolutionäre Kuba leicht außer Gefecht zu setzen sei. Der Angriff motorisierten Brigaden des rassistischen Südafrika auf den Süden Angolas brachte sie bis in die Nähe Luandas, der Hauptstadt des Landes. Hier begann ein Kampf, der sich praktisch 15 Jahre hinzog. Ich würde das nicht einmal erwähnen, wenn ich nicht die elementare Pflicht hätte, auf die Rede Obamas im Gran Teatro deLa Habana Alicia Alonso zu reagieren.

Ich werde auch nicht versuchen in Details zu gehen, sondern nur betonen, dass man dort eine ehrenvolle Seite im Kampf um die Befreiung des Menschen geschrieben hat. In gewisser Weise wünschte ich, dass Obama sich korrekt verhalten würde. Seine bescheidene Herkunft und seine natürliche Intelligenz sind offensichtlich. Mandela war sein Leben lang im Gefängnis und verwandelte sich in einen Giganten des Kampfes um die Würde des Menschen. Einmal geriet mir ein Buch in die Hände, in dem Teile des Lebens von Mandela beschrieben wurden und – welche Überraschung! – es hatte ein Vorwort von Obama. Ich habe es schnell durchgeblättert. Es war unglaublich, in welch kleiner Schrift Mandela seine genauen Angaben macht. Es lohnt sich, Menschen wie ihn kennengelernt zu haben.

Über die Episode in Südafrika sollte ich noch über eine weitere Erfahrung sprechen. Ich war wirklich daran interessiert, mehr Einzelheiten über die Art und Weise zu erfahren, wie die Südafrikaner an die Nuklearwaffen gekommen waren. Ich hatte nur die sehr präzise Information, dass es nicht mehr als zehn oder zwölf Bomben waren. Eine sichere Quelle wäre das Buch des Professors und Forschers Piero Gleijeses: „Missionen in Konflikt: Havanna, Washington und Afrika 1959 –1976“ gewesen, eine ausgezeichnete Arbeit. Ich wusste, dass er die sicherste Quelle für die Ereignisse darstellte, und so sagte ich es ihm. Er antwortete mir, dass er nicht weiter über diese Sache gesprochen hätte, weil er in dem Text auf die Fragen des Compañero Jorge Risquet eingegangen sei, der kubanischer Botschafter und Mitarbeiter in Angola und ein enger Freund von ihm war. Ich machte Risquet ausfindig, der mit anderen Aufgaben betraut, gerade dabei war einen Kurs zu beenden, der noch einige Wochen dauern würde.

Diese Aufgabe fiel zeitlich mit einer jüngeren Reise von Piero in unser Land zusammen. Ich hatte ihn darauf hingewiesen, dass Risquet schon betagt und seine Gesundheit nicht optimal sei. Ein paar Tage später geschah, was ich befürchtet hatte. Risquet ging es immer schlechter und er starb. Als Piero kam, gab es nichts zu tun, außer Versprechungen, aber ich hatte schon Information in Verbindung mit dieser Waffe erhalten, und über die Hilfe, die das rassistische Südafrika von Reagan und Israel erhalten hatte.
Ich weiß nicht, was Obama jetzt über diese Geschichte zu sagen hat. Ich weiß nicht, was er wusste oder nicht wusste, obwohl es sehr zweifelhaft ist, dass er absolut nichts wissen würde. Mein bescheidener Vorschlag ist, dass er reflektiert und jetzt nicht versucht, Theorien über die kubanische Politik zu entwickeln.

Eine wichtige Frage besteht darin:
Obama hielt eine Rede, in der er die honigsüßesten Worte benutzte um auszudrücken: „Es ist an der Zeit, die Vergangenheit zu vergessen, lassen wir die Vergangenheit hinter uns, blicken wir in die Zukunft, lassen Sie sie uns gemeinsam erblicken, eine Zukunft der Hoffnung. Und es wird nicht einfach sein, es wird Herausforderungen geben, und denen werden wir Zeit geben; aber mein Aufenthalt hier gibt mir mehr Hoffnung für das, was wir zusammen tun können, als Freunde, als Familien, als Nachbarn, zusammen.“
Es ist anzunehmen, dass bei diesen Worten des Präsidenten der Vereinigten Staaten jeder von uns Gefahr lief, einen Herzinfarkt zu bekommen. Nach einer erbarmungslosen Blockade, die schon fast 60 Jahre andauert! Und diejenigen, die bei den Söldnerangriffen auf kubanische Schiffe und Häfen starben? Ein mitten im Flug gesprengtes Linienflugzeug voller Passagiere, Söldner-Invasionen, Gewalttaten?
Niemand sollte sich der Illusion hingeben, dass das Volk dieses edlen und selbstlosen Landes auf den Ruhm und die Rechte verzichten werde, oder auf den geistigen Reichtum, den es mit der Entwicklung von Bildung, Wissenschaft und Kultur gewonnen hat.
Ich weise auch darauf hin, dass wir in der Lage sind, mit den Anstrengungen und der Intelligenz unseres Volkes die Nahrung und den materiellen Reichtum zu produzieren, die wir brauchen. Wir haben keine Geschenke des Imperiums nötig. Unsere Bemühungen werden rechtmäßig und friedlich sein, denn sie entsprechen unsere Verpflichtung gegenüber dem Frieden und der Brüderlichkeit aller Menschen, die auf diesem Planeten leben.
Fidel Castro Ruz
27. März 2016
22.25 Uhr