Bruder Obama (Artikel von Fidel Castro zum Besuch von Obama)

Wir haben keine Geschenke des Imperiums nötig. Unsere Anstrengungen sind rechtmäßig und friedlich, denn sie entsprechen unsere Verpflichtung gegenüber dem Frieden und der Brüderlichkeit aller Menschen, die auf diesem Planeten leben.

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Die spanischen Könige brachten uns die Konquistadoren und die Herren, deren Spuren in den kreisförmigen Claims, die den Goldsuchern für ihre missbräuchliche und beschämende Ausbeutung im Sand der Flüsse zugewiesen wurden, man von der Luft aus noch immer an vielen Stellen des Landes erkennen kann.

Der Tourismus von heute besteht größtenteils darin, die Schönheiten der Landschaft und die exquisiten Früchte unserer Meere anzupreisen, und daran ist immer das Privatkapital der großen ausländischen Unternehmen beteiligt, deren Gewinne jeweils Milliarden von Dollar erreichen müssen, um überhaupt der Rede wert zu sein.

Da ich mich gezwungen sah, das Thema anzusprechen, muss ich vor allem für die Jugendlichen hinzufügen, dass nur Wenige sich der Wichtigkeit dieses Umstandes in diesem einzigartigem Moment der menschlichen Geschichte bewusst sind.

Ich will nicht sagen, dass es schon zu spät ist, aber ich zögere nicht zu sagen, dass wir nicht ausreichend informiert sind, weder Sie noch wir, dass wir weder das Wissen noch das Bewusstsein haben, das nötig wäre, um den gegenwärtigen Herausforderungen zu begegnen. Zuerst sei zu beachten, dass unser Leben nur ein Sekundenbruchteil der Geschichte ausmacht, und wir außerdem den Lebensbedürfnissen, die alle Menschen haben, nachkommen müssen. Das menschliche Wesen tendiert dazu, seine Rolle überzubewerten, was andererseits im Gegensatz zu der außergewöhnlichen Zahl von Menschen steht, die die höchsten Träume verkörpern.

Jedoch ist niemand von sich aus gut oder schlecht. Keiner von uns ist für die Rolle geschaffen, die er in der revolutionären Gesellschaft einnehmen sollte. Teilweise hatten wir Kubaner das Privileg, auf das Beispiel José Martís zurückgreifen zu können. Ich frage mich sogar, ob er wirklich in Dos Ríos sterben musste, als er sagte „Für mich ist es Zeit“ und gegen die spanischen Streitkräfte vorpreschte, die, im Schützengraben verschanzt, eine solide Feuerlinie bildeten. Er wollte nicht in die Vereinigten Staaten zurückkehren und es gab niemanden, der ihn zur Rückkehr hätte veranlassen können. Jemand hat einige Seiten aus seinem Tagebuch herausgerissen. Wer hat diese perfide Schuld auf sich geladen? Es war zweifellos das Werk eines skrupellosen Intriganten. Man weiß, dass es Meinungsunterschiede zwischen den Kommandeuren gab, aber von Undiszipliniertheiten ist nichts bekannt. „Wer versucht, sich Kuba anzueignen, erntet den Staub seiner in Blut getränkten Erde, falls er nicht im Kampf umkommt“, erklärte der ruhmreiche schwarze Anführer Antonio Maceo. Man weiß auch, dass Maximo Gómez der disziplinierteste und bescheidenste militärische Führer unserer Geschichte war.

Wie könnte man, aus einem anderen Blickwinkel betrachtet, nicht die Empörung von Bonifacio Byrne bestaunen, der von einem entfernten Schiff aus, das ihn nach Kuba zurückbrachte, eine andere Fahne neben der mit dem einsamen Stern wahrnahm und sagte: „Meine Fahne ist jene, die noch nie eine Söldnerfahne gewesen ist …“, um dann sogleich einen der schönsten Sätze, die mir jemals zu Gehör gekommen sind, hinzuzufügen: „Wenn meine Fahne irgendwann Gefahr laufen sollte, in Fetzen zu gehen … werden unsere Toten noch ihre Arme erheben und sie zu verteidigen wissen! …“ Ich werde auch nicht die zündenden Worte vergessen, die Camilo Cienfuegos in jener Nacht aussprach, als Bazookas und Maschinengewehre US-amerikanischen Ursprungs in den Händen von Konterrevolutionären auf die Terrasse gerichtet waren, auf der wir uns befanden. Obama wurde im August 1961 geboren, wie er selber sagte. Über ein halbes Jahrhundert ist seit jemen Moment vergangen.

Lasst uns trotzdem einmal betrachten, wie unser illustrer Gast heute denkt:

„Ich bin hierher gekommen, um die letzten Spuren des kalten Krieges in den Amerikas hinter mir zu lassen. Ich bin hierher gekommen, um dem kubanischen Volk in Freundschaft meine Hand auszustrecken.“

Darauf folgte sofort eine Flut von Konzepten, die für die Mehrheit von uns völlig neu waren:

„Wir leben beide in einer von den Europäern kolonisierten neuen Welt“, fuhr der Präsident der Vereinigten Staaten fort. „Kuba wurde, genau wie die Vereinigten Staaten, von aus Afrika geholten Sklaven gebildet. Genau wie die Vereinigten Staaten hat Kuba ein Erbe von Sklaven und Sklavenhaltern.“

Die Ureinwohner kommen in der Vorstellung Obamas nicht vor. Er sagt auch nicht, dass die rassische Diskriminierung von der Revolution beseitigt wurde, dass die Rente und der Lohn aller Kubaner von dieser beschlossen wurde, als Obama gerade 10 Jahre alt war. Die verhasste und rassistische bürgerliche Gewohnheit, Handlanger zu beauftragen, die schwarzen Landleute aus den Erholungszentren zu werfen, wurde von der Revolution abgeschafft. Sie geht auch wegen der Schlachten in die Geschichte ein, die sie in Angola gegen die Apartheid schlug, wobei die Präsenz der Nuklearwaffen auf einem Kontinent mit mehr als einer Milliarde Bewohnern ein Ende gesetzt wurde. Das eigentliche Ziel unserer Solidarität war nicht das, sondern Angola, Mosambik, Guinea Bissau und anderen unter der faschistischen Kolonialherrschaft Portugals stehenden Völkern zu helfen.

1961, kaum ein Jahr und drei Monate nach dem Sieg der Revolution, wurde eine mit Kanonen, gepanzerter Infanterie und Flugzeugen ausgestattete Söldnerarmee ausgebildet und startete, begleitet von Kriegsschiffen und Fluzeugträgern der Vereinigten Staaten, einen Überraschungsangriff auf unser Land. Diese heimtückische, durch nichts zu rechtfertigende Attacke kostete unser Land Hunderte von Toten und Verletzten. Nirgendwo konnte man seitens der Pro-Yankee-Angriffsbrigade feststellen, dass auch nur ein Söldner evakuiert worden wäre. Kampfflugzeuge der USA wurden vor den Vereinten Nationen so dargestellt, als ob es von Aufständischen geflogene kubanische Flugzeuge wären.

Die militärische Erfahrung und Macht dieses Landes ist hinreichend bekannt. In Afrika haben sie auch geglaubt, dass das revolutionäre Kuba leicht außer Gefecht zu setzen sei. Der Angriff motorisierten Brigaden des rassistischen Südafrika auf den Süden Angolas brachte sie bis in die Nähe Luandas, der Hauptstadt des Landes. Hier begann ein Kampf, der sich praktisch 15 Jahre hinzog. Ich würde das nicht einmal erwähnen, wenn ich nicht die elementare Pflicht hätte, auf die Rede Obamas im Gran Teatro deLa Habana Alicia Alonso zu reagieren.

Ich werde auch nicht versuchen in Details zu gehen, sondern nur betonen, dass man dort eine ehrenvolle Seite im Kampf um die Befreiung des Menschen geschrieben hat. In gewisser Weise wünschte ich, dass Obama sich korrekt verhalten würde. Seine bescheidene Herkunft und seine natürliche Intelligenz sind offensichtlich. Mandela war sein Leben lang im Gefängnis und verwandelte sich in einen Giganten des Kampfes um die Würde des Menschen. Einmal geriet mir ein Buch in die Hände, in dem Teile des Lebens von Mandela beschrieben wurden und – welche Überraschung! – es hatte ein Vorwort von Obama. Ich habe es schnell durchgeblättert. Es war unglaublich, in welch kleiner Schrift Mandela seine genauen Angaben macht. Es lohnt sich, Menschen wie ihn kennengelernt zu haben.

Über die Episode in Südafrika sollte ich noch über eine weitere Erfahrung sprechen. Ich war wirklich daran interessiert, mehr Einzelheiten über die Art und Weise zu erfahren, wie die Südafrikaner an die Nuklearwaffen gekommen waren. Ich hatte nur die sehr präzise Information, dass es nicht mehr als zehn oder zwölf Bomben waren. Eine sichere Quelle wäre das Buch des Professors und Forschers Piero Gleijeses: „Missionen in Konflikt: Havanna, Washington und Afrika 1959 –1976“ gewesen, eine ausgezeichnete Arbeit. Ich wusste, dass er die sicherste Quelle für die Ereignisse darstellte, und so sagte ich es ihm. Er antwortete mir, dass er nicht weiter über diese Sache gesprochen hätte, weil er in dem Text auf die Fragen des Compañero Jorge Risquet eingegangen sei, der kubanischer Botschafter und Mitarbeiter in Angola und ein enger Freund von ihm war. Ich machte Risquet ausfindig, der mit anderen Aufgaben betraut, gerade dabei war einen Kurs zu beenden, der noch einige Wochen dauern würde.

Diese Aufgabe fiel zeitlich mit einer jüngeren Reise von Piero in unser Land zusammen. Ich hatte ihn darauf hingewiesen, dass Risquet schon betagt und seine Gesundheit nicht optimal sei. Ein paar Tage später geschah, was ich befürchtet hatte. Risquet ging es immer schlechter und er starb. Als Piero kam, gab es nichts zu tun, außer Versprechungen, aber ich hatte schon Information in Verbindung mit dieser Waffe erhalten, und über die Hilfe, die das rassistische Südafrika von Reagan und Israel erhalten hatte.
Ich weiß nicht, was Obama jetzt über diese Geschichte zu sagen hat. Ich weiß nicht, was er wusste oder nicht wusste, obwohl es sehr zweifelhaft ist, dass er absolut nichts wissen würde. Mein bescheidener Vorschlag ist, dass er reflektiert und jetzt nicht versucht, Theorien über die kubanische Politik zu entwickeln.

Eine wichtige Frage besteht darin:
Obama hielt eine Rede, in der er die honigsüßesten Worte benutzte um auszudrücken: „Es ist an der Zeit, die Vergangenheit zu vergessen, lassen wir die Vergangenheit hinter uns, blicken wir in die Zukunft, lassen Sie sie uns gemeinsam erblicken, eine Zukunft der Hoffnung. Und es wird nicht einfach sein, es wird Herausforderungen geben, und denen werden wir Zeit geben; aber mein Aufenthalt hier gibt mir mehr Hoffnung für das, was wir zusammen tun können, als Freunde, als Familien, als Nachbarn, zusammen.“
Es ist anzunehmen, dass bei diesen Worten des Präsidenten der Vereinigten Staaten jeder von uns Gefahr lief, einen Herzinfarkt zu bekommen. Nach einer erbarmungslosen Blockade, die schon fast 60 Jahre andauert! Und diejenigen, die bei den Söldnerangriffen auf kubanische Schiffe und Häfen starben? Ein mitten im Flug gesprengtes Linienflugzeug voller Passagiere, Söldner-Invasionen, Gewalttaten?
Niemand sollte sich der Illusion hingeben, dass das Volk dieses edlen und selbstlosen Landes auf den Ruhm und die Rechte verzichten werde, oder auf den geistigen Reichtum, den es mit der Entwicklung von Bildung, Wissenschaft und Kultur gewonnen hat.
Ich weise auch darauf hin, dass wir in der Lage sind, mit den Anstrengungen und der Intelligenz unseres Volkes die Nahrung und den materiellen Reichtum zu produzieren, die wir brauchen. Wir haben keine Geschenke des Imperiums nötig. Unsere Bemühungen werden rechtmäßig und friedlich sein, denn sie entsprechen unsere Verpflichtung gegenüber dem Frieden und der Brüderlichkeit aller Menschen, die auf diesem Planeten leben.
Fidel Castro Ruz
27. März 2016
22.25 Uhr

Menschenrechtsgeheuchel: USA kritisieren Kuba

Vor Präsident Barack Obamas historischem Besuch Kubas am 20. März wird spekuliert, ob er Kuba dazu zwingen kann, seine Menschenrechte zu verbessern. Ein Vergleich zwischen dem Stand der Menschenrechte in Kuba mit dem in den Vereinigten Staaten von Amerika zeigt jedoch, dass die Vereinigten Staaten von Amerika von Kuba lernen sollten.

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Raul Castro und Barack Obama bei der Pressekonferenz in Havanna am 22.03.2016. (Foto: Cubadebate)

Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte enthält zwei unterschiedliche Kategorien von Menschenrechten – zivile und politische Rechte einerseits, und wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte andererseits.

Die zivilen und politischen Rechte beinhalten die Rechte auf Leben, freie Meiungsäußerung, Religionsfreiheit, faires Verfahren, Selbstbestimmung; und Freiheit von Folter, grausamer Behandlung und willkürlichem Freiheitsentzug.

Wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte umfassen das Recht auf Bildung, medizinische Versorgung, soziale Sicherheit, Arbeitslosenversicherung, Mutterschutz, gleiche Bezahlung für gleiche Leistung, Senkung der Kindersterblichkeit; Prävention, Behandlung und Kontrolle von Krankheiten; Bildung und Beitritt zu Gewerkschaften und Streik.

Diese Menschenrechte sind enthalten in zwei Verträgen – dem International Covenant on Civil and Political Rights (ICCPR) und dem International Covenant on Economic, Social and Cultural Rights (ICESCR). Die Vereinigten Staaten von Amerika sind dem ICCPR beigetreten.

Die Vereinigten Staaten von Amerika weigern sich jedoch, dem ICESCR beizutreten. Seit der Reagan-Administration ist es Politik der Vereinigten Staaten von Amerika, die Menschenrechte nur als zivile und politische Rechte zu definieren. Wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte werden abgelehnt als gleichbedeutend mit Wohlfahrtsstaat oder Sozialismus.

Die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika kritisiert die zivilen und politischen Rechte in Kuba, während sie den höheren Standard der Kubaner in der allgemeinen Wohnsituation, Gesundheitswesen, Bildung, garantiertem Mutterschutz und gleichen Lohnsätzen ignoriert.

Inzwischen hat die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika schwere Menschrechtsverbrechen auf kubanischem Boden begangen, darunter Folter, grausame Behandlung und willkürliche Anhaltung. Und seit 1960 haben die Vereinigten Staaten von Amerika sich durch das Wirtschaftembargo ausdrücklich in Kubas wirtschaftliche Rechte und in sein Recht auf Selbstbestimmung eingemischt.

Das Embargo der Vereinigten Staaten von Amerika gegen Kuba, jetzt eine Blockade, wurde während des Kalten Kriegs von Präsident Dwight D. Eisenhower eingeführt auf ein von einem höheren Beamten des Außenministeriums verfasstes Memorandum hin. Das Memo schlug vor „eine Reihe von Aktionen, die die größten Eingriffe in den Zufluss von Geld und Gütern nach Kuba bewirken, um Geldbestand und Reallöhne zu senken, um Hunger, Verzweiflung und den Sturz der Regierung (Castro) herbeizuführen.“

Dieses Ziel wurde nicht erreicht, aber die Strafblockade hat das Leben in Kuba schwierig gemacht. Ungeachtet dieser inhumanen Bemühung garantiert Kuba seiner Bevölkerung jedenfalls eine bemerkenswerte Palette von Menschenrechten.

Gesundheitswesen

Anders als in den Vereinigten Staaten von Amerika wird medizinische Versorgung in Kuba als Recht betrachtet. Kuba hat das höchste Ärzte-Patienten-Verhältnis der Welt mit 6,7 Ärzten pro 1.000 Einwohnern. Die Kindersterblichkeit lag 2014 bei 4,2 pro 1.000 Lebendgeburten – eine der niedrigsten der Welt.

Das Gesundheitswesen in Kuba legt das Schwergewicht auf Vorbeugung, statt sich nur auf Medikamente zu stützen, teilweise aufgrund des eingeschränkten Zugangs zu Medikamenten infolge der Blockade der Vereinigten Staaten von Amerika. 2014 schrieb die medizinische Fachzeitschrift Lancet: „Wenn die Errungenschaften Kubas über einen weiten Bereich von armen und Ländern mit mittlerem Einkommen ausgedehnt werden könnten, würde sich die Gesundheit der Weltbevölkerung wesentlich ändern.“ Kuba hat bahnbrechende Medikamente zur Behandlung und Prävention von Lungenkrebs und zur Vorbeugung von Amputationen infolge von Diabetes entwickelt. Aufgrund der Blockade stehen diese uns in den Vereinigten Staaten von Amerika allerdings nicht zur Verfügung.

Bildung

Freie Bildung ist ein allgemeines Recht und umfasst auch höhere Bildung. Kuba gibt für Bildung einen höheren Anteil seines BIP aus als alle anderen Länder der Welt. „Mobile Lehrer“ kommen zu den Kindern, die die Schule nicht besuchen können. Viele Schulen bieten freie Versorgung vor und nach der Schule, wenn berufstätige Eltern keine entsprechende Möglichkeit in der Familie haben. Die Ausbildung zum Arzt kostet nichts. Es gibt 22 medizinische Fakultäten in Kuba – 3 waren es vor der kubanischen Revolution im Jahr 1959.

Wahlen

Wahlen zum kubanischen nationalen Parlament gibt es alle fünf Jahre und Wahlen zu den Gemeindevertretungen alle 2,5 Jahre. Die Abgeordneten des nationalen Parlaments wählen den Staatsrat, der seinerseits den Ministerrat bestimmt, aus dem der Präsident gewählt wird.

Mit 2018 (dem Datum der nächsten allgemeinen Wahlen in Kuba) wird es ein Limit geben von höchstens zwei fünfjährigen Amtsperioden bei allen höheren gewählten Ämtern einschließlich dem des Präsidenten. Jeder kann zum Kandidaten nominiert werden. Es ist nicht erforderlich, Mitglied der kommunistischen Partei (CP) zu sein. Kein Geld darf für die Werbung für Kandidaten ausgegeben werden, und Parteien (inklusive der CP) dürfen während Wahlen keine Werbung betreiben. Die Wahllokale werden nicht vom Militär bewacht, sondern Schulkinder bewachen die Wahlurnen.

Arbeiterrechte

Das kubanische Gesetz garantiert das Recht, freiwillig Gewerkschaften zu bilden und diesen beizutreten. Gewerkschaften sind vom Gesetz her unabhängig und finanziell autonom, unabhängig von der CP und vom Staat, finanziert aus den Beiträgen der Mitglieder. Unter den von den Gewerkschaften geschützten Arbeiterrechten sind ein schriftlicher Arbeitsvertrag, die 40-44-Stunden-Woche und 30 Tage bezahlter Urlaub im staatlichen Sektor.

Gewerkschaften haben das Recht, Arbeiten einzustellen, die sie als gefährlich erachten. Sie haben das Recht, am Firmenmanagement teilzunehmen, Informationen vom Management zu erhalten, Büroraum und –material und Zeit für Tätigkeiten des Betriebsrats zu bekommen. Einigung mit der Gewerkschaft ist erforderlich bei Entlassungen, bei Änderungen der Arbeitszeit, Überstunden und dem jährlichen Sicherheitsbericht. Gewerkschaften spielen in Kuba auch eine politische Rolle und haben das verfassungsmäßig garantierte Recht, in Fragen des Arbeitsrechts konsultiert zu werden. Sie besitzen auch das Recht, dem nationalen Parlament neue Gesetze vorzuschlagen.

Frauen

Frauen bilden die Mehrheit der kubanischen Richter, Staatsanwälte, Rechtsanwälte, Wissenschafter, technischen Angestellten, Angestellten im öffentlichen Gesundheitsbereich und Fachpersonal. Kuba liegt an erster Stelle im „Mütterindex der weniger entwickelten Länder“ von Save the Children. Mit über 48% Frauenanteil im Parlament hat Kuba den höchsten Prozentsatz weiblicher Parlamentarier in der Welt. Frauen bekommen 9 Monate voll bezahlten Urlaub bei Geburt eines Kindes, danach 3 Monate bei 75% des Gehalts. Die Regierung subventioniert Abtreibung und Familienplanung, legt einen hohen Wert auf Versorgung vor der Geburt und bietet Frauen vor der Geburt „Mutterschaftsunterbringung“.

Lebenserwartung

2013 betrug laut WHO (Weltgesundheitsorganisation der UNO) die Lebenserwartung in Kuba bei Frauen 80, bei Männern 77 Jahre. Die Wahrscheinlichkeit, im Alter zwischen 15 und 60 Jahren zu sterben, betrug in Kuba pro 1.000 Einwohnern 115 bei Männern und 73 bei Frauen.

Im gleichen Zeitraum lag die Lebenserwartung für Frauen in den Vereinigten Staaten von Amerika bei 81 und für Männer bei 76 Jahren. Die Wahrscheinlichkeit, zwischen 15 und 60 zu sterben, lag in den Vereinigten Staaten von Amerika pro 1.000 Einwohnern bei Männern bei 128 und bei Frauen bei 76.

Todesstrafe

Eine Studie der Cornell Law School fand in Kuba im Oktober 2015 keinen zum Tod Verurteilten und keinen im Todestrakt. Am 28. Dezember 2010 wandelte der Oberste Gerichtshof Kubas das Todesurteil des letzten Insassen des Todestrakts um, eines Kuba-Amerikaners, der wegen Mordes verurteilt worden war, den er bei der letzten terroristischen Invasion der Insel 1994 begangen hatte. Seither ist nichts von der Verhängung neuer Todesurteile bekannt.

Im Gegensatz dazu befanden sich am 1. Januar 2016 2.949 Menschen im Todestrakt von staatlichen Gefängnissen der Vereinigten Staaten von Amerika. Und am 16. März 2016 befanden sich 62 im Todestrakt in Bundesgefängnissen, laut Death Penalty Information.

Nachhaltige Entwicklung

2006 befand der World Wildlife Fund (WWF), eine führende Umweltorganisation, dass Kuba das einzige Land auf der Welt ist, das eine nachhaltige Entwicklung erreicht hat. Jonathan Loh, einer der Autoren des WWF-Berichts, sagte: „Kuba hat eine gute Stufe der Entwicklung gemäß den Kriterien der Vereinten Nationen erreicht, dank seines hohen Bildungsstandards und einer sehr hohen Lebenserwartung, wobei der ökologische Fußabdruck nicht groß ist, da es ein Land mit niedrigem Energiekonsum ist.“

Hört auf mit der Belehrung Kubas und hebt die Blockade auf!

Als Kuba und die Vereinigten Staaten von Amerika vor einem Jahr Gespräche über Menschenrechte führten, sagte Pedro Luis Pedroso, der Leiter der kubanischen Delegation: „Wir brachten unsere Bedenken bezüglich Diskriminierung und rassistischen Mustern in der Gesellschaft der Vereinigten Staaten von Amerika zum Ausdruck, der Verschlimmerung der Brutalität der Polizei, Folter und außergerichtlichen Ermordungen im Kampf gegen den Terror und der rechtlichen Grauzone, in der sich die Gefangenen des Anhaltelagers der Vereinigten Staaten von Amerika in Guantánamo befinden.“

Die Scheinheiligkeit der Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika bei der Belehrung Kubas über seine Menschenrechte, während sie den Menschen Amerikas viele grundlegende Menschenrechte vorenthält, schreit zum Himmel. Die Vereinigten Staaten von Amerika sollten die Blockade aufheben. Obama sollte Guantánamo schließen und an Kuba zurückgeben.

http://antikrieg.com/aktuell/2016_03_22_menschenrechtsgeheuchel.htm

Orginalartikel Human Rights Hypocrisy: US Criticizes Cuba am 18. März 2016

Marjorie Cohn ist Professorin an der Thomas Jefferson-Juridischen Fakultät

Historischer Besuch von Obama in Kuba (Videos)

Historischer Tag für Kuba: Erstmal nach 57 Jahren anerkennt die amerikanische Regierung die revolutionäre Regierung Kubas mit einem offiziellen Besuch. Dies sogar noch mit der historischen Generation der Revolution im Amt, die damals für die USA nur eine Bande von Guerilleros waren. Die USA ändert zwar nur die Methodik und nicht das Ziel, aber trotzdem ist es ist ein grosser Sieg der Revolution, dass die USA die Regierung Kubas offiziell anerkennt.

Hier werden wir laufend alle Videos des Besuches von Obama veröffentlichen:

Rede von Obama an das kubanische Volk

Pressekonferenz 21.03.206, Rede von Raul Castro und Barack Obama:

 Ankunft von Obama am Flughafen José Martí in Havanna:

Spaziergang durch „Alt-Havannna“:

Obama beim „Platz der Revolution“:

Obama mit Raul Castro im Revolutionspalast

(Kubainfos)

Wichtige Erklärung des kubanischen Aussenminister Bruno Rodríguez Parrilla (+Video)

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kubanischer Aussenminister Bruno Rodríguez Parrilla

Der kubanische Aussenminister Bruno Rodríguez Parrilla erscheint heute um 20 Uhr im Hotel Habana Libre vor der kubanischen und internationalen Presse. Diese Pressekonferenz wurde von Cubavisión, Cubavisión Internacional, Radio Rebelde und Radio Habana Cuba live übertragen:

Original Information: CubaMinrex

Update, 21:00 Uhr (MEZ) Das wichtigste der Pressekonferenz in Kürze:

Laut Bruno Rodriguez, gibt es große Unterschiede zwischen der USA und Kuba in Bezug auf das politisch System, der Demokratie, der Menschenrechte, der Anwendung des internationalen Rechts und in Bezug auf die Erhaltung des Friedens und der Souveränität.

-Kuba streicht die 10% Besteuerung auf USD

-Kuba bekräftig erneut, dass die USA das illegal besetzte Gebiet (Guantanamo Bay) an Kuba zurückgeben soll

Kuba muss weder seine politischen Prinzipien aufgeben, noch seine Außenpolitik ändern. Von Seiten Kubas gibt es keine Aggressionen gegen die USA.

-Kuba verlangt die Beendigung der Finanz-& Wirtschaftsblockade

-Kuba ist das einzige Land auf der Welt, in das US-Amerikaner nicht ohne Auflagen reisen dürfen.

-Warum gibt es das absurde Gesetz, dass Amerikaner keine kubanischen Produkte kaufen dürfen? So bleiben Ihnen zum Beispiel nebst anderen Produkten auch Medizin wie Diabetesmedikamente oder die Impfung gegen Lungenkrebs verwehrt.

-Kuba bekräftigt seine Solidarität mit Venezuela und ruft die USA dazu auf, Venezuela von der Liste der „Bedrohungen für die nationale Sicherheit der USA“ zu streichen.

(kubainfos)

Der Besuch von Obama in Kuba (Leitartikel)

Kuba bekräftigt seinen Willen in den Beziehungen mit den Vereinigten Staaten auf der Basis der Einhaltung der Prinzipien der Charta der Vereinten Nationen und der Prinzipien der Proklamation Lateinamerikas und der Karibik als Zone des Friedens voranzuschreiten

Der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, Barack Obama, wird zwischen dem 20. und dem 22. März Kuba einen offiziellen Besuch abstatten.

Es wird dies das zweite Mal sein, dass ein Präsident der Vereinigten Staaten unseren Archipel besucht. Vor ihm war es Calvin Coolidge, der im Januar 1928 in Havanna eintraf. Er kam an Bord eines Kriegsschiffes, um an der VI. Panamerikanischen Konferenz teilzunehmen, die in jenen Tagen unter der Herrschaft Gerardo Machados durchgeführt wurde, einer Person die man in Kuba in schlechter Erinnerung hat. Dieses Mal wird es das erste Mal sein, dass ein Präsident der Vereinigten Staaten in ein Kuba kommt, das Herr über seine Souveränität ist und wo eine Revolution an der Macht ist, die von ihrer historischen Führung geleitet wird.

Dieses Ereignis fügt sich in den Prozess ein, der am 17. Dezember 2014 begonnen wurde, als der Präsident des Staats- und des Ministerrats, Armeegeneral Raúl Castro Ruz, und Präsident Barack Obama gleichzeitig die Entscheidung ankündigten, die diplomatischen Beziehungen wiederaufzunehmen, die die Vereinigten Staaten 54 Jahre zuvor abgebrochen hatten. Es ist Teil des komplexen Prozesses hin zur Normalisierung der bilateralen Beziehungen, der kaum begonnen hat und der auf der einzig möglichen und gerechten Basis vorangekommen ist: Respekt, Gleichheit, Gegenseitigkeit und Anerkennung der Rechtmäßigkeit unserer Regierung.

Bis hierhin gekommen zu sein, ist an allererster Stelle das Ergebnis des heldenhaften Widerstands des kubanischen Volkes und dessen Prinzipientreue und der Verteidigung der nationalen Unabhängigkeit und Souveränität. Diese Werte, die seit über 50 Jahren nicht verhandelbar waren, veranlassten die gegenwärtige Regierung der Vereinigten Staaten dazu, die schweren Schäden zuzugeben, die die Blockade unserer Bevölkerung zugefügt hat, und das Scheitern der Politik der offenen Feindseligkeit gegenüber der Revolution anzuerkennen. Weder mit Gewalt noch mit ökonomischem Zwang und Isolierung gelang es ihnen, Kuba Bedingungen aufzuerlegen, die seinem Streben entgegenstehen, das in fast anderthalb Jahrhunderten währenden heldenhaften Kämpfen geschmiedet wurde.

Im aktuellen Prozess mit den Vereinigten Staaten ist es auch dank der unverbrüchlichen internationalen Solidarität insbesondere der Solidarität der Regierungen und Völker Lateinamerikas und der Karibik möglich geworden, die Vereinigten Staaten in eine Lage zu bringen, die zu ihrer unhaltbaren Isolierung führte. „Wie das Silber in den Wurzeln der Anden“, – wie es unser Nationalheld José Martí in seinem Essay „Unser Amerika“ ausdrückte, forderten Lateinamerika und die Kraibik fest vereint eine Änderung in der Politik Kuba gegenüber. Dieser Anspruch der ganzen Region wurde auf unmissverständliche Weise auf den Amerikagipfeln von PuertoEspaña in Trinidad und Tobago im Jahr 2009 und in Cartagena, Kolumbien 2012, deutlich, als alle Länder der Region einstimmig und kategorisch die Aufhebung der Blockade und die Teilnahme unseres Landes am VII. Gipfel der Hemisphäre in Panama 2015 forderten, an dem zum ersten Mal eine von Raúl angeführte kubanische Delegation teilnahm.

Seit den Ankündigungen vom Dezember 2014 haben Kuba und die Vereinigten Staaten Schritte zur Verbesserung des bilateralen Umfelds unternommen.

Am 20. Juli 2015 wurden offiziell die diplomatischen Beziehungen mit der Verpflichtung wieder aufgenommen, sie auf der Grundlage des Respekts, der Zusammenarbeit und der Beachtung der Prinzipien des Völkerrechts zu entwickeln.

Es fanden Treffen zwischen den Präsidenten beider Länder statt, außerdem kam es zu gegenseitigen Ministerbesuchen und weiteren Kontakten zwischen hochrangigen Beamten. Die Zusammenarbeit in verschiedenen Bereichen zum gegenseitigen Nutzen gehen voran und es eröffnen sich Räume für Diskussionen, die einen Dialog über Themen bilateralen und multilateralen Interesses ermöglichen, auch zu Themen, zu denen unterschiedliche Auffassungen bestehen.

Der Präsident der Vereinigten Staaten wird von der Regierung Kubas und seinem Volk mit der Gastfreundlichkeit, die sie auszeichnen, willkommen geheißen und er wird mit der Achtung und dem Respekt behandelt werden, wie sie ihm als Staatschef zustehen.

Dies wird eine Gelegenheit für den Präsidenten der Vereinigten Staaten sein, direkt ein Land zu beurteilen, das auf seine wirtschaftliche und soziale Entwicklung und die Verbesserung des Wohls der Bevölkerung konzentriert ist. Dieses Volk genießt Rechte und kann Leistungen aufweisen, die für viele Länder der Welt nur ein Wunschtraum sind, und das alles trotz der Beschränkungen, die sich aus dem Umstand ergeben, dass es ein blockiertes und unterentwickeltes Land ist, das sich international Anerkennung und Respekt verdient hat.

Weltweit angesehene Persönlichkeiten wie Papst Franziskus und Patriarch Kyrill bezeichneten in ihrer gemeinsam im Februar in Havanna herausgegebenen Schlusserklärung diese Insel als ein „Symbol der Hoffnung der Neuen Welt“. Der französische Präsident François Hollande bestätigte kürzlich, „Kuba ist in ganz Lateinamerika geachtet und man hört auf seine Stimme“ und er lobte seine Fähigkeit, selbst angesichts schwieriger Prüfungen zu widerstehen. Der südafrikanische Präsident Nelson Mandela fand für Kuba immer Worte tief empfundenen Dankes: „Wir in Afrika“ – sagte er in Matanzas am 26. Juli 1991 – „sind daran gewöhnt, Opfer anderer Länder zu sein, die uns unser Land entreißen oder unsere Souveränität untergraben wollen. In der Geschichte Afrikas gibt es keinen Fall wie den des kubanischen Volkes, das sich zur Verteidigung von einem unserer Länder erhoben hat.“

Obama wird auf ein Land treffen, das aktiv zum Frieden und zur regionalen und weltweiten Stabilität beiträgt und das mit andern Ländern teilt, aber nicht das, was es übrig hat, sondern die bescheidenen Mittel, über die es verfügt. Es macht so die Solidarität zu einem wesentlichen Element seines Daseinsgrunds und das Wohl der Menschheit wurde, wie uns dies Martí hinterlassen hat, zu einem der fundamentalen Ziele seiner internationalen Politik.

Er wird auch Gelegenheit haben, ein edelmütiges, freundliches und würdevolles Volk mit einem tiefen Gefühl für Patriotismus und nationale Einheit kennenzulernen, das immer gegen alle Widrigkeiten, denen es ausgesetzt war, für eine bessere Zukunft gekämpft hat. Der Präsident der Vereinigten Staaten wird von einem revolutionären Volk mit einer tiefgehenden politischen Kultur empfangen werden, die das Ergebnis einer langen Tradition des Kampfes für seine wahrhafte und definitive Unabhängigkeit ist, der zuerst gegen den spanischen Kolonialismus und später gegen die imperialistische Herrschaft der Vereinigten Staaten geführt wurde. Es war dies ein Kampf, in dem die Besten des Volkes ihr Blut vergossen haben und alle Risiken eingegangen sind. Ein Volk, das nie bei der Verteidigung seiner Prinzipien und beim großen Werk der Revolution ins Wanken geriet, das ohne Zögern dem Beispiel von Carlos Manuel de Céspedes, José Martí, Antonio Maceo, Julio Antonio Me­lla, Rubén Martínez Villena, An­tonio Guiteras und Ernesto Che Guevara und vielen anderen folgt.

Es ist auch ein Volk, das historische, kulturelle und affektive Bindungen mit den Vereinigten Staaten hat, deren paradigmatische Persönlichket, der Schriftsteller Ernest Hemingway, den Nobelpreis für einen Roman erhielt, dessen Handlung in Kuba stattfindet. Ein Volk, das seine Dankbarkeit gegenüber den Söhnen der Vereinigten Staaten empfindet, die wie Thomas Jordan1, Henry Reeve, Winchester Osgood2 und Frederick Funston3 zusammen mit der Befreiungsarmee in unseren Kriegen für die Unabhängigkeit von Spanien kämpften. In der jüngsten Zeit waren es jene, die sich sich den Aggressionen gegen Kuba entgegenstellten, die wie Lucius Walker die Blockade herausforderten, um unserem Volk solidarische Hilfe zu bringen und die Rückkehr des Kindes Elián González und unserer Fünf Helden ins Vaterland unterstützten. Von Martí lernten wir, das Vaterland Lincolns zu bewundern und jemanden wie Cutting4 abzulehnen.

Es ist gut, sich an die Worte des historischen Führers der Kubanischen Revolution, des Comandante en Jefe Fidel Castro Ruz zu erinnern, der am 11. September 2001 sagte: „Heute ist ein Tag der Tragödie für das Volk der Vereinigten Staaten. Sie wissen sehr wohl, dass wir hier nie Hass gegen das Volk der Vereinigten Staaten gesät haben. Vielleicht wegen seiner Kultur und des Fehlens von Komplexen, weil es sich völlig frei fühlt, mit einem Vaterland und ohne Herren, ist Kuba vielleicht das Land, in dem die Bürger der Vereinigten Staaten mit dem größten Respekt behandelt werden. Wir haben nie irgendeine Form von nationalem Hass gepredigt und auch nichts, was dem Fanatismus ähnlich sieht. Wir sind deswegen so stark, weil wir unser Verhalten auf Prinzipien und auf Ideen gründen und wir behandeln sie mit großem Respekt, und jedem Bürger der Vereinigten Staaten, der unser Land besucht, fällt das auf.“

Das ist das Volk, stolz auf seine Geschichte, seine Wurzeln, seine nationale Kultur und vertrauend darauf, dass eine bessere Zukunft möglich ist, das Präsident Barack Obama empfangen wird. Ein Land, das mit Ernsthaftigkeit und Entschiedenheit die gegenwärtige Etappe der Beziehungen mit den Vereinigten Staaten angeht und das die Chancen und auch die noch nicht gelösten Probleme zwischen den beiden Ländern erkennt.

Der Besuch des Präsidenten der Vereinigten Staaten wird ein wichtiger Schritt im Normalisierungsprozess der bilateralen Beziehungen sein. Man muss darauf hinweisen, dass Obama, wie bereits James Carter vor ihm, vorgeschlagen hat, in Ausübung seiner präsidialen Vollmachten auf die Normalisierung der Beziehungen zu Kuba hinzuarbeiten und als Folge davon, konkrete Aktionen in dieser Richtung durchgeführt hat.

Trotzdem bleibt noch ein langer und schwieriger Weg, der die Lösung entscheidender Punkte erfordert, die sich im Laufe von mehr als fünf Jahrzehnten angehäuft haben und die durch den konfrontativen Charakter der Beziehungen zwischen beiden Länder vertieft wurden. Solche Probleme lassen sich nicht von heute auf morgen lösen und auch nicht durch den Besuch eines Präsidenten.

Um die Beziehungen mit den Vereinigten Staaten zu normalisieren wird es entscheidend sein, dass die Wirtschafts-, Handels- und Finanzblockade aufgehoben wird, die Entbehrungen beim kubanischen Volk hervorruft und das Haupthindernis für die wirtschaftliche Entwicklung unseres Landes darstellt.

Man muss anerkennen, dass Präsident Barack Obama wiederholt die Position vertreten hat, dass die Blockade abgeschafft werden müsse und den Kongress aufgerufen hat, sie aufzuheben. Das ist auch die Forderung einer wachsenden Mehrheit in der öffentlichen Meinung der Vereinigten Staaten, die fast einstimmig von der internationalen Gemeinschaft vertreten wird, die bei 24 aufeinanderfolgenden Gelegenheiten in der UNO-Vollversammlung für die kubanische Resolution „Notwendigkeit de Beendigung der Kuba von den Vereinigten Staaten auferlegten Wirtschafts-, Handels- und Finanzblockade“ gestimmt hat.

Der Präsident der Vereinigten Staaten hat Maßnahmen ergriffen, die die Anwendung der Blockadebestimmungen bei einigen Aspekten modifizieren, die durchaus positiv sind. Hohe Beamte seiner Regierung haben gesagt, dass sie weitere überprüfen werden. Trotzdem ist es, wegen ihrer geringen Reichweite, wegen anderer bestehender Regulierungen und wegen der einschüchternden Auswirkungen, die die seit über 50 Jahren andauernde Blockade insgesamt ausübt, nicht möglich gewesen, einen großen Teil dieser Maßnahmen umzusetzen.

Es erscheint paradox, dass die Regierung einerseits Maßnahmen ergreift und andererseits die Sanktionen gegen Kuba verschärft, die sich auf das tägliche Leben unseres Volkes auswirken.

Die Realität beweist, dass die Blockade weiter besteht und mit aller Härte und in exterritorialer Weise angewandt wird. Sie hat abschreckende Wirkung für die Unternehmen und die Banken der Vereinigten Staaten und anderer Länder. Als Beispiel seien die milliardenschweren Strafen genannt, die immer wieder über Unternehmen und Geldinstitute aus den USA und anderen Ländern dafür verhängt werden, dass sie Verbindungen zu Kuba haben, die Verweigerung von Serviceleistungen und Sperrung von Geschäftstätigkeit internationaler Banken unserem Land gegenüber und das Einfrieren rechtmäßiger Überweisungen von Geldmitteln von und nach Kuba, einschließlich solcher, die nicht den US-Dollar als Zahlungsmittel verwenden.

Das kubanische Volk erwartet, dass der Besuch des Präsidenten der Vereinigten Staaten dessen Willen konsolidiert, sich aktiv auf eine grundlegende Debatte mit dem Kongress zur Aufhebung der Blockade einzulassen und währenddessen weiterhin von seinen exekutiven Sonderrechten Gebrauch zu machen, um ohne die Notwendigkeit legislativer Maßnahmen so weit wie möglich ihre Anwendung zu modifizieren.

Auch andere Angelegenheiten, die der Souveränität Kubas Schaden zufügen, werden gelöst werden müssen, wenn man normale Beziehungen zwischen den beiden Ländern erreichen will. Das Territorium, das gegen den Willen unserer Regierung und des Volkes durch die Marinebasis der Vereinigten Staaten in Guantanamo besetzt ist, muss an Kuba zurückgegeben werden, um dem einhelligen Wunsch aller Kubaner seit mehr als 100 Jahren stattzugeben. Die Programme zur Einmischung mit dem Ziel, Situationen der Destabilisierung und einen Wechsel in der politischen, wirtschaftlichen und sozialen Ordnung unseres Landes zu schaffen, müssen beseitigt werden. Die Politik des „Regime Change“ muss definitiv beerdigt werden.

In gleicher Weise muss die mit dem Geld US-amerikanischer Steuerzahler finanzierte Anmaßung, eine interne politische Opposition aufzubauen, ein Ende haben. Aufhören müssen auch die Radio- und Fernsehattacken gegen Kuba, die eine flagrante Verletzung internationalen Rechts darstellen, sowie der unrechtmäßige Gebrauch der Telekommunikation zu politischen Zwecken – in Anerkennung dessen, dass das Ziel nicht darin bestehen kann, Einfluss auf die kubanische Gesellschaft auszuüben, sondern vielmehr darin, die Technologie für die Entwicklung und das Wissen einzusetzen.

Die Vorzugsbehandlung bei der Einwanderung, die unsere Bürger im Zuge des „Cuban Adjustment Act” und der Politik der „trockenen Füße/nassen Füße“ erhalten, bewirkt den Verlust von Menschenleben und ermutigt zu illegaler Auswanderung und Menschenhandel. Außerdem ruft sie Probleme in Drittländern hervor. Diese Situation muss sich ändern, ebenso wie das „Parole“ Programm für medizinisches Fachpersonal Kubas gestrichen werden muss, das dem Land vitale menschliche Ressourcen zur Erhaltung der Gesundheit unserer Bevölkerung entzieht und den Nutznießern der Kooperation schadet, die Kuba mit Ländern pflegt, die sie benötigen. Desweiteren muss sich die Politik ändern, die kubanischen Athleten die Bedingung stellt, mit ihrem Land zu brechen, wenn sie in Ligen der Vereinigten Staaten spielen wollen.

Diese Politik der Vergangenheit ist unvereinbar mit der neuen Phase, die die Regierung der Vereinigten Staaten mit unserem Land begonnen hat. Alles geht auf die Zeit vor Präsident Obama zurück, aber er könnte einiges davon durch seine Exekutivgewalt modifizieren und anderes völlig streichen.

Kuba hat sich eingebracht in die Schaffung einer neuen Beziehung mit den Vereinigten Staaten in voller Ausübung seiner Souveränität und seinen Idealen von sozialer Gerechtigkeit und Solidarität verpflichtet. Keiner sollte glauben, dass wir dafür auf ein einziges unserer Prinzipien verzichten und einen Zoll von unserer Verteidigungsbereitschaft abweichen werden. Ebenso wenig werden wir das aufgeben, was in der Verfassung verankert ist: „Die wirtschaftlichen und diplomatischen Beziehungen zu gleich welchem anderen Staat werden niemals unter Aggression, Bedrohung oder Zwang vonseiten einer ausländischen Macht verhandelbar sein.“

Auch kann es nicht den geringsten Zweifel daran geben, dass Kuba seinen revolutionären und antiimperialistischen Idealen ebenso treu bleiben wird wie seiner Außenpolitik, die den gerechten Anliegen der Welt, der Verteidigung der Selbstbestimmung der Völker und der traditionellen Unterstützung unserer Bruderländer verpflichtet ist.

Wie es in der letzten Deklaration der Revolutionären Regierung zum Ausdruck kommt, ist unsere Solidarität mit der Bolivarischen Republik Venezuela, der von Präsident Nicolás Maduro angeführten Regierung und dem bolivarischen und chavistischen Volk unverrückbar, das dafür kämpft, seinem eigenen Weg zu folgen und dabei systematischen Destabilisierungsversuchen und unilateralen Sanktionen durch das nicht fundierte und ungerechtfertigte Dekret vom März 2015 ausgesetzt ist, das von Lateinamerika und der Karibik verurteilt wurde. Die am 3. März 2016 herausgegebene Note, die die Ausrufung des „Nationalen Notstands“ und die Sanktionen verlängert, stellt eine direkte und inakzeptable Einmischung in die inneren Angelegenheiten Venezuelas und seiner Souveränität dar. Dass dieses Dekret aufgehoben werden müsse, wird eine ständige und unerschütterliche Forderung Kubas sein.

Wie Armeegeneral Raúl Castro sagte, „werden wir nicht auf unsere Ideale der Unabhängigkeit und sozialen Gerechtigkeit verzichten oder auch nur von einem einzigen unserer Prinzipien abweichen und auch keinen einzigen Millimeter unserer nationalen Souveränität aufgeben. Wir werden keine Einmischung in unsere inneren Angelegenheiten zulassen. Dieses souveräne Recht haben wir uns durch große Opfer und unter hohen Gefahren erkämpft.“
Wir bekräftigen erneut, dass wir bis hierher gekommen sind, weil wir unsere Überzeugungen verteidigt haben und weil uns Vernunft und Gerechtigkeit beistehen.
Kuba bekräftigt seinen Willen, in den Beziehungen zu den Vereinigten Staaten voranzuschreiten, auf der Grundlage der Einhaltung der Grundsätze und Ziele der Charta der Vereinten Nationen und der Prinzipien der Proklamation von Lateinamerika und der Karibik als Zone des Friedens, die von den Staats- und Regierungschefs der Region unterzeichnet wurde, was die vollständige Achtung seiner Unabhängigkeit und Souveränität, das unveräußerliche Recht eines jeden Staates, ohne Einmischung in irgendeiner Form sein politisches, wirtschaftliches, soziales und kulturelles System zu wählen, Gleichheit und Gegenseitigkeit einschließt.
Kuba wiederholt seine volle Bereitschaft, einen respektvollen Dialog mit der Regierung der Vereinigten Staaten aufrecht zu halten und Beziehungen des zivilisierten Zusammenlebens zu entwickeln. Das Zusammenleben bedeutet nicht, die Ideen aufzugeben, an die wir glauben und die uns bis hierher, zu unserem Sozialismus, unserer Geschichte und unserer Kultur gebracht haben.
Die tiefen Meinungsverschiedenheiten zwischen Kuba und den Vereinigten Staaten über politische Modelle, Demokratie, Ausübung der Menschenrechte, soziale Gerechtigkeit, internationale Beziehungen, Frieden und globale Stabilität, unter anderem, werden fortbestehen.
Kuba verteidigt die Unteilbarkeit, Interdependenz und Universalität der bürgerlichen, politischen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Menschenrechte. Wir sind davon überzeugt, dass es die Pflicht der Regierungen ist es, das Recht auf Gesundheit, Bildung, soziale Sicherheit, gleichen Lohn für gleiche Arbeit, das Recht der Kinder sowie das Recht auf Nahrung und Entwicklung zu verteidigen und zu gewährleisten. Wir lehnen politische Manipulation und Doppelmoral bezüglich der Menschenrechte ab, die eingestellt werden müssen. Kuba, das 44 internationalen Instrumente in diesem Bereich beigetreten ist, während die Vereinigten Staaten nur 18 unterzeichnet haben, hat viel zu sagen, zu verteidigen und zu zeigen.
Um was es bei unseren Beziehungen mit den Vereinigten Staaten geht, ist, dass beide Länder ihre Unterschiede respektieren und eine Beziehung zum Nutzen beider Völker schaffen.
Unabhängig von den Fortschritten, die in den Beziehungen mit den Vereinigten Staaten erreicht werden können, wird das kubanische Volk voranschreiten. Mit unseren eigenen Anstrengungen und nachgewiesener Fähigkeit und Kreativität werden wir auch weiterhin für die Entwicklung des Landes und das Wohlergehen der Kubaner arbeiten. Wir werden nicht von der Forderung nach Aufhebung der Blockade abgehen, die uns so viel Schaden zugefügt hat und zufügt. Wir bestehen darauf, den Prozess der Aktualisierung des von uns gewählten Wirtschafts- und Gesellschaftsmodells und des Aufbaus eines gedeihlichen und nachhaltigen Sozialismus voranzubringen, um die Errungenschaften der Revolution zu konsolidieren.

Ein souverän gewählter Weg, der sicherlich auf dem 7. Parteitag der Kommunistischen Partei ratifiziert werden wird, Fidel und Raúl, immer siegreich!
Dies ist das Kuba, das Präsident Obama respektvoll begrüßen wird.

[1] Generalmajor, Stabschef der Befreiungsarmee (1869)
[2] Kommandant. Er fiel am 28. Oktober 1896 im Kampf bei Guáimaro.
[3] Oberst der Artillerie unter dem Befehl von Calixto Garcia
[4] Schürte 1886 Hass und Aggression gegen Mexiko

 

(Granma)

Tribüne Antiimperialista: 400’000 Kubaner am Major Lazer Konzert (+Bilder)

In Havanna füllte sich die Tribüne „Antiimperialista“ am letzten Sonntag mit rund 400’000 Jugendlichen. Das Gratiskonzert für die kubanische Jugend mit den elektronischen DJ’s  Major Lazer und DJ Diplo, begeisterte die jungen Kubaner und ärgert die kubanische Opposition in Miami.

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Major Lazer und DJ Diplo „Tribuna Antiimperialista“

Zum Ärger der kubanischen Dissidenten in Miami und der bürgerlichen Presse, reisten Major Lazer und DJ Diplo für ein Konzert nach Havanna. Die Dissidenten und die Presse möchten Kuba gerne als triste Diktatur darstellen, in der die Jugend weder Internet, noch sonstige Freiheiten geniesst. Da passt ein Gratiskonzert mit Hunderttausenden, feiernden kubanischen Jugendlichen,  so kurz des Besuchs von Obama am 22. März, natürlich schlecht ins Bild, das man von Kuba gerne zeichnen möchte. Dazu noch bei der legendären „Tribuna Antiimperialista“, wo mit grossen Buchstaben in Richtung US-Botschaft geschrieben steht: „Venceremos“ (Wir werden siegen)

Der sonntägliche Protestmarsch gegen die kubanische Regierung, auf der man in der rechten Presse in den USA das Augenmerk richtete,  war hingegen ein kompletter Reinfall. Es nahmen nur die ca. 35 altbekannte Dissidenten teil.

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Jeden Sonntag protestieren die selben 30-40 kubanischen Dissidenten in Havanna. Bezahlt und unterstützt aus den USA. (Foto Facebook, 06.03.2016)

Währenddessen feierten die  Jugendlichen begeistert zur elektronischen Tanzmusik von Major Lazer und beeindruckten mit ihrer Lebensfreude die beiden amerikanischen Musiker. So kam es, dass Kuba bei US-Amerikanern einmal mehr einen positiven Eindruck hinterlassen konnte.

Viele Revolutionäre ausserhalb von Kuba bereitet es Sorgen, dass immer mehr Amerikaner die sozialistische Insel besuchen und womöglich negativ beeinflussen könnten. Keine Angst, Kuba beeinflusst die amerikanischen Kubareisenden mehr, als die Besucher aus dem Norden die Kubaner. Die gängige amerikanische Propaganda gegen Kuba beginnt immer mehr zu bröckeln.

Doppelt verärgert ist man in der Dissidentenpresse über DJ Diplos Aussage:

„Glücklicherweise konnte ich Kuba schon vor ein paar Jahren mit meinen Freunden von „Calle 13“ (antiimperialistische, revolutionäre Band aus Puerto Rico) während eines 4-tägigen Aufenthalts kennenlernen. Ich war wie weggeblasen von den Menschen, der Tiefe der Kultur und der kubanischen Art zu leben.

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PS: Am 25. März 2016 werden die Rolling Stones in Havanna ein Konzert geben.

(Kubainfos)

Kubas Kampf gegen Drogen

Die kubanische  Organisation „Mirando al Mar“ (Schauen auf das Meer) hatte letzten Freitag ihr Jahrestreffen. Diese kubanische Organisation hat sich den Kampf gegen Drogen und illegale Waffen auf die Fahne geschrieben. Sie ist in Europa relativ unbekannt. Auch deshalb haben wir uns dazu entschieden diese Vereinigung von Freiwilligen kurz vorzustellen.

 

„Mirando al Mar“ hat über 7000 Mitglieder, von denen 24% Jugendliche und 35% Frauen sind. Die Vereinigung wurde 1959 unmittelbar nach dem Sieg der Revolution gegründet und wird durch das CDR (Komitee zur Verteidigung der Revolution) geleitet und organisiert. Sie unterstützen die „Tropas Guardafronteras“ (Grenzwachtruppe) und werden auch von diesen geschult.

Die Ziele von „Mirando al Mar“ sind zu verhindern, dass über das Meer Drogen oder Waffen ins Land geschleust werden. Ausserdem helfen Sie dabei, illegale Machenschaften an den Küsten aufzudecken. Zum Beispiel sind früher vom CIA unterstützte Terroristen illegal über das Meer nach Kuba eingereist, um dort Attentate zu begehen. Auch melden Sie allfällige Verschmutzungen z.B. durch angeschwemmtes Öl.

In der Jahresversammlung letzten Freitag wurde bilanziert, dass durch die Organisation ca. 80% des Drogenhandels, der in Kuba ablaufen sollte, bereits an der Küstenzone unterbrochen werden konnte. Rund 70% der in Kuba beschlagnahmten Drogen wurde durch diese Organisation eingesammelt. Meist wurden die Drogen in Päckchen angeschwemmt. Das zeigt die Bedeutung und Wichtigkeit dieses zivilen Hilfstrupps und die wertvolle Unterstützung die sie den Grenwachtruppen leisten.

Im der ganzen kubanischen Küste verteilt gibt es rund 308 „Mirando al Mar“- Gruppen. Jede dieser Gruppen besteht aus ca. 20-30 Mitgliedern.

Vielen Mitgliedern liegt auch der Schutz der Meeresflora und -Fauna am Herzen. Die Vertreter der verschiedenen Abteilungen tauschten ihre Erfahrungen aus und diskutierten über den ökologischen Schaden den internationale Firmen den Meeren anrichten. So werden, nicht nur an kubanischen Küsten, industrielle Abfälle, Altöl und andere giftige Abfälle angeschwemmt, die für die Zerstörung der Ökosysteme, der Mangroven und der Schalentierarten verantwortlich sind.

Die Organisation „Mirando al Mar“ ist ein schönes Beispiel von zivilgesellschaftlichem Engagement im Kampf gegen Drogen und dem Schutz der Natur. Die hohe Mitgliederzahl zeigt, dass viele Kubaner nicht nur theoretisch oder abstrakt, sondern auch ganz praktisch die Werte der Revolution verteidigen und so ihren Beitrag für ein möglichst von illegalen Drogen befreites Kuba leisten.

(kubainfos)

 

Für den Frieden zu kämpfen ist die heiligste Pflicht aller Menschen (Fidel Castro)

Wir freuen uns den gestrigen Artikel des Genossen Fidel Castro zu veröffentlichen. Zum Anlass des erstmaligen Treffens des Patriarchen Kyrill mit dem Papst Franziskus in Havanna. Dieses Treffen ist von historischer Bedeutung. Das es ist Kuba stattfindet, hat natürlich grosse Symbolkraft.

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Kyrill I. Patriarch von Moskau besuchte bei seinem Besuch Kubas auch Fidel Castro.

Fidel Castro: Traurigerweise haben fast alle Religionen die zerstörerische Tatsache der Kriege und ihre schrecklichen Folgen beklagen müssen. Diesen Aufgaben mussten sie ihre größten Energien widmen. Die einzigartige Bedeutung des Treffens zwischen Papst Franziskus und Seiner Heiligkeit Kyrill in Havanna liegt darin, dass sie die Hoffnung der Völker der Welt erweckt hat.

Der Frieden ist zu jedem Zeitpunkt der Geschichte der goldene Traum und das Verlangen der Völker gewesen. Tausende Atomwaffen hängen über den Köpfen der Menschheit. Den brutalsten der Kriege, der je ausgelöst werden könnte, zu verhindern, ist zweifellos das Hauptziel der Anstrengung der religiösen Führer der Kirchen gewesen, die von Männern wie Franziskus, Papst der Katholischen Kirche, und Seiner Heiligkeit Kyrill, Patriarch von Moskau und dem ganzen Rus, geleitet werden.

Für den Frieden zu kämpfen ist die heiligste Pflicht aller Menschen! Egal welche ihre Religion, Herkunftsland oder ihre Hautfarbe ist. Egal ob Erwachsenenalter oder Jugend.

Fidel Castro Ruz

14. Februar 2016

22:18 Uhr

 

 

Jorgito – Ein Beispiel positiver Veränderung durch die Revolution (Interview)

Seit dem 1. Januar 2016 ist die erweiterte Version des Films „Die Kraft der Schwachen“ über  Jorgito aus Camagüey erhältlich. Der Film zeichnet ein beeindruckendes und authentisches Portrait eines Jungen mit einer schweren körperlichen Behinderung und seinen Kampf für die Freilassung der in den USA inhaftierten Cuban Five. Anlässlich der Vorstellung der neuen Version des Films hatten wir die Gelegenheit mit dem Filmemacher Tobias Kriele über seinen Dokumentarstreifen, Kuba und seine zukünftigen Pläne zu sprechen. 

 

Kubainfos: Zu welchem Zweck und mit welchem Ziel wurde der Film “Die Kraft der Schwachen” gemacht?

Tobias Kriele: Ich hatte mehrere Motivationen de Arbeit zu „Die Kraft der Schwachen“ aufzunehmen. Zum einen wollte ich mit dem Film persönliche Erfahrungen, die ich während meines 9jährigen Aufenthaltes in Kuba gemacht habe, für die Freunde in Europa vermittelbarer machen. Darüber hinaus hat mich die Frage beschäftigt, was eine Revolution ist und was sie im alltäglichen Leben der Menschen bedeutet. Jorgito ist sicher ein sehr ausdruckstarkes Beispiel für Dinge, die sich durch die Revolution im Leben von Menschen verändert haben. Ausserdem wollte ich mit Hilfe des Films den Fall der „Cuban 5“ Menschen zugänglicher machen, die sich sonst nicht mit kubanischer Politik auseinandersetzen. Die Geschichte von Jorgito bietet hierbei einen besonderen Zugang.

Was für Reaktionen hat der Film ausgelöst und was erwartest du von den Personen die diesen Film schauen?

Der Film wurde bereits in mehreren Ländern gezeigt. Die Reaktionen waren in jedem Land verschieden. Da ich den Film in erster Linie nicht für ein kubanisches Publikum gemacht habe, hat mich zum Beispiel überrascht, dass der Film dort so starke Reaktionen ausgelöst hat. Er wurde dort sehr positiv aufgenommen und mehrere Male im TV gezeigt. Mir hat einmal ein Kubaner gesagt: „Der Film hält uns einen Spiegel vor“. Für mich als Ausländer war es natürlich eine grosse Genugtuung, dass der Film von den Kubanern als „kubanischer Film“ angenommen wurde.

In der Schweiz, Deutschland und Italien war das Publikum sehr heterogen zusammengesetzt. Viele Zuschauer haben sich das erste Mal mit Kuba beschäftigt. Meiner Erfahrung nach hat der Film es sehr gut geschafft, eine Brücke zu schlagen und einen Zugang zu schaffen, trotz aller systematischen Verleumdungen durch die Presse. In diesem Sinne ist er erfolgreich.

Eine weitere Gruppe von Zuschauern waren Eltern von Kindern mit Behinderungen. Hier waren die Reaktionen sehr heftig und zum Teil mit radikalen Einsichten verbunden. Der Bezug zu Kuba auf die Wirklichkeit von Europa wurde sehr direkt gezogen. Da gab es sehr bewegende Schlussfolgerungen der betroffenen Menschen. Mir als Nichtexperten hinsichtlich der Lebensbedingungen behinderter Menschen hat dies tiefe Einblicke darin gewährt, wie kompliziert, widersprüchlich und von Verachtung geprägt das Leben der Menschen mit Behinderungen in sogenannten hoch entwickelten Ländern sein kann.

Wir wollen den Film auch in den USA zeigen und haben diesbezüglich die Erwartung, dass es der Film schafft, den Diskurs über Kuba, so wie er momentan besteht aufzubrechen, einen neuen Zugang zu Kuba zu schaffen und   damit alte Bilder aufzubrechen. Wir vermuten, dass damit eine grosse Dynamik freigesetzt werden wird.

Wird es zukünftige Projekte mit Jorgito geben?

Der Film ist ja nun auch in der erweiterten Fassung fertig, aber es ist noch einiges offen was die Verbreitung des Films angeht.  Zuerst mal werden wir im Frühjahr 2016 mit Jorgito den Film in den USA vorstellen.

Als weitere Projekte sind geplant, dass wir weiterhin eine regelmässige Kolumne von Jorgito in verschiedenen Zeitschriften der deutschsprachigen Solidaritätsarbeit veröffentlichen und er somit regelmässig als Journalist präsent ist. Ein anderer Plan ist, dass wir kubanische Blogger unterstützen möchten. Wenn man Jorgito kennt, dann weiss man, dass Jorgito eine sprudelnde Quelle von Ideen und Projekten ist. Das wird damit zu tun habe, dass er fest davon überzeugt ist, dass man die Welt verändern kann.

Geniessen andere kubanische Menschen mit Behinderungen die gleiche medizinische und soziale Versorgung wie Jorgito?

Ein Beispiel, welches Jorgito gerne anfürh, ist der Fall einer jungen Studentin, die auf Grund ihrer schweren Behinderung mit Sauerstoff künstlich behandelt werden musste und dadurch nicht mehr die Universität besuchen konnte. Ihre Professoren beschlossen, abends die morgendlichen Vorlesungen bei ihr zu Hause zu wiederholen, damit Sie ihre Ausbildung abschliessen konnte.

Es wäre jedoch unangebracht zu sagen, dass jeder Mensch mit Behinderung in Kuba glücklich ist. Die kubanische Revolution bietet etwas an, aber ob dieses Angebot auch immer genutzt wird, variiert von Einzelfall zu Einzelfall.

Ein weiteres Beispiel:

Jorgito traf am Rande unserer Dreharbeiten in einer Sekundarschule ein behindertes Mädchen, welches von ihrer Lehrerin gefüttert wurde. Er hat ihr darauf hin einige Fragen gestellt, doch ehe das Mädchen eine Antwort geben konnte, hatte schon die Lehrerin für sie geantwortet. Jorgito ging daraufhin schnurstracks zur Schuldirektorin stellte Fragen nach der Pathologie des Mädchens und der ihm gewährten Unterstützung. Als die Rektorin auf die Fragen nicht überzeugend antworten konnte, erklärte Jorgito ihr: „Ich komme in vier Wochen wieder und stelle die gleichen Fragen nochmals und dann möchte ich andere Antworten hören“

Diese Anekdote zeigt auch, dass Jorgito ein sehr überzeugter Revolutionär ist, der Kuba verteidigt – Er ist jedoch zugleich sehr kritisch und fast unerbittlich mit Dingen, die in Kuba falsch gemacht werden, oder mit Möglichkeiten, die nicht genutzt werden.

Ich hole so weit aus, um verständlich zu machen, dass nicht jeder Mensch mit Behinderung in Kuba automatisch zu einem Jorgito wird. Dank der Revolution sind die Möglichkeiten zur optimalen Betreuung von Menschen mit Behinderung in Kuba zwar vorhanden, doch um die Ausnutzung dieser Möglichkeiten muss man jeden Tag neu kämpfen.

Warum und für welche soziale Gruppe sollte Jorgito ein Vorbild sein? 

Jorgito kann für viele verschiedene Menschen ein Vorbild sein, nicht nur für kubanische Jugendliche mit Behinderungen. Gerardo Hernandez von den Cuban Five hat treffend gesagt, dass Jorgito – so wie die Kubaner an sich – ein Symbol dafür ist, dass man aus einer schwierigen Ausgangssituation, die geprägt ist von Widrigkeiten, das Handeln in die Hand nehmen kann. Dafür, dasss man nicht nur sein eigenes Leben, sondern auch die Verhältnisse, in denen man lebt, gestalten kann. Ohne dabei zum Träumer zu werden oder die Welt nur umzudeuten, erklärt uns Jorgito, dass man tatsächlich die Dinge verändern kann.

Jorgito hat mit seinem Beitrag geholfen, Gerardo Hernandez aus dem Gefängnis zu holen und er glaubt daran, dass uns Menschen, vorausgesetzt, dass wir gemeinsam Handeln und in Einheit für ein Ziel einstehen, alles möglich ist. Dieser kubanische Kampfgeist, hat es verdient in der ganzen Welt wahrgenommen zu werden. Es ist auch eine Inspiration für uns, die wir in den kapitalistischen Zentren leben und oft das Gefühl haben, dass wir nur kommentieren können, nichts verändern. Doch dass die Welt wirklich zu verändern ist, zeigt uns Jorgito in dem Film.

Hatte Jorgito schon immer mit dieser Leidenschaft, mit der er die Revolution verteidigt und für gerechte Sachen einsteht?

Jorgito selber sagt, dass eine seiner ersten Empfindungen das Gefühl der Dankbarkeit für die Zuwendung war, die ihm die kubanische Revolution hat zukommen lassen und die ihm ermöglicht hat, sein eigenes Leben zu leben. Diese Dankbarkeit ist für Jorgito nicht nur moralisch, er hat vielmehr schon früh das Bedürfnis gespürt, etwas von Erhaltenen zurück zu geben. Schon in der Vorschule hat Jorgito begonnen, mit anderen Kindern zu diskutieren, seine Sicht der Dinge zu berichten und über das Gute zu sprechen, das ihm widerfahren ist. Schon als ganz kleines Kind wurde er in dieser Haltung geprägt und hat die Kinder dazu aufgefordert, diese Solidarität ihrerseits weiter zu geben.

Kann man auf Grund der Geschichte sagen, dass in der Frage der Gesundheit ein vor und nach der Revolution gegeben hat? Oder gab es vor der Revolution eine ähnlich gute medizinische und soziale Betreuung für Menschen mit Behinderungen? 

Es ist bekannt, dass es vor der Revolution in Kuba keine nennenswerten Einrichtungen im Bereich der Sonderpädagogik gegeben hat. Die wenigen Einrichtungen, die es gab, existierten alle in Havanna und für die Behandlung behinderter Kinder der damaligen wohlhabenden Oberschicht. Für die arme Bevölkerung gab es in diesem Bereich jedoch keine speziellen Therapien oder medizinische Versorgungen.

Eine Reportage des kubanischen Fernsehens über kubanische Ärzte, die im Rahmen der internationalen Hilfseinsätze in Nicaragua abgelegene Dörfer besuchen und dort die Menschen behandeln, hat mich sehr berührt. Eine Familie musste dort mangels Alternativen ihren behinderten Sohn am Morgen mit einem Strick an einen Baum anbinden, damit Sie auf dem Land arbeiten gehen konnten. Dies ist ein Hinweis darauf, wie die Situation vor der kubanischen Revolution ausgesehen hat.

Eine kubanische Lehrerin hat mir erzählt, dass Sie nach der Revolution in ein abgelegenes kubanisches Dorf geschickt wurde. Dort musste Sie junge Mütter über grundlegende Dinge der Hygiene aufklären. Zum Beispiel gab es Babys, die von Ratten angefressen wurden, weil ihre Mütter sie aus Unwissenheit auf dem Boden liegen gelassen hatten.

Man kann mit Gewissheit sagen, dass sich durch die Revolution die Situation sich radikal verändert hat. Man muss dazu nur die Berichte der UNESCO lesen, in denen immer wieder herausgestellt wird, dass die kubanische Form der Sonderpädagogik in Lateinamerika vollkommen konkurrenzlos ist und bei weitem alles übertrifft, was sonst in diesem Erdteil an Unterstützung für Menschen mit Behinderungen existiert.

Infos zum Film:

Trailer

www.kraftderschwachen.de

neue Version des Films für 15 CHF aus der Schweiz bestellen: national@cuba-si.ch

und aus Deutschland für 10 Euro: Mail an oder auf www.fgbrdkuba.de/shop/

(Kubainfos)

Raul Castro live in Paris (Livestreams und Videos) UPDATE

President Raúl Castro Ruz befindet sich momentan auf Staatsbesuch in Frankreich. Der Besuch wird bereits jetzt als historisch bezeichnet. Die berühmte Avenue des Champs-Élysées wurde zu diesem Anlass mit kubanischen Flaggen geschmückt. Es ist der erste kubanische Besuch dieser Art in Frankreich und generell in einem Land der EU.

Ab Montag, 1. Februar 2016 um 10 Uhr könnt ihr auf Kuba Infos den Besuch Raul Castros in Frankreich live mit verfolgen:

(man muss das Video zuerst ca. 4 min vorspulen, da die Übertragung Verspätung hatte und zuerst nur ein “Piepston” ertönt!)

UPDATE: Sobald die Liveübertragungen beendet sind, werden die Streams automatisch zu Videos.

 Kubas Raul Castro trifft François Hollande:

Kubas Raul Castro trifft sich mit Paris Bürgermeisterin Anne Hidalgo und dem französischen Minister für Bildung:

Kubas Raul Castro trifft sich mit dem französischen Premierminister Manuel Valls:

 

 

(kubainfos)