„In Kuba ist niemand arm!“

Wir haben einen Leserbrief zum Thema Armut und Kuba erhalten. Diese Lesermeinung möchten wir euch nicht vorenthalten. Wir empfinden es als äusserst wichtig, dass Menschen die nicht nur Kuba und Europa kennen sich zu Kuba äussern und diese Erfahrungen mit unseren Lesern teilen. Obwohl wir alle die Wahrheit kennen sollten, ist es immer wieder wichtig ,solche Berichte zu lesen und somit die Erfahrungen zu kollektivieren.

Beinahe wöchentlich erscheinen auch in den deutschsprachigen Medien diskreditierende Artikel über Kuba. Die Beiträge haben gemeinsam, dass sie mit extrem viel Unwissenheit und sogar Lügen gespickt sind. Vielfach wird geschrieben wie arm die Kubaner doch sind und wie sie doch noch in dieser ganzen Misere namens Sozialismus fröhlich und optimistisch sein können. 

Das tägliche (über-)Leben wird als harter Kampf bezeichnet. Wenn man die Artikel so liest, dann ist man sehr verwundert, dass das Land im Human Development Index  der Vereinten Nationen von 187 Ländern den 44 Platz belegt. Haben sich die Vereinten Nationen geirrt? Sie sind zwar nicht dafür bekannt, dass sie Kuba schönreden, ganz im Gegenteil. Oder verdrehen vielleicht die Medien die Wahrheit? Und was ist mit den Duzenden Kommentarschreiber auf Facebook die sich „Freunde von Kuba“ nennen und immer wieder betonen wie traurig die Situation in Kuba sei. Keine Freiheit, Armut überall Hunger, schlechte medizinische Versorgung etc.  Ich bemitleide diese Menschen sehr, denn sie sind Kleingeister, die die Welt nicht kennen und obwohl sie im reichen Europa leben, nicht mal das kleinste Mass an Allgemeinbildung besitzen.

Ich rechne so hart mit diesen Menschen ab, weil man nach zwei Minuten suchen im Internet wissen könnte, was Armut ist! Was Hunger und was Ungleichheit bedeutet. Mit ihren Aussagen, dass Kuba arm sei, schlagen Sie Milliarden wirklich armen Menschen die Faust ins Gesicht.

Ich hatte die Möglichkeit nach Indien zu reisen. Ich reiste nach Mumbai, nach Indore und auch nach Neu Delhi. Was ich an Armut gesehen habe, lässt sich kaum in Worte fassen. Kleinkinder die im Müll nach Essen suchen. Frauen die wegen Ehebruch gesteinigt oder bei lebendigem Leib verbrannt werden. Behinderte die 100km von der Zivilisation ausgesetzt werden, weil die Familie es unmöglich überleben würde, sich um das behinderte Kind zu kümmern. Häuser die aus Kuhfladen gezimmert wurden. Aus Tüchern, Palmenblättern und Plastikabfällen. Über 80 Millionen leben noch vom Jagen und Sammeln und wissen noch nicht mal was eine moderne Zivilisation ist. Die grosse Mehrheit bekommt weder Bildung noch minimale medizinische Betreuung. Geschweige denn kostenlos. Es zerriss mich die ganze Armut mit eigenen Augen zu sehen. Die Ungerechtigkeit, das Kastensystem, Diskriminierung, Armut, Hunger, Ausbeutung. Internationale Firmen die gut Geschäfte machen mit ihren Baumwollplantagen wo Inder zu sklavenähnlichen Löhnen Mehrwert für kapitalistische Firmen schaffen! Der Profit fliesst ins Ausland, die Umweltzerstörung, den durch die Industrie verursachten Wassermangel, bezahlt die Bevölkerung.

Wo sind hier die Menschen und Medien die kritisieren? Ich lese über Indien nicht jede Woche eine Kritik am (kapitalistischen) System, oder an der (demokratischen?) Regierung! Wer das Wort Armut in Zusammenhang mit Kuba in den Mund nimmt, sollte nach Indien reisen! Es geht mir nicht darum auf Indien rumzuhacken. Genauso gut hätte ich eines der 50 Länder am Ende der Human Development Index Rangliste nehmen können. Es geh mir darum, dass jeder der Kuba angreift in dem er die Wahrheit verdreht und es als arm bezeichnet, auch Milliarden wirklich armer Menschen attackiert und ihr Leid verharmlost und vom  wirklichen Schuldigen der Misere ablenkt: Dem Kapitalismus, der Reichtum für Wenige und Armut für die Mehrheit produziert!

Wer Kuba so verunglimpf t, entwürdigt die 1 Million ehemals blinden Menschen die dank Kuba durch die Operation Milagro das Augenlicht zurückgewonnen haben. Er entwürdigt die Millionen Afrikaner in Angola, Namibia und Südafrika die dank Kuba ihre Unabhängigkeit erhielten und sich vom Joch ihrer Unterdrücker befreien konnten. Er entwürdigt auch über 80% der Kubaner die der Revolution so viel Gutes zu verdanken haben und ohne nun nicht mal Lesen oder Schreiben könnten, in Zuständen wie in Indien leben müssten. Ohne medizinische Versorgung, ohne Würde, ohne Gleichberechtigung, in Ungerechtigkeit und in grosser Ausbeutung.

In Kuba ist niemand arm. Es ist eine Beleidigung, Menschen als arm zu bezeichnen, nur weil sie nicht so viel besitzen wie Menschen in Europa, die von dem kapitalistischen Ausbeutersystem direkt profitieren. Kubaner die Bedürfnisse nach  Smartphones, Computern und Auslandsreisen haben sind nicht arm. Kuba hat wirtschaftlich noch viel Potenzial nach oben. Dieses Potenzial wird es auch nützen und so werden die Bedürfnisse der Bevölkerung sich stetig weiterentwickeln. Dies ist auch gut so. Ein Bedürfnis der Kubaner wird jedoch auch weiterhin bleiben, sich für eine gerechtere, bessere und klassenlose Welt einzusetzen.

Es lebe die kubanische Revolution, die allen Widrigkeiten zum Trotz, wie ein Fels in der Brandung steht. Während die ganze Welt wankt, standhaft bleibt und dabei nicht müde wird internationale Solidarität praktisch zu leben und sich unermüdlich für die Armen und Schwachen, für die rechtlosen und Unterdrückten einzusetzen!

Es lebe Fidel und Raul, es lebe das revolutionäre kubanische Volk!

Solidarität mit dem indischen Volkskrieg!

Für den Kommunismus!

Venceremos!

Yisel, 31 Jahre (Kubanerin aus Santiago)

 

volkskrieg
Plakat des Bündnis gegen imperialistische Aggression zur Unterstützung der kommunistischen Guerilla in Indien. Der Volkskrieg richtet sich seit den 80er Jahren gegen Armut und feudal-kapitalistische Ausbeutung.

 

 

(Kubainfos)

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