Armut in Kuba?

Die grossen Medien haben ihre Anstrengungen verstärkt, den Leuten, die nach Kuba reisen weiszumachen, dass sie sich darauf vorbereiten sollen, einer Bevölkerung zu begegnen, die von Armut gezeichnet ist, aufgrund des gescheiterten sozialistischen Modells und des bankrotten Staates. Das zweite Klischee reduziert das Land auf Sonne, Strand und Musik, und dann gibt es noch einige, die davon träumen, auf der Insel die perfekte Gesellschaft anzutreffen.

Es ist ein Fehler, die kubanische Gesellschaft anhand der Anzahl von Konsumartikeln, die sie erwerben kann, zu definieren. Kuba war die letzte spanische Kolonie in Amerika, während 400 Jahren ausgebeutet. Nach der Unabhängigkeit erbte das Land die Monokultur, die Monoproduktion und den Monoexport.

Die im Jahr 1959 erfolgreiche Revolution sah sich genötigt, einige Gesetze zu verabschieden, wie beispielsweise die Agrarreform und die Verstaatlichung des ausländischen Kapitals, was zu einem grausamen Finanzkrieg des Nachbarn führte und eine Bremse für die Entwicklungspläne der Revolutionsregierung bedeutete.

Frühere Fehlplanungen und falsche Wirtschaftsmassnahmen, korrigiert durch die Verstaatlichung von praktisch der ganzen Produktion und der Leistungen, führten dazu, dass sich die Bevölkerung praktisch seit 50 Jahren der Revolution immer mit der Rationierung vieler Basisprodukte konfrontiert sah und den Mangel an Produkten zu spüren bekam, verstärkt noch durch den Sturz der sozialistischen Länder, das hat uns Präsident Raúl Castro am 7. Kongress der kommunistischen Partei erklärt.

Man kann die Armut in Kuba nicht negieren, nimmt man die Kennzahlen der Weltbank und des Internationalen Währungsfonds als Grundlage. Der Basislohn ist tief und deckt kaum die stets steigenden Grundbedürfnisse der Bevölkerung. Kuba erholt sich von der Wirtschaftskrise der 90er Jahre, als die Krise ihren Tiefpunkt erreichte und ihre Auswirkungen für die Bevölkerung täglich spürbar waren.

Trotzdem, nicht alles ist Konsum und es gibt auch noch andere Indikatoren der Entwicklung, aber die interessieren die Medien nicht, denn die würden nämlich aufzeigen, dass unser Land zu den Begünstigtsten der Welt gehört.

Die Bildung erreicht alle Menschen und ist auf sämtlichen Stufen kostenlos. Der Jahresbericht der UNESCO betr. Bildung zeigt Kuba 2012 auf dem 16. Platz der Bildungsentwicklung. Anerkannt ist die Insel ebenfalls durch die hohe Anzahl von Dozentinnen und Lehrern pro Kopf.

Auch das Gesundheitssystem ist für alle und kostenlos, die Kindersterblichkeitsrate liegt bei 4.2 pro Tausend Lebendgeborenen, mit einem Arzt pro 137 Einwohnern und einer Lebenserwartung von 78. Das System bietet auch Unterstützung in mehr als 40 Ländern. Der Kampf gegen Ebola in Afrika oder die 11’400 Ärzte in Brasilien sind Beispiele.

Der Sport und die physische Erziehung sind durch Sportgelände garantiert, die von Spezialisten betreut werden. Der Sport wird durch den Staat subventioniert und steht allen frei zur Verfügung. Der Staat subventioniert auch andere Leistungen, wie beispielsweise die Elektrizität. Bei einem Konsum von 200 Kilowatt monatlich bezahlt man dafür – gemäss gültigem Tarif – 44 Pesos (ca. 1,80 USD), aber die Erzeugung kosten den Staat 30 USD.

Das gleiche gilt für die Bildung. Auf der grössten der Antilleninseln gibt es fast eine Million mit Uniabschlüssen, auf diesem Niveau studieren 72,7% der 18 – 24 Jährigen.

Hinzuzufügen ist, dass dank der städtischen Reformgesetze mehr als 85% der Kubaner Besitzer ihrer Wohnungen sind, was bedeutet, dass sie keinen Mietzins bezahlen müssen, der für Millionen von Menschen weltweit eine immer höhere Belastung für den Familienhaushalt bedeutet.

Kuba ist ein Staat, in dem die Leute – trotz „Armut“ – in Würde leben. Und nicht nur in Würde, was die minimalen Konsummöglichkeiten, das öffentliche Gesundheits- und Bildungssystem betrifft, sondern vor allem im politischen Bewusstsein, was die Revolution bedeutet.

Die Kubanerinnen und Kubaner sind noch weit davon entfernt, alle materiellen Bedürfnisse zu befriedigen, aber sie zeigen eine menschliche Entwicklung, die sich Millionen von Menschen weltweit herbeisehnen, insbesondere habe ich nicht das Gefühl, in einem armen Land zu leben, ganz im Gegenteil, wir Kubaner/innen haben es verstanden, durch unsere eigenen Anstrengungen eine Quelle des Wohlstandes zu schaffen.

Referat von Jorge Enrique Jerez Belisario (Jorgito) – gehalten in Zürich, 5.7.2016

(Kubainfos)

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2 Gedanken zu “Armut in Kuba?

  1. Nisof 20. September 2016 / 19:40

    KOMMUNISTIESCHE SCHEISDRECK, DAS IST KUBA! FÜR EUCH DEGENERIERTE CAPITALISTEN KUBA IST GUT!

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