Erhalten Kubaner bald Internetanschluss am Domizil? (UPDATE)

Die kubanische Regierung hat dieses Jahr mehrmals bekräftigt, dass sie baldmöglichst jedem Kubaner und jeder Kubanerin Zugang zum Internet verschaffen möchte. In der vergangenen Jahren war dies, vor allem aus technischen Gründen, nicht möglich. Nachdem nun die Regierung diese Woche bekannt gab dass ab 1. Juli 35 WIFI Hotspots im ganzen Land in Betrieb sein werden, gibt es nun neue Gerüchte. ETECSA, das staatliche Telekommunikationsunternehmen soll schon bald Internetanschlüsse am Domizil anbieten.

Dazu gibt es sogar schon  eine Tarifübersicht:

Internet

Hier die kompletten Infos dazu von ETECSA. (Spanisch)

Kubainfos bleibt dran und informiert sobald wir mehr wissen….

UPDATE: Mittlerweile gab ETECSA via der Zeitung Granma bekannt, dass es sich bei der Meldung über Internethausanschluss um eine Fehlinformation handle. Das „geleakte“ Dokument sei Schulungsmaterial für Spezialisten. Auch die Preise seien nur Beispiele. Man wolle der gesamten Bevölkerung so gut wie es geht Internetzugänge anbieten, priorisiere dabei jedoch des Ausbau kollektiver Zugänge über Internetcafés und den neu geschaffenen WIFI Zonen.

(kubainfos)

Kubas Wirtschaft ist trotz andauerndem US-Embargo auf gutem Kurs

Kubas grösster Containerhafen
Kubas grösster Containerhafen „Mariel“ Foto: http://www.dw.com

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Kubas wächst in der ersten Hälfte des Jahres 2015 etwas über 4%.  Im Vergleich zum Jahr 2014 wachsen sämtliche Wirtschaftsbereiche. Die höchsten Wachstumsraten verzeichnen die Zuckerindustrie, das Bauwesen und der Aussenhandel. Auch der Tourismus weist ein kräftiges Wachstum von 15,1% in den ersten 4 Monaten auf.

Die grössten Herausforderungen hat Kuba noch immer im Im- respektive Export. Während Kuba z.B. im Jahr 2013 für rund 5,5 Milliarden USD Waren exportierte, musste es im selben Jahr Waren für rund 14,7 Milliarden USD importieren. Dieses grosse Defizit möchte Kuba in Zukunft vermeiden. Dies schon seit dem Jahr 2010, als man im zehnte Kongress der Vereinigung für Kleinbauern (Asociación Nacional de Agricultores Pequeños – ANAP), beschlossen hat die eigene Nahrungsmittelproduktion mit der Bildung von Kooperativen zu steigern und damit die Abhängigkeit von Nahrungsmittelimporten zu verringern.

Ein wichtiger Schlüssel zur positiven Entwicklung der kubanischen Aussenhandelsbilanz wird eine allfällige Aufhebung des gegen Kuba gerichteten US-Embargos darstellen. Auf einen Schlag wäre ein riesiger Markt von über 318 Millionen Menschen offen die mit kubanischem Zucker, Medikamenten, Rum, Zigarren und anderen kubanischen Exportprodukten beliefert werden könnten. Auch der Tourismussektor würde enorm von einer Aufhebung profitieren. Von Kanada mit seinen 35 Millionen Einwohnern kommen jährlich rund 1,1 Millionen Menschen und besuchen die karibische Insel. Bald könnten Millionen Amerikaner die Insel besuchen und Kuba damit zu einem grossen Wirtschaftswachstum verhelfen.

Zu grossen Schäden in der kubanischen Wirtschaft führen ausserdem das Fehlen von Ersatzteilen und Probleme bei der Logistik. Bis März wurde für Liegezeiten von Containern und Schiffen 2,1 Millionen US-Dollar bezahlt. Ein grosser Teil davon ist den Transportschwierigkeiten zuzuordnen.

Weitere wirtschaftliche Kennzahlen und aktuelle Trends findet ihr hier: https://cubaheute.wordpress.com/wirtschaft/Indikatoren/

(kubainfos)

Damit die Debatte die ganze Jugend erreicht

José Ramón Machado Ventura, zweiter Sekretär des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Kubas, stand dem 11. Plenum des Nationalen Komitees der Union der Kommunistischen Jugend (UJC) vor.

Jugendliche aus vielen Teilen des Landes beteiligten sich mit Redebeiträgen an der Debatte Foto: Anabel Díaz
Jugendliche aus vielen Teilen des Landes beteiligten sich mit Redebeiträgen an der Debatte Foto: Anabel Díaz

Kurze Zeit vor dem im Juli stattfindenden 10. Kongress der UJC wurde gestern im Kongresszentrum Lazaro Peña das 11. Plenum des Nationalen Komitees dieser Organisation abgehalten.

Dies war der Ort, um über den Stand der auf dem 9. Kongress angenommenen Vereinbarungen zu sprechen. Man kam zu dem Schluss, dass wenn sich auch die Organisation fortentwickelt habe, noch Unzufriedenheit darüber bestehe, dass die großen Events eine größere Wirkung auf die Jugend gehabt hätten als die eigenen sich selbst gestellten täglichen Ziele. Außerdem gab es verschiedenartige Auffassungen darüber, was die Ausbildung der Kader der UJC angeht.

Darüber sagte José Ramón Machado Ventura, dass die Zeit der schematisch handelnden Kader zu Ende sei und dass es jetzt darauf ankomme, Führungspersonen zu formen, die mit ihrem eigenen Kopf denken, zum Nutzen derer, die sie vertreten.

Er sagte weiter, dass auch wenn man diesen Orientierungen geben müsse, sie aber dennoch Autonomie haben müssten, damit es ihnen möglich sei, geeignete Problemlösungen zu finden.

An anderer Stelle der Debatte sagte Machado Ventura, es sei notwendig, dass die Komitees an der Basis über ihre Schwierigkeiten vor Ort sprechen, um so die Beschlüsse beeinflussen und an ihnen teilhaben zu können. Er betonte die elementare Rolle des Generalsekretärs.

Was die Vereinbarungen angehe, die noch vom vorherigen Kongress bestehen geblieben seien und auf denen man bestehen müsse, unterstrich die zweite Sekretärin der UJC Susely Morfa González die integrale Vorbereitung der Kader, der Aktiven und der Jugendlichen, das Eingehen auf deren Besorgnisse, die aufmerksame Beobachtung des Umfelds der Jugend als Möglichkeit, die Anzahl der Aktiven zu erhöhen, den Eintritt in die Kommunistische Partei Kubas, die Förderung von Aktivitäten, die die Geschichte Kubas den Jugendlichen näher bringen, die Berufsausbildung sowie die Fortsetzung der Studien und die Arbeitsvermittlung.

Weiter müsse man sich mit den Laufbahnen beschäftigen, denen Priorität eingeräumt werde, dem nicht-staatlichen Sektor Aufmerksamkeit zuwenden und Jugendliche für den freiwilligen weiblichen Militärdienst gewinnen. Ein besonderer Schwerpunkt müsse auf die Nutzung neuer Technologien und sozialer Netze für den ideologischen Kampf gelegt werden sowie auf die Förderungt von Freizeitaktivitäten.

Die erste Sekretärin der UJC in Holguín, Neyla Leyva Rodriguez, hob hervor, dass es in dem Kontext, in dem Kuba aktuell lebe, wichtig sei, gemeinsam an der besseren Vorbereitung der Kader zu arbeiten und mehr Möglichkeiten in der politischen und ideologischen Arbeit zur Verfügung zu haben.

Autor: Amaya Saborit Alfonso (Granma), Verbesserung der Übersetzung durch kubainfos

Buena Fe aus Kuba – „Ich wünsche mir mehr Gerechtigkeit auf der Welt und mehr Demokratie!“

Israel Rojas von der kubanischen Band „Buena Fe“ stellt sich vor:

Buena Fe ist ein Duo das ursprünglich aus Guantánamo in Kuba kommt und mittlerweile in Havanna lebt. Viele ihrer Lieder sind revolutionär, antikapitalistisch oder auch gesellschaftskritisch. Am 26. und 27. Juni präsentieren sie im Theater Karl Marx in Havanna ihr neues Album „SOY“.

Hier noch eine Diskografie der bisher erschienenen Albums. Viele der Lieder findet man auf Youtube: 

Déjame entrar (2001)

  1. Déjame entrar
  2. Psicología al día
  3. Como un espejismo
  4. La zanja
  5. La ventana
  6. Guantanamero
  7. Como el neanderthal
  8. No juegues con mi soledad
  9. Puede que sí puede que no
  10. El destino de la abeja
  11. Para no ver eso
  12. Fuego y balacera
Productor: Israel Rojas, Ernesto Cisneros, Adolfo Martínez (Fito)
Asistentes de Producción:Cirilo Arozarena
Diseño: María de los Ángeles González
Obra en portada: Nelson Domínguez
Duo buena fe disco dejame entrar.jpg
Arsenal (2003)

  1. Arsenal
  2. To be or no te vi
  3. Tras tus pies
  4. Buen viaje
  5. Intimidad
  6. Nunca digas nunca
  7. Cuando te amo
  8. Soñar en azul
  9. Noviembre
  10. Parque de provincia
  11. Propuesta
  12. Fin de fiesta
Productor: José Manuel García
Asistentes de Producción: Félix Paradelo, Cirilo Arozarena
Grabación y Masterización: Adolfo „Fito“ Martínez
Diseño: Rancaño, Laura Portilla
Arreglos:Yoel Martínez, Ernesto Cisnero, Amed Medina, Israel Rojas, Alejandro Bonzón, M. Pérez
Duo buena fe disco arsenal.jpg
Corazonero (2004)

  1. Llegaré, llegaré
  2. El duende del bache
  3. Cuando tú me faltas
  4. Por si las moscas
  5. Corazonero
  6. Sé de un ser
  7. Navegando a la deriva
  8. Soy
  9. Nacimos ángeles
  10. Argumentos
  11. Fiarme de ti
  12. Dios salve al rey
Productor: José Manuel García
Asistentes de Producción: Rocío Gracía, Félix Paradelo
Grabación: Eduardo Pérez
Diseño: Tomás Miña
Arreglos: Amed Medina, Emilio Vega y Ernesto Cisnero
Duo buena fe disco corazonero.jpg
Presagios (2006)

  1. Quién es
  2. Contragolpes
  3. Das más
  4. Nalgas
  5. Con hijo incluido
  6. Sola va ya
  7. El eco de las plazas
  8. Sigo cayendo
  9. Premoniciones
  10. Si la vida pide vía
  11. Balada para Mario Conde
  12. Gracias por el fuego
Productor: José Manuel García
Asistentes de Producción: Rocío Gracía, Félix Paradelo, Omar Lafita
Grabación: Eduardo Pérez
Diseño: Tomás Miña
Arreglos: Amed Medina, Emilio Vega
Duo buena fe disco presagios.jpg
Catalejo (2008)

  1. Los barcos en el puerto
  2. Cada país
  3. La primera vez
  4. En cueros
  5. Lástima
  6. Fuera
  7. Catalejo
  8. Fantasmas
  9. A la muerte
  10. Mi aire
  11. Viernes, Sábado y Domingo
  12. Soy lo que ves
Productor: José Manuel García
Asistentes de Producción: José Raúl Varona
Grabación: Eduardo Pérez
Diseño: Tomás Miña
Arreglos: Amed Medina, Emilio Vega y Eduardo Sardiñas
Duo buena fe disco catalejo.jpg
Extremistas Nobles (2010)
(con Frank Delgado)

  1. Extremistas Nobles
  2. El Gorrión
  3. Loco por Ti
  4. Cubañolito
  5. No te Salves
  6. Debo Ser Feliz
  7. Retazos de Amor
  8. Pescador de Sonrisas
  9. Melecio tenía Razón
  10. Afuera
  11. Sueños Simples
Sello discografico: EGREM
Grabación, mezcla y masterización: Adolfo Fito Martínez
Ilustración: Juan Padrón
Extremistas-nobles-buenafe-frankDelgado-1-.jpg
Pi 3.14 (2010)

  1. Lo que fue
  2. Dos emigrantes
  3. π 3,14
  4. Libre
  5. Mamífero Nacional (conElíades Ochoa)
  6. Sospecha
  7. Contra corriente
  8. Despedida (con Pablo Milanés)
  9. Lotería
  10. Mar adentro
  11. Miedos (con Los Aldeanos)
  12. Todo el mundo cuenta
Sello discográfico: EGREM
Producción Musical: Israel Rojas Fiel
Diseñadora: Lizbett Villegas Gutiérrez
Buena-fe-pi3.14.jpg
Dial (2013)

  1. Radio Reloj (intro)
  2. Acompáñame
  3. Buena hembra, mala sangre
  4. Pasa o parece
  5. La novela (sound track)
  6. Ojeo
  7. Volar sin ti
  8. Complaciendo peticiones (soundtrack)
  9. Si yo fuera
  10. Pablo
  11. Sandalio y Estelvina (soundtrack)
  12. Se bota a matar
  13. La culpa
  14. De proa a popa
  15. Papel en blanco
  16. Dial
  17. Corazón Universidad (bonustrack)
Sello discográfico: EGREM
Producción Musical:
Diseñadora:
Buena-fe-dial.jpg.jpg

(Quelle der Diskografie: http://www.ecured.cu/index.php/D%C3%BAo_Buena_Fe)

Ein antikapitalistisches Lied von Buena Fe:

(kubainfos)

Kubanische Ärzte in Nepal behandelten über 4.600 Patienten

 Die kubanische Ärztebrigade Henry Reeves im Einsatz in Nepal Quelle: cubadebate.cu

Die kubanische Ärztebrigade Henry Reeves im Einsatz in Nepal
Quelle: cubadebate.cu

Kathmandu/Havanna. Die kubanische Ärztebrigade Henry Reeves hat seit ihrer Ankunft in Nepal Mitte Mai bereits 4.610 Patienten behandelt und 52 chirurgische Eingriffe durchgeführt. Dies berichtete jüngst das kubanische Nachrichtenportal „Cubadebate“. Am 25. April 2015 erschütterte ein schweres Erdbeben das asiatische Land, bis heute forderte die Katastrophe über 8.000 Todesopfer.

Wenige Wochen nach dem Erdbeben sandten Kuba und Venezuela Ärzte und Pflegepersonal, um die überlasteten Gesundheitseinrichtungen vor Ort zu unterstützen. Das kubanische Team erreichte den Einsatzort Kathmandu am 14. Mai. Bereits in der ersten Woche nach ihrer Ankunft gelang es den 49 Ärzten und Krankenschwestern, rund 1.000 Patienten vor Ort zu behandeln. Neben einer mobilen OP-Klinik brachten die Kubaner auch Labore, Ultraschallgeräte und andere Ausrüstungen in die Krisenregion.

Das sozialistische Kuba verfügt über eine lange Tradition internationaler Hilfseinsätze und medizinischer Katastrophenhilfe. Im Jahr 2010 schickte das Land über 1.200 Ärzte nach Haiti, um den Cholera-Ausbruch nach der damaligen Erdbebenkatastrophe zu bekämpfen. Zuletzt waren vergangenes Jahr Hunderte kubanische Mediziner beim Kampf gegen die Ebola-Epidemie in Westafrika im Einsatz.

Marcel Kunzmann,  https://amerika21.de/2015/06/123357/kubanische-aerzte-Nepal

Kuba von US-Terrorliste gestrichen

Havanna, antiimperialistischer Platz, Foto: AP Javier Galeano
Havanna, antiimperialistischer Platz, Foto: AP Javier Galeano

Die Sozialistische Karibikinsel ist kein »Schurkenstaat« mehr. Bankgeschäfte ermöglicht. Hoffnung auf baldiges Ende der Blockade

Von diesem Wochenende an ist Kuba für die USA kein »Schurkenstaat« mehr. Das US-Außenministerium hatte Mitte April angekündigt, das Land von der Liste derjenigen Staaten zu streichen, die den Terrorismus unterstützen. Am gestrigen Freitag um Mitternacht ist eine 45tägige Einspruchsfrist des Kongresses dagegen verstrichen. Mit der Veröffentlichung im US-Amtsblatt Federal Register, die für kommenden Montag erwartet wird, tritt die neue Regelung formal in Kraft. Zu den »Schurken« zählt Washington dann noch drei Länder: Iran, Syrien und den Sudan.

Die Regierung in Havanna hat seit Jahren gefordert, von der Terrorliste gestrichen zu werden, die zuletzt auch die Verhandlungen zwischen Kuba und den USA über eine Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen blockiert hatte. »Kuba hätte nie auf dieser Liste stehen dürfen«, kritisierte Präsident Raúl Castro, »denn von unserem Land ist nie Terror gegenüber Bürgern und Einrichtungen der USA ausgegangen«. Dagegen hätten in den USA organisierte und von dort ausgehende terroristische Attacken in Kuba 3.478 Todesopfer und 2.099 körperlich dauerhaft Versehrte gefordert. Juristen, Intellektuelle und die internationale Kuba-Solidaritätsbewegung wiesen darauf hin, dass sich gesuchte Terroristen, wie der Massenmörder Luís Posada Carriles, frei in den USA bewegen und dort über ihre Opfer lustig machen könnten, während Kuba von den USA als »Schurkenstaat« denunziert würde. (1)

Washington hatte das Land 1982 wegen angeblicher »Verbindungen zum internationalen Terrorismus« in das Verzeichnis aufgenommen. Mit dieser Maßnahme sollte die kubanische Regierung als illegal dargestellt und zugleich die völkerrechtswidrige Blockade legitimiert werden. Die Liste wurde von US-Behörden zudem als Begründung genutzt, um über Banken, die Geschäftsbeziehungen zu Kuba pflegen, Bußgelder in Millionenhöhe zu verhängen. Im vergangenen Jahr waren die französische Großbank BNP Paribas und die bundesdeutsche Commerzbank wegen Verbindungen zu Kuba von der US-Finanzbehörde mit Rekordstrafen belegt worden.

Durch ihre exterritoriale Anwendung war die Liste »faktisch für Kuba eine permanente Bedrohung«, sagte der international bekannte Völkerrechtler Norman Paech. Es sei allerdings absurd, fügte er angesichts der Gespräche über die Wiedereröffnung von Botschaften hinzu, dass die USA diplomatische Beziehungen zu einem Staat aufnehmen wollten, dem sie die Förderung des Terrorismus vorwerfen. Das sei auch für die USA zu einem Problem geworden.

Für Havanna war die Streichung von der US-Terrorliste ohnehin eine Voraussetzung für die Wiederaufnahme der 1961 durch Washington abgebrochenen diplomatischen Beziehungen. Ein anderer Punkt, die Ermöglichung normaler Bankgeschäfte für Kubas Interessenvertretungen in den USA, gilt mit der Eröffnung eines Kontos bei der Stonegate-Bank in Florida Anfang vergangener Woche, als abgehakt.

Wie der US-Nachrichtensender ABC News am Donnerstag unter Verweis auf »zwei Quellen aus dem Umfeld der bisherigen Verhandlungen« meldete, wird damit gerechnet, dass die Regierungen in Havanna und Washington in der kommenden Woche formal die Eröffnung von Botschaften in den jeweiligen Hauptstädten bekannt geben werden. Der demokratische Senator Tom Udall aus New Mexico sagte am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in Havanna, die Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen sei nur noch »eine Frage von Wochen«. Als Mitglied einer Gruppe von vier Abgeordneten, die in dieser Woche Gespräche in der kubanischen Hauptstadt führten, informierte er zudem darüber, dass in beiden Parteien des Kongresses die Unterstützung für eine »zumindest teilweise Aufhebung« der Sanktionen wachse.

Die Streichung Kubas von der Terrorliste erhöht den Druck auf die Kongressabgeordneten zur Beendigung der seit Anfang 1962 gegen das Land aufrecht erhaltenen Wirtschafts-, Handels- und Finanzblockade. Deren vollständige Beseitigung betrachtet Havanna als unverzichtbare Voraussetzung für eine Normalisierung der Beziehungen zwischen beiden Ländern. Nach Ansicht Kubas ist die Wiedereröffnung von Botschaften lediglich ein erster Schritt dahin. Neben der Aufhebung der Blockade müssten eine Reihe weiterer Voraussetzungen erfüllt sein. Havanna fordert unter anderem die Rückgabe des seit 1903 von den USA besetzten Gebietes in der Bucht von Guantánamo, eine Entschädigung für die durch Blockade und Terror gegenüber Kuba angerichteten Schäden, die Einstellung von illegalen Radio- und Fernsehprogrammen zur Destabilisierung des Landes sowie die Beendigung des illegalen Trainings von Systemgegnern in den diplomatischen Einrichtungen der USA in Kuba. Volker Hermsdorf – junge Welt 30.05.15

(1)Opfer des US-geförderten Terrors: 73 Menschen starben am 6. Oktober 1976 beim Bombenanschlag von Contras auf ein kubanisches Passagierflugzeug (Havanna, 20.4.2007)

(Volker Hermsdorf – junge Welt 30.05.15 )