Stadtentwicklung in Kuba – Aufwertung ohne Verdrängung

Wie Aufwertung im Kapitalismus funktioniert, wissen wir. Bei einer Reise nach Kuba fragten wir nach, wie diese im Sozialismus vonstatten geht.

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AnwohnerInnen beim Wiederaufbau des Quartiers

Im Jahr 2012 überzog der Hurrikan Sandy die kubanische Stadt Santiago de Cuba, in der rund eine halbe Million Menschen leben. 130’000 Häuser wurden beschädigt, rund ein Zehntel davon komplett zerstört. Doch der Wiederaufbau begann schnell, nach zwei Tagen trafen Arbeitsbrigaden aus verschiedenen Landesteilen in der Stadt ein, um mit anzupacken.

Drei Jahre später sieht man in der Stadt kaum mehr etwas, das an den Hurrikan erinnern würde. Im Gegenteil, Santiago de Cuba blüht richtiggehend auf. Es gibt eine neue Uferpromenade, die Bucht wurde aufgewertet und soll als Naherholungsgebiet dienen, aus Lagerhäusern wurden Restaurants und eine Bierbrauerei, neue Parks und Plätze sollen die Quartiere am Hafen zu einem Anziehungspunkt für Touristen und Einheimischen machen.

Stadtplanung von den BewohnerInnen

Klar, dass bei so überschwänglichen Worten auch die Frage aufkommt, was dieser Entwicklungsprozess denn für die dortigen BewohnerInnen bedeutet. Denn aufgrund der Erfahrungen mit Stadtaufwertung im Kapitalismus würden wir davon ausgehen, dass dieser Prozess nicht nur eine Aufwertung der Quartiere, sondern auch eine Verdrängung eines Grossteils der bisherigen Bevölkerung zur Folge hätte. Man stelle sich vor, die Stadtplaner, Baufirmen und Investoren der Schweiz erhielten die Möglichkeit, in Zürich das Niederdorf neu zu bauen, sich in Kleinbasel auszutoben oder im Berner Lorrainequartier zu wüten.

In Gesprächen mit Menschen aus Santiago de Cuba zeigte sich aber schnell, dass der Prozess hier ganz anders läuft als wir ihn sonst kennen. Es gab Workshops, Zusammenkünfte und Gemeindeversammlungen, in denen darüber diskutiert wurde, wie die Stadt denn aussehen soll. «Wir haben einen wesentlichen Teil dazu beigetragen, dass das gebaut wird, was uns was bringt und wir auch wollen», sagte uns eine 49 jährige Erzieherin aus Las Tunas, die schon über 30 Jahren in diesem Quartier lebt und arbeitet, «dazu gab es hunderte Versammlungen, bis alle Projekte abgesegnet waren.» Dabei verliefen die Diskussionen nicht oberflächlich, wie man es von Infoanlässen bei Grossprojekten in der Schweiz kennt. Die Quartierbevölkerung brachte eigene Vorschläge ein, diskutierte die Ideen der Experten und verwarf auch einiges, das ihnen vorgesetzt wurde. Oder wie es ein 36 jähriger Motorradtaxifahrer formulierte: «Die Leute, die hier wohnen, entscheiden was mit dem Quartier passiert.»

Eine Knacknuss war beispielsweise das Abwägen zwischen der Entwicklung des Quartiers hin zu einem touristischen Zentrum oder dem Erhalt des Quartiers in seiner bisherigen Form. Während es wohl lukrativ gewesen wäre, entlang der Uferpromenade die alten Lagerhallen und Bauruinen abzureissen und sie mit neuen Hotels und Bars zu ersetzen, die Touristen anziehen würden, entschieden sich die EinwohnerInnen klar gegen derartige Ideen. Statt einer Touristenmeile wollte man ein durchmischtes Quartier, wo es auch Platz für Gäste aus dem Ausland hat, aber das vor allem eben denen entspricht, die dort leben. Neben der oben erwähnten neuen Bierbrauerei gibt es deshalb nun subventionierte Läden mit Früchten und Gemüsen. Ein Restaurant auf einer Fähre im Hafen richtet sich explizit an die Einheimischen und die zahlreichen öffentlichen Parks und Plätze sind hauptsächlich für die Quartierbewohner konzipiert.

Ein weiteres Beispiel dafür, wie Stadtentwicklung von unten aussehen kann, ist der Umgang mit den BewohnerInnen derjeniger Häuser, die saniert wurden. Während in der Aufwertung im Kapitalismus die Sanierung einer Liegenschaft üblicherweise zuerst die Kündigung der Mietverträge der bisherigen BewohnerInnen bedeutet und nach vollzogener Sanierung die selben Wohnungen zu weit teureren Preisen wieder auf den Markt kommen, lief das in Santiago de Cuba ganz anders ab. Wenn die Wohnung von jemand saniert wurde, erhielt diese Person für diese Zeit eine Wohnung in einer anderen Gegend. Nach Abschluss der Bauarbeiten konnte man dann zurück in die frisch sanierte Wohnung, selbstverständlich ohne irgendeinen Mietzuschlag. Félix Alfonso, ein kubanischer Historiker der sich vor allem mit der Geschichte von Havanna befasst, sagte dazu: «Was unsere Renovierungen einzigartig macht, ist der Fakt, dass es kein Beispiel von Gentrifizierung ist, wo die Reichen Gebäude kaufen und renovieren, während die Armen wegziehen müssen. Unsere historischen Zentren bleiben ein Ort, wo gewöhnliche Menschen leben und arbeiten.»

Aufwertung im Sozialismus statt Gentrifizierung

Dass hier mit den Menschen geplant wird und nicht über ihre Köpfe hinweg Lofts und Hochhäuser gebaut werden, hat selbstverständlich auch einen Einfluss auf die die Art und Weise, wie die EinwohnerInnen von Santiago de Cuba diesen Stadtentwicklungsprozess aufnehmen. Sinnbildlich dafür ist die Tatsache, dass es die Leute aus dem Quartier nicht bloss beim mitdiskutieren beliessen. Auch auf den Baustellen waren immer wieder Menschen anzutreffen, die freiwillig am Aufbau ihres neuen Quartiers teilnahmen. Ein 50-jähriger Anwohner sagte uns: «Die Jungen haben freiwillig auf der Baustelle gearbeitet, weil es für sie ihr Projekt war. Sie werden das neu Gebaute am meisten benützen.» Organisiert wurde dies auch von den Gewerkschaften und den Politikern aus dem Stadtviertelsrat, aber gerade die Organisationen der Jugend übernahmen viel Verantwortung. Schüler und Studenten der nahegelegenen Sekundarschule und Wirtschaftshochschule seien gewissermassen Stammgäste auf den Baustellen gewesen. Am Beispiel Kubas zeigt sich, dass Aufwertung eben nicht Vertreibung heissen muss. Die Verdrängung, die uns hier als logische und unumkehrbare Entwicklung verkauft wird, ist nur im Kapitalismus unvermeidbar.

(Kubainfos)

Das Jahr 2015 war ein gutes Jahr für den Tourismus in Santiago de Cuba

Ein Blick in die Statistik zeigt, dass das Jahr 2015 für den Tourismus in Santiago de Cuba ein sehr gutes Jahr war. Das Wachstum bei den Ankünften von Touristen beträgt 20%. Damit kann Santiago mit 11 Millionen Pesos mehr rechnen, als für das Jahr 2015 eingeplant wurde.

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wird bald eröffnet: „Hotel Imperial“ im Zentrum von Santiago de Cuba (mehr Fotos auf Facebook: Miguel Noa Menéndez)

Das 500 Jahre Jubiläum der Stadt Santiago wurde von Hotelneueröffnungen, Renovationen und vielen Erweiterungen der touristischen Dienstleistungen geprägt. (einige dieser Neuigkeiten sind hier beschrieben: „Santiago de Cuba mit bedeutenden Neuerungen zum 500 Jahre Jubiläum“

Vor allem die Winterhochsaison startete mit sehr guten Zahlen. Dazu beigetragen haben neue Direktflüge von Kanada durch Sunwing Airlines und die erstmalige Ankunft von einer grossen Zahl Venezolanischen Touristen. Ausserdem haben dank neu eröffneten Kreuzfahrtterminals mehr Kreuzfahrtschiffe die Karibikstadt besucht.

Für die Bevölkerung gehörte der neu gebauten Malecón und der neu eröffneten “Ocio Club” zu den belibtesten Orten um die Freizeit zu verbringen. Die Eröffnung des “Grand Hotel” und des monumentalen Hotel “Imperial” ist auf Anfang dieses Jahres geplant.

Auch das Aus- und Weiterbildungsangebot im Tourismusbereich wurde verbessert. Zum 20 Jahre Jubiläum der Tourismusgewerkschaft gab es verschiedene Feiern und ein erweitertes Angebot für Angestellte im Tourismus in Form von Sprachkursen, Schulungen und Workshops.

Für die Zukunft möchte man ausserdem die Gastronomie ausbauen und in diesem Bereich vielfältiger werden. Auch in Sachen Kulturunterhaltung wird das jetzt schon sehr breite Angebot noch vergrössert werden.

Das alles sind sehr gute Neuigkeiten und wir sind überzeugt das Santiago de Cuba auch im Jahr 2016 mit seiner authentischen Gastfreundschaft, seiner lebendigen Kultur und natürlich mit viel Musik und Lebensfreude Tausende Touristen begeistern wird.

(Kubainfos)

PS: Einen aktuellen Reisebericht zu Santiago de Cuba findet ihr hier:

Vorbildhaft hält das Land an seinen sozialistischen Grundsätzen fest (Reisebericht + Fotos)

Kuba Infos wünscht ein gutes neues Jahr 2016. Als Start ins neue Jahr haben wir einen interessanten Reisebericht einer Kuba-Kennerin der Vereinigung Schweiz-Cuba für euch.

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neu renovierter Boulevard „Enramadas“ in Santiago de Cuba (Dezember 2015)

Zum 15. Mal bereise ich Cuba, und wenn ich vergleiche, was war und was ist, gibt es Bereiche mit grossen Unterschieden, andere mit praktisch keinen. Nun ist natürlich meine Sichtweise beschränkt, es ist die einer Touristin, allerdings einer Touristin mit Zugang zu Diskussionen mit Cubaner_innen aus unterschiedlichsten sozialen Gruppen. Mein Bericht ist von unserer Reise durch das Land geprägt und bezieht sich nicht auf die Situation in Havanna, mit der man sich speziell befassen müsste.

Das Land leidet nach wie vor unter der Blockade, dies ist offensichtlich. So ist es enorm schwierig, im Lande selbst die Infrastruktur auf Vordermann zu bringen und die Wirtschaft anzukurbeln. Die Regierung möchte die Landwirtschaft fördern und stellt Willigen zu besten Konditionen Land für den Anbau zur Verfügung. Wie aber soll das Land bebaut werden wenn keine Werkzeuge oder Traktoren zur Verfügung stehen? Ähnlich steht es wohl in vielen Bereichen, immer wieder scheitert vorhandenes „Know-how“ an materiellen Hürden. So kann ich es gut nachvollziehen, dass initiative, fantasievolle und unternehmungslustige Leute an eben diesen Gegebenheiten fast verzweifeln und – auch weil Cuba eine Insel ist, und man einmal etwas anderes sehen möchte – ihr Glück im Ausland versuchen wollen. Cubaner_innen können bekanntlich legal ausreisen, so sie denn das dazu nötige Geld haben und das Land, in welches sie reisen wollen, sie auch hereinlässt.

Das eben aktuelle „Stranden“ von über 3000 Cubaner_innen in Zentralamerika hat allerdings noch einen ganz anderen Grund: Da Cuba und die USA seit Dezember 2014 diplomatische Beziehungen aufgenommen haben, befürchten viele, dass der Cuban Adjustment Act („dry foot – wet foot“) bald aufgehoben werden könnte, welcher jedem/jeder Cubaner_in, der/die die USA erreicht, sofortige Staatsbürgerschaft und Privilegien gegenüber andern Lateinamerikaner_innen verspricht.

Vorbildhaft hält das Land an seinen sozialistischen Grundsätzen fest und dies ist natürlich nicht gratis: Der Staat garantiert den Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung für alle, zahlt für seine Bürger_innen täglich 11 Millionen Brote und einen Liter Milch für alle Kinder unter 7 Jahren. Und wie soll das alles berappt werden? In einem Land, dem kaum Kredite gewährt werden? Cuba muss importierte Lebensmittel meist cash in Dollar bezahlen. Diese Gratwanderung kann nur mit Hilfe des Tourismus bewältigt werden. Cuba schafft es nur mit grosser Mühe, die Infrastruktur einigermassen auf dem heutzutage von den Touristen verlangten Niveau zu halten; das feuchtheisse Klima und die salzhaltige Meeresluft nagen permanent an Holz, Metall und Farbanstrichen.

Angesichts dieser Situation erleben wir immer wieder Erfreuliches: Überall im Lande stellen wir mehr Bautätigkeit fest als je, sei dies privater Ausbau der eigenen Casa (häufig mit Hilfe von Bekannten aus dem Ausland) oder staatlicher Häuserbau.

staatlicher Häuserbau
staatlicher Häuserbau in Santiago de Cuba (Dezember 2015)

Santiago de Cuba hat sich innerhalb eines Jahres zur Perle gemausert. Nachdem die Stadt 2012 vom Wirbelsturm Sandy sozusagen flach gefegt wurde, hat sie sich unter dem landesweit berühmten ersten Sekretär des Exekutivbüros Lázaro F. Expósito zum 500. Jahr ihrer Gründung prachtvoll herausgeputzt. Das Zentrum ist weitgehend neu renoviert und beim vorher unbedeutenden Hafen entstand ein riesiges Areal mit Hafenmole, Kinderspielplatz, Flaniermeile, einem Restaurant und einer Brasserie.

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Die neu gebaute Hafenmole (Malecon) in Santiago de Cuba (Dezember 2015) Naherholungsgebiet und Flaniermeile für Einheimische und Touristen

Also, wer immer nach Cuba reisen möchte: Auf nach Santiago de Cuba – gerne helfen wir mit Infos und Adressen!

Ebenso erfreulich ist es, zu sehen und zu hören, dass ein grosser Teil der Bevölkerung mit beachtlichem Arbeitseinsatz und viel Energie hinter den Errungenschaften der Revolution steht und für diese kämpft. Und mit dabei ist auch die Jugend, sei es Denize, die sich als Vorsitzende der UJC (Union Junger Kommunisten) in Baracoa einsetzt oder Jorgito mit seinem Blog (http://jorgitoxcuba.wordpress.com). Der Besuch bei Jorgito und seiner Familie in Camaguey gehört zu den Highlights unserer Reise. Wir kannten den behinderten Jungen ja erst aus dem Film „El Poder de los Débiles“ – nun hatten wir Gelegenheit, die ganze Familie kennen zu lernen und Jorgito zu Hause zu erleben, sein Zimmer zu sehen, wo er am Computer arbeitet.

Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass sich jeder Einsatz für dieses Land und seine Bevölkerung lohnt – und nach den negativen Ergebnissen der Wahlen in Argentinien und in Venezuela mehr denn je.

Magdalena Hohl

PS:

Der Film „El Poder de los Debiles kann mit verschiedensprachigen Untertiteln bestellt werden:

Aus der Schweiz: http://www.cuba-si.ch/de/kontakt/

Aus Deutschland und Österreich per Mail:

oder online bei „Junge Welt: Junge Welt Shop

(Kubainfos)

Santiago erhält eine historische Straßenbahn (+Fotos)

Nach der Restauration und der Reperatur, wird in Santiago de Cuba eine antike Straßenbahn den neuen Malecón in Santiago de Cuba: „La Alameda“, mit der Avenida Juan Gualberto Gómez-Flor Crombet verbinden. Dies gab die kubanische Vizepräsidentin von Santiago de Cuba im kubanischen Fernsehen bekannt.

Das ist die neu restaurierte, antike Strassenbahn von Santiago de Cuba Foto:
Das ist die neu restaurierte, antike Strassenbahn von Santiago de Cuba
Foto: „El Chago“

Dieser alte Wunsch von Santiago wird keinen großen Beitrag gegen das Verkehrsproblem der Stadt leisten. Es wird aber eine weitere Attraktion sein, die Santiago de Cuba inmitten seiner Feier zum Jubiläum seiner Stadtgründung bereichern wird. Es wird die Zeit in Erinnerung rufen, als dieses Transportmittel in den Strassen von Santiago de Cuba zirkulierte.

Nach Abschluss des Karnevals wird dieses, in Santiago fast schon vergessene Verkehrsmittel, seinen Betrieb aufnehmen. Die Strecke hat eine Länge von insgesamt zwei Kilometer.

Gemäß historischen Aufzeichnungen wurde die Erste elektrische Straßenbahn Kubas, 1901 in Havanna in Betrieb genommen. Einige Jahre später, im Jahre 1908, wurde dieses alternative Nahverkehrsmittel auch in Santiago eingesetzt. Heute sind die Spuren zum großen Teil unter dem Asphalt versteckt. An verschiedenen Orten Santiagos kann man jedoch noch alte Gleise und Spuren der ehemaligen Straßenbahn entdecken.

Die Straßenbahnwagen wurden ursprünglich in Philadelphia USA gebaut und sind, auf Grund Santiagos vielen engen Gassen, eher kleinere Modelle.

(kubainfos)

Hier eine Bildersammlung der zukünftigen Straßenbahn von Santiago de Cuba:

Das ist die neu restaurierte, antike Strassenbahn von Santiago de Cuba Foto:
Das ist die neu restaurierte, antike Strassenbahn von Santiago de Cuba
Foto: „El Chago“
Das ist die neu restaurierte, antike Strassenbahn von Santiago de Cuba Foto:
Das ist die neu restaurierte, antike Strassenbahn von Santiago de Cuba
Foto: „El Chago“
Das ist die neu restaurierte, antike Strassenbahn von Santiago de Cuba Foto:
Das ist die neu restaurierte, antike Strassenbahn von Santiago de Cuba
Foto: „El Chago“
Das ist die neu restaurierte, antike Strassenbahn von Santiago de Cuba Foto:
Das ist die neu restaurierte, antike Strassenbahn von Santiago de Cuba
Foto: „El Chago“
Das ist die neu restaurierte, antike Strassenbahn von Santiago de Cuba Foto:
Das ist die neu restaurierte, antike Strassenbahn von Santiago de Cuba
Foto: „El Chago“
Das ist die neu restaurierte, antike Strassenbahn von Santiago de Cuba Foto:
Das ist die neu restaurierte, antike Strassenbahn von Santiago de Cuba
Foto: „El Chago“

Santiago de Cuba mit bedeutenden Neuerungen zum 500 Jahre Jubiläum

Die karibische Stadt Santiago de Cuba im Südosten von Kuba hat einen festreichen Monat vor sich. Seit dem 3. Juli bis zum 9. Juli findet das „Fiesta del Fuego“ statt. Am 22. Juli beginnt dann der Karneval, der am 26. Juli seinen Höhepunkt erreichen wird. Der 26. Juli ist der Jahrestag der Attacke auf die „Moncada Kaserne“, die den Beginn der Revolution einläutete. Dieses Jahr jährt sich jedoch noch ein ganz besonderes Ereignis. Santiago feiert das 500 Jahre Jubiläum seiner Gründung im Jahr 1515.

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Santiago de Cuba wurde 2012 vom Hurrikan „Sandy“ sehr stark in Mitleidenschaft gezogen. Um die 130’000 Häuser wurden beschädigt. Davon 15’000 komplett zerstört. Es entstand ein Sachschaden von ca. 2 Milliarden US Dollar. Dank gut funktionierendem Katastrophenschutz konnte man die Menschen in gefährdeten Gebieten rechtzeitig in Sicherheit bringen. Wenn man jedoch die Bilder der Zerstörung sieht, dann darf man froh sein, dass nicht mehr als 9 Menschen sterben mussten. Schon zwei Tag nach dem Hurrikan begangen Brigaden aus allen Landesteilen, der Stadt beim Wiederaufbau zu helfen.

zerstörtes Santiago de Cuba nach dem Hurrikan
zerstörtes Santiago de Cuba nach dem Hurrikan „Sandy“ http://www.abc.net.au

Fast drei Jahre nach der Katastrophe blüht die Stadt auf, als hätte es nie einen Hurrikan gegeben. Im letzten Jahr wurden die verschiedensten Großprojekte als Geschenk an die Stadt und seine Bevölkerung lanciert. So erhält Santiago eine Uferpromenade (Malecón). Seine Bucht wird dadurch stark aufgewertet und in Zukunft einen viel grösseren Stellenwert als Naherholungsgebiet erhalten. In einem ehemaligen Lagerhaus an der Uferpromenade wird in Zukunft Bier gebraut und frisch ausgeschenkt. Aber auch Spielplätze, verschiedene Fitness- und Sportplätze, Parks und Restaurants, unter anderem ein „schwimmendes“ in der Bucht und ein umgebauter Bahnwagen, säumen die Promenade. Diese soll zum Zentrum für Touristen und Einheimische gleichermaßen werden. In einer weiteren Etappe wird diese Promenade noch verlängert. Sogar eine Straßenbahnlinie ist geplant.

Doch nicht nur am Hafen wird gebaut. In der ganzen Stadt gab und gibt es zahlreiche Baustellen. Santiago möchte mehr und mehr zur touristischen Hauptstadt des Ostens und Ergänzung Havannas werden.

neu renovierte Kathedrale in Santiago www.granma.cu
neu renovierte Kathedrale in Santiago http://www.granma.cu

Die wichtigsten Neuerungen:

-Am südlichen Teil der Bucht wird das Hotel Punta Gorda gebaut. Es bietet eine hervorragende Aussicht auf die Marina und das Castillo del Morro. Die internationale „Marina“ wird außerdem bis zum Jahr 2030 komplett erneuert. Details zu den Plänen sind jedoch noch nicht bekannt.

Das „Gran Hotel Imperial“ im Zentrum wird nach 20 Jahren (!) neu eröffnet. Auf 5 Stockwerken bietet das Hotel, das im frühen 19. Jahrhundert erbaut wurde, Zimmer und Suiten im 4-Sterne-Standart. Aber auch Restaurants, Cafés und Shops. Auch das Hotel Casa Grande und das auf einem Gipfel der Sierra Maestra thronenden Hotel Grand Piedra wurden renoviert und erweitert.

-Der “Puerto Guillermón Moncada” , der zweitgrößte Frachthafen Kubas wird bis zum 2018 mit chinesischer Unterstützung ausgebaut. Das Projekt kostet um die 120 Millionen US Dollar und wird in Zukunft auch das Entladen von Schiffen mit 40’000 Tonnen Last ermöglichen.

-Die Stadt erhält am bekannten „Plaza del Marte“,  im „La Iris“ eine Sportsbar mit Grossleinwand und sechs TV’s für die Übertragung von verschiedenen Sportanlässen. Für Kunstinteressierte wird ein „Keramikhaus“ eröffnet, das als Shop für Keramikprodukte, Übungsraum und Kunstgalerie gleichermaßen dienen wird. Als Erholung für die ganze Familie wird auch der neu eröffnete Ocio Club mit Videospielhalle, Minigolf, Billard und Schwimmbad dienen.

-Am 26. Juli eröffnet eine neue Zugverbindung Santiago de Cuba nach Mella und bis Alto Cedro in der Gemeinde Cueto, Provinz Holguin.

– Der Busbahnhof am Plaza de la Revolución wird erneuert und erweitert.

-Santiago erhält neue Personentransportschiffe für Fahrten vom neuen Malecon bis in die Bucht zu der Marina Marlin am Punta Gorda.

-verschiedene Strassen wurden neu renoviert. Unter anderem wurde die „Avenida Santiago“ gebaut.

Santiagos Freizeitpark und Zoo wurde renoviert und erweitert und erhält außerdem ein Internetcafé.

-Im Hotel „Santiago“ wird am 26. Juli  ein „Casa del Habano“ eröffnet. Dort wird man kubanische Zigarren, Rum und Kaffee kaufen können. Es ist das erste dieser Art im Oriente.

Baustelle "Malecon" in Santiago de Cuba, AIN FOTO/Miguel RUBIERA JUSTIZ
Baustelle „Malecon“ in Santiago de Cuba, AIN FOTO/Miguel RUBIERA JUSTIZ

Ein aktuelles Video mit spektakulären Aufnahmen von Santiago de Cuba:

(kubainfos)