1. Mai 2015, Havanna: Rede von Ulises Guilarte de Nacimiento, Generalsekretär des CTC

Die kubanische Arbeiterklasse hat, zusammen mit unserem ganzen Volk, gute Gründe und Argumente, um den Internationalen Tag der Arbeiter mit Freude zu begehen.

1. Mai 2015, Havanna. Plaza de la Revolucion, Foto: www.granma.cu
1. Mai 2015, Havanna. Plaza de la Revolucion, Foto: http://www.granma.cu

Compañeras und Compañeros der Präsidentschaft,

verehrte Gäste,

Arbeiterinnen und Arbeiter,

die kubanische Arbeiterklasse hat, zusammen mit unserem ganzen Volk, gute Gründe und Argumente, um den Internationalen Tag der Arbeiter mit Freude zu begehen.

Ihre Gewerkschaften vertretend werden im ganzen Land große Gruppen von Arbeitern, Intellektuellen, Studenten und Soldaten in kompakten und farbenfreudigen Blöcken kämpferisch durch die Straßen und Alleen marschieren und der Welt eine wahre Botschaft der Einheit, Verpflichtung und mehrheitlichen Unterstützung des kubanischen Volkes für seine sozialistische Revolution, die Partei, Fidel und Raúl übermitteln.

Es erfüllt uns mit unendlichem Stolz, dass an einem Tag wie dem heutigen, an dem wir Lázaro Peña, Jesús Menéndez, Aracelio Iglesias und andere Gewerkschaftsführer ehren, die Fünf Helden der Republik Kuba, Gerardo, Ramón, Antonio, Fernando und René, unter uns sind, gemeinsam mit Vertretern des medizinischen Personals, das die Ebola-Epidemie in Afrika bekämpft hat, beredte Beispiele, unter anderen, dafür, was die Überzeugungen, die Standhaftigkeit, der Willen und die Treue zum Vaterland bedeuten.

Revolution bedeutet den Sinn des historischen Moments, sagte Fidel an diesem Ort vor genau 15 Jahren und definierte für heute und alle Zeiten sein Konzept der Revolution, was bereits unser ist, und diese Mobilisierung der Bevölkerung ist der deutlichste Beweis dafür, dass wir Millionen von Kubanerinnen und Kubaner sind, die bereit sind, das Werk der Gerechtigkeit und Würde, das wir errichtet haben, zu verteidigen und alles notwendige zu tun, um es zum erforderlichen Preis weiter zu vervollkommnen.

Ulises Guilarte de Nacimiento, Generalsekretär des CTC bei seiner Rede auf dem
Ulises Guilarte de Nacimiento, Generalsekretär des CTC bei seiner Rede auf dem „Plaza de la Revolucion“ am 1. Mai 2015 in Havanna
Foto: Ricardo López Hevia, http://www.granma.cu

Arbeiter,

der Kampf im wirtschaftlich-produktiven Bereich bleibt weiterhin die erste Priorität der Gewerkschaftsbewegung. Die Arbeiter sind Protagonisten der Veränderungen, die bei der Neuordnung der Organe der zentralen Staatsverwaltung stattfinden, bei der Stärkung und Entwicklung des sozialistischen staatlichen Betriebs und insbesondere bei der Ausweitung und Diversifizierung der Formen der nicht-staatlichen Verwaltung.

Landsleute,

wir feiern dieses Fest des Weltproletariats in einem internationalen Kontext, dem intensiven Tagen des Kampfes vorangingen; unsere Waffen waren die Einhaltung der Prinzipien, die Kampfbereitschaft, der Widerstand, der Geist der Gerechtigkeit und Solidarität, die Kultur und Ideen, die die Revolution in mehr als fünf Jahrzehnten geschmiedet hat.

Kuba strahlte mit eigenem Licht auf dem 7. Amerika-Gipfel und dem Gipfel der Völker in Panama. Die zündende, transzendentale und überzeugende Botschaft unseres Präsidenten legte vor Amerika und der Welt die Wahrheit der Revolution dar, die dort ebenfalls durch mehr als hundert ihrer wahren Söhne und Töchter, darunter vielen jungen Menschen, vertreten wurde, die sich durch die Standhaftigkeit der Argumente und die Überzeugungskraft auszeichneten, mit der sie sie gegen Söldner und Staatenlose verteidigten.

In einem politischen Kontext, der dadurch gekennzeichnet ist, dass die US-Regierung das Scheitern ihrer Politik der Belästigung, Aggression und Blockade gegen unser Land anerkannt hat, sind bereits Schritte unternommen worden, um die diplomatischen Beziehungen zwischen Kuba und den Vereinigten Staaten wieder herzustellen. Aber es bleibt ein langer und schwieriger Weg zurückzulegen und wir werden nur auf der Grundlage der Achtung der Souveränität und Unabhängigkeit Kubas in Richtung der Normalisierung der bilateralen Beziehungen vorankommen, welche die Aufhebung der Blockade und die Rückgabe des vom Marinestützpunkt Guantánamo usurpierten Territoriums einschließt.

Compañeras und Compañeros,

inmitten des hemisphärischen und globalen Kampfes zur Verteidigung des Volkes der Bolivarischen Republik Venezuela und der verfassungsmäßigen Regierung von Präsident Nicolás Maduro, der uns heute hier mit seiner Anwesenheit bei dieser Demonstration ehrt, bekräftigen wir von diesem legendären Platz der Revolution aus die Aussage von Raúl, und ich zitiere: „Ich bekräftige die feste Solidarität der Kubanischen Revolution mit der Bolivarischen Revolution, mit dem verfassungsmäßigen Präsidenten Nicolás Maduro und dem bürgerlich-militärischen Bündnis, das er anführt. Ich bekräftige die absolute Treue gegenüber dem Vermächtnis des Comandante Hugo Chávez, dem besten Freund der Kubanischen Revolution. Der Frieden, den heute Venezuela fordert und den wir alle brauchen, ist ein Frieden mit Gerechtigkeit, mit Gleichheit, der Frieden des aufrechten Gangs, nicht der Frieden auf den Knien, ist der Frieden mit Würde und Entwicklung.” Ende des Zitats.

Die Bolivarische Revolution hat die Unterstützung der Mehrheit des venezolanischen Volkes und erhält eine breite Solidarität der Region und anderer Völker der Welt. Wir lehnen jede Einmischung von außen ab, so wie die destabilisierenden Aktionen, Gewalt und Wirtschaftskrieg, die die verfassungsmäßige Ordnung Venezuelas, die Souveränität, Unabhängigkeit und Selbstbestimmung des venezolanischen Volkes verletzen.

Wir begrüßen an diesem Morgen auch die Anwesenheit von Hunderten von Freunden verschiedener Gewerkschaften, sozialer Bewegungen und Solidaritätsgruppen, denen wir im Auftrag der kubanischen Arbeiterklasse unendliche Dankbarkeit für die permanente Unterstützung für unsere Sache aussprechen. Darüber hinaus bekräftigen wir die Botschaft der Solidarität und militante Verpflichtung gegenüber den Arbeitern, die heute in der Welt Opfer der brutalsten Repression sind, weil sie ihre grundlegendsten Rechte einfordern.

Die internationale Mobilisierung wird weiterhin den Kampf um die Beendigung der Wirtschafts-, Handels- und Finanzblockade der Vereinigten Staaten gegen Kuba führen, deren Umsetzung voll weitergeführt wird, insbesondere in Bereichen, die die kubanische Bevölkerung am meisten betreffen.

Unsere Grüße an alle jungen Menschen, die das Werk der Revolution fortsetzen und Hauptakteure beim Erbringen der wirtschaftlichen, produktiven und sozialen Beiträge der Nation sind. An die berufstätigen Frauen, die in allen Bereichen tätig sind und in einigen heute die Mehrheit darstellen, speziell am 200. Jahrestag der Geburt von Mariana Grajales; und an unseren Weltgewerkschaftsbund im 70. Jahr seiner Gründung.

Liebe Compañeras, liebe Compañeros,

„Vereint beim Aufbau des Sozialismus“ ist das zentrale Thema dieses Festes. Es ist eine Synthese unserer Entscheidung und unseres gegenwärtigen und zukünftigen Vorhabens; der Stärke einer Arbeiterklasse, die an der Macht ist, deren einheitliche Aktionsplattform als Klasse die Fahnen erhebt für die Erhaltung des Friedens, für die Solidarität und Brüderlichkeit unter den Völkern.

Vorwärts, marschieren wir vereint mit der unerschütterlichen Gewissheit in den Sieg!

Es lebe die Revolution! Es leben Fidel und Raúl!

Es leben die Arbeiter!

Für immer, bis zum Sieg!

http://de.granma.cu/cuba/2015-05-01/ansprache-von-ulises-guilarte-de-nacimiento-generalsekretar-des-ctc

VIDEO: 1. Mai 2015 in Kuba

Millionen von KubanerInnen haben in jeder Provinz und in jeder Stadt Kubas, den diesjährigen 1. Mai zu etwas historischem gemacht. Die kubanische Zeitung „Granma“ schreibt von einem Meer von Menschen, die sich als Volk vereint haben, um seine Botschaft an die Welt zu untermauern: „Hier sind wir mit der Revolution, der Partei, Fidel und Raul!

Zusammenfassung:

Demo Part 1:

Demo Part 2:

Rede von Ulises Guilarte de Nacimiento, Generalsekretär des Gewerkschaftsdachverbandes Kubas (CTC):

Die 5 Helden (Los Cincos) eröffnen die Demo:

(kubainfos)

1. MAI IN HAVANNA: Raúl präsidiert die Maidemonstration auf dem Platz der Revolution in Havanna

Vereint im Aufbau des Sozialismus
„Vereint im Aufbau des Sozialismus“ steht auf dem Fronttransparent und ist zugleich auch die Parole 1. Mai 2015 in Kuba
Foto: http://www.granma.cu

Präsident Raúl Castro präsidiert die diesjährige Demonstration aus Anlass des 1. Mai auf dem Platz der Revolution „José Martí“ in Havanna, die ein erneuter Ausdruck der Unterstützung für die Revolution und die Aktualisierung ihres Wirtschaftsmodells ist.

Mit Fahnen, Bannern, Postern und anderen der Veranstaltung entsprechenden Initiativen und in den Farben der Nationalflagge gekleidet begannen die Teilnehmer der größten Massendemonstration des Landes ihren Marsch an diesem Freitag um sieben Uhr morgens.

Eine Tatsache, die die Überzeugung verstärkt, dass es notwendig ist, die Einheit zu wahren und gemeinsam, fröhlich und motiviert zu marschieren, ist die erstmalige Präsenz der Fünf Helden, nachdem sie lange und ungerechtfertigte Haftstrafen in US-Gefängnissen verbüßten, weil sie den Terrorismus bekämpften.

Ulises Guilarte de Nacimiento, Generalsekretär des Gewerkschaftsdachverbandes Kubas (CTC), wies in der Hauptstadt darauf hin, dass an diesem 1. Mai die klare Entscheidung bestätigt werde, auch weiterhin den Integrationsprozess zu stärken, den Lateinamerika und die Karibik erleben.

Er erwähnte auch, dass der neue Ansatz der US-Regierung gegenüber Kuba im Hinblick auf den Prozess der Wiederherstellung der diplomatischen Beziehungen, der eine neue Etappe hin zur Niederlage ihrer Wirtschafts-, Finanz- und Handelsblockade von über 50 Jahren öffnet, eine Quelle der Zufriedenheit sei.

Kuba gehört zu den Ländern, die seit 1890 zu Ehren der Märtyrer von Chicago und in Übereinstimmung mit der Vereinbarung des Kongresses der Sozialistischen Internationale, der im Juli 1889 in Paris stattfand, den Internationalen Tag der Arbeiter begehen.

Seit 1959, mit der Arbeiterklasse an der Macht, mobilisieren der CTC und seine nationalen Gewerkschaften, die politischen und Massenorganisationen jedes Jahr Millionen von Kubanern im ganzen Land, um den 1. Mai zu feiern.

Bei den Feierlichkeiten werden die Kubaner vom Präsidenten der Bolivarischen Republik Venezuela, Nicolás Maduro, begleitet. Foto: www.granma.cu
Bei den Feierlichkeiten werden die Kubaner vom Präsidenten der Bolivarischen Republik Venezuela, Nicolás Maduro, begleitet.
Foto: http://www.granma.cu
Millionen Kubaner waren auch dieses Jahr auf den Strassen Foto: www.granma.cu
Millionen Kubaner waren auch dieses Jahr auf den Strassen
Foto: http://www.granma.cu

http://de.granma.cu/cuba/2015-05-01/raul-prasidiert-die-maidemonstration-auf-dem-platz-der-revolution-in-Havanna

Mehr Bilder findet ihr auf: http://www.granma.cu und http://www.juventudrebelde.cu

Roter Mai in Kuba

Zentrale Veranstaltung in der Hauptstadt mit den Cuban Five

Motto des 1. Mai in Kuba: »Vereint beim Aufbau des Sozialismus« Foto: Reuters
Motto des 1. Mai in Kuba: »Vereint beim Aufbau des Sozialismus«
Foto: Reuters

In Kuba werden am 1. Mai Millionen Menschen, darunter Menschen aus aller Welt, unter dem Motto »Vereint beim Aufbau des Sozialismus« (Unidos en la construcción del Socialismo) an Hunderten Demonstrationen, Kundgebungen und Feiern teilnehmen. Die zentrale Mai-Veranstaltung findet traditionsgemäß auf dem Platz der Revolution in Havanna statt. Ein Höhepunkt in diesem Jahr ist die angekündigte Teilnahme aller fünf Männer der Cuban-Five auf der Tribüne. In den vergangenen Jahren war deren Freilassung aus US-Gefängnissen noch eine Hauptforderung der Demonstranten gewesen. Die mittlerweile in ihrer Heimat als »Helden der Republik Kuba« verehrten und weltweit geachteten Aufklärer waren jahrelang in den USA inhaftiert, weil sie in Miami antikommunistische Terrorgruppen infiltriert und dadurch Anschläge in dem Inselstaat verhindert hatten. Am 17. Dezember 2014 waren die letzten drei freigelassen worden und nach Kuba zurückgekehrt. Ihre Freiheit sei auch von der internationalen Solidaritätsbewegung, die von zahlreichen Gewerkschaften unterstützt wird, erkämpft worden, sagte der Leiter der Internationalen Abteilung des Kubanischen Gewerkschaftsbundes CTC, Ernesto Freire Canzañas, in der englischsprachigen Ausgabe von Granma Internacional.

Auch in anderen kubanischen Städten gibt es am Freitag Demonstrationen, Kundgebungen und Mai-Veranstaltungen. An kaum einem anderen Ort der Welt wird der internationalistische Charakter des Kampf- und Feiertags der Werktätigen so deutlich wie auf der sozialistischen Karibikinsel. Bis zum Mittwoch hatten bereits über 1.800 Vertreter von gewerkschaftlichen Organisationen aus 68 Ländern ihre Teilnahme angemeldet. Die in Havanna eingetroffenen Delegationen besuchen bis zum Vorabend des 1. Mai Betriebe und andere Einrichtungen. Am Sonnabend dann wollen sich Gewerkschafter aus Kuba und anderen Ländern auf einer Solidaritätskonferenz über »Initiativen und Aktivitäten im Kampf gegen Kapitalismus, neoliberale Politik und Imperialismus« austauschen. Wie der CTC mitteilte, kommen zahlreiche Teilnehmer in diesem Jahr aus den Mitgliedsländern der Bolivarischen Allianz für die Völker unseres Amerika (ALBA), aber auch aus den USA. Neben der Mitarbeit in internationalen Gewerkschaftsverbänden pflegt der CTC eigene Kontakte zu mehr als 1.100 Beschäftigtenorganisationen und sozialen Verbänden in 136 Ländern.

Das zentrale Motto für dei 1. Mai-Veranstaltungen dieses Jahres »Vereint beim Aufbau des Sozialismus« sei gewählt worden, um die Leistungen und Siege der kubanischen Werktätigen zu feiern. Dabei sollten jedoch nicht die Mängel und Probleme außen vor gelassen werden, die es immer noch gebe und die die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Arbeiter und ihrer Familien beeinflussten, sagte CTC-Generalsekretär Ulises Guilarte de Nacimiento. Er bedankte sich für die Solidarität, »die das kubanische Volk in vielen Schlachten erfahren« habe. Letztere seien aber noch nicht beendet, weil die Blockade weiterhin bestehe. Der Gewerkschaftsvertreter hob »die bedingungslose Solidarität und die Verpflichtung Kubas gegenüber dem bolivarischen Bruderland Venezuela hervor. Er rief alle Arbeiter, Bauern, Studenten, Rentner, Hausfrauen und die übrige Bevölkerung zur Teilnahme an den Veranstaltungen auf, die eine Manifestation der kubanischen Gesellschaft seien. Guilarte de Nacimiento lobte besonders die Internationalisten, die in verschiedenen Teilen der Welt arbeiten. Dazu gehörten Pädagogen, die mit der Kampagne »Yo sí puedo« (Ich kann das) alphabetisierten. Größter Respekt gebühre aber vor allem den medizinischen Brigaden, die in Westafrika gegen die weitere Verbreitung des Ebola-Virus kämpften.

https://www.jungewelt.de/2015/04-30/020.php